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Leitzinserhöhung – Was der EZB-Zinsentscheid für die Märkte bedeutet
Leitzinserhöhung – Was der EZB-Zinsentscheid für die Märkte bedeutet
Simon Feldhusen

Simon Feldhusen

Profi Investor

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Die EZB ist durch die steigende Inflationsrate immer stärker unter Druck geraten. So wurden schlussendlich die Tauben überzeugt, die Zinsen erneut anzuheben. Schließlich stand durch die lockere Geldpolitik nicht nur die Glaubwürdigkeit der Notenbankchefin Christine Lagarde, sondern der ganzen Zentralbank auf dem Spiel.

Deshalb wurden auch die Inflationserwartungen in die Höhe getrieben, was wiederum einen Anstieg der Preissteigerung nach sich zieht. Schließlich kaufen viele dann früher, um von den noch günstigen Preisen zu profitieren. So bestand das wichtigste Ziel der EZB vor allem in der Stabilisierung der Inflationserwartungen.

Leitzinsänderung der EZB

Daher hat die Europäische Zentralbank sich nun erneut dem Kurs vieler andere Notenbanken angepasst. In diesem Zusammenhang erhöhte sie den Leitzins um die erwarteten 75 Basispunkte. Somit betragen die Zinsen indessen 1,25 % in der Eurozone und haben das Niveau von 2011 erreicht. Der Euro hat die Zinsanhebung bereits antizipiert und ist deshalb als Reaktion auf die Pressekonferenz abverkauft worden.

Durch die Zinsanhebung handelt die EZB angemessen in Bezug auf die Inflation. In dieser Hinsicht liegt sie jedoch noch weit hinter der Kurve und zieht mit als Letztes den Zins an. Die Gründe dafür lagen in den zuvor stark kritisierten Erwartungen einer temporären Preissteigerung aufgrund der höheren Nachfrage nach der Öffnung der Wirtschaft nach den Corona-Lockdowns.

Jetzt ist es umso entscheidender, dass die EZB möglichst frühzeitig den Zins anhebt. Denn somit erhält sie im Falle der darauffolgenden Rezession etwas Spielraum für Zinssenkungen, um die Wirtschaft dann wieder zu stabilisieren. Je länger sie wartet, umso größer ist die Gefahr, dass sie während einer Stagnation der Wirtschaft den Zinserhöhungen vornimmt. Daher gilt es, eine Stagflation zu vermeiden.

Ziele der EZB

Wie zuvor strebt die EZB immer noch das Ziel einer Inflationsrate von 2 % an und plant deshalb auch in den kommenden Meetings weitere Zinsanhebungen. Somit wollen sie die Nachfrage reduzieren und die steigenden Inflationserwartungen in den Griff bekommen. Dabei möchten sie ihre nächsten Schritte datenabhängig machen und behalten sich auch vor, dass sie im Zusammenhang mit der Pandemie flexibel bleiben wollen.

Gründe für die Inflation

Als Gründe für die steigende Inflation nennt sie höhere Lebensmittelpreise, Lieferkettenengpässe und einen Nachfragedruck. Hinzu dürften noch die Sanktionen, Energiepolitik und die gestiegenen Importpreise durch die Abwertung des Euros kommen. So hat die Inflationsrate in der Eurozone laut Eurostat im August 9,5 % erreicht und sich bereits über die ganze Wirtschaft ausgebreitet.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Weiter noch zeigen auch zahlreiche Konjunkturindikatoren schon die Auswirkungen der hohen Inflationsrate. So ist beispielsweise der Einkaufsmanagerindex der Eurozone unter 50 gesunken und steht deshalb nicht mehr auf Wachstum. Deshalb wird es umso schwieriger für die EZB, die Leitzinsen allzu stark anzuheben. Des Weiteren hat dies eine Abnahme des BIP zur Folge.

So erwartet die EZB für die kommende Jahre folgendes Wirtschaftswachstum für die EU:

2022: 3,1 %

2023: 0,9 %

2024: 1,9 %

Allerdings lassen sich einige dieser Probleme nicht mit einer Anpassung der Geldpolitik in den Griff bekommen. Denn durch diese wird keine neue Energie bereitgestellt, die Energiekosten reduziert oder die Dauer der Energiekrise verringert. Lediglich ein Absinken der Importpreise könnte für eine kleine Entlastung in der Eurozone sorgen.

Ausblick auf die Leitzinserhöhungen der EZB

Durch die hohe Verschuldung innerhalb des europäischen Währungsraumes können die Zinsen jedoch nicht so stark angehoben werden. Ansonsten würde es Staatspleiten viele Länder nach sich ziehen. Des Weiteren ist ein Zins von 1,25 % im Vergleich zu einer Inflationsrate von 9,5 % noch weit von einer neutralen Geldpolitik entfernt. Dennoch könnten psychologische Effekte für eine leichte Entlastung für den Euro sorgen.

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Simon Feldhusen

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Simon Feldhusen

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Bereits mit 18 Jahren kam ich das erste Mal mit der Börse in Berührung und beschäftige mich seit mehr als 6 Jahren täglich mit den Finanzmärkten, Wirtschaft und Politik sowie Unternehmertum.
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