Warum sich diese beliebten chinesischen Aktien zum Rendite-Grab entwickeln könnten

Die Aktien der großen chinesischen Internet-Giganten stecken in einer Krise. Trotz weiterhin sprudelnder Umsätze müssen viele von ihnen seit Mitte Februar Verluste hinnehmen. Die chinesische Regierung ist scheinbar unzufrieden mit der wachsenden Macht der größten Technologie- und E-Commerce-Konzerne des Landes. Sowohl für die betroffenen Unternehmen als auch für Anleger kann dies hochgefährlich werden.

Rund 16,5 Prozent hat die Alibaba-Aktie (ISIN: US01609W1027) seit Mitte Februar verloren. Für das Papier von Tencent (ISIN: KYG875721634) ging es im gleichen Zeitraum sogar um mehr als 19 Prozent nach unten. Die Aktie von JD.com (ISIN: KYG8208B1014) verlor ebenso viel. Sollte die chinesische Regierung jedoch Ernst machen, wären durchaus noch deutlich höhere Verluste möglich.

Zu groß für den Geschmack des Partei-Apparats

Ursprünglich sollte der Börsengang der Alibaba-Tochter Ant Group der größte aller Zeiten werden. Anfang November wurde jedoch bekannt, dass die Börse Shanghai das Vorhaben vorerst gestoppt hatte. Grund seien regulatorische Bedenken bei den zuständigen Behörden gewesen. Es war seit Langem der erste große Dämpfer für das erfolgsverwöhnte Alibaba. Tatsächlich sollte es jedoch nur der Auftakt für noch weitaus mehr Ungemach sein.

Im gleichen Zeitraum verschwand plötzlich auch Alibaba-Gründer Jack Ma aus der Öffentlichkeit. Schnell verbreiteten sich Gerüchte, Ma befände sich unter Hausarrest. Gegen Ende Januar tauchte Ma schließlich wieder auf. Beobachtern zufolge hatte er sich nach einem Treffen mit der chinesischen Parteiführung lediglich eine Zeit lang aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Grund für sein vermutlich wenig erfreuliches Treffen war wohl Kritik, welche Ma zuvor an der Art und Weise geübt hatte, wie der chinesische Beamtenapparat versuche, die Technologie-Branche zu dirigieren.

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In den folgenden Monaten begannen die zuständigen Behörden damit, ein Kartellverfahren gegen Alibaba einzuleiten. Das Unternehmen und sein illustrer Gründer sind der chinesischen Regierung offensichtlich zu groß und mächtig geworden. Doch ihr Zorn richtet sich dabei nicht nur gegen Alibaba. Auch die restlichen Digital-Riesen des Landes sind nun in ihren Fokus geraten.

Hohe Geldstrafen gegen Alibaba und Co.

In den vergangenen Wochen haben die chinesischen Behörden 12 Unternehmen – unter ihnen auch Größen wie Tencent und Baidu – zu Geldstrafen verurteilt. Grund hierfür waren stets Verletzungen von Anti-Monopol-Regeln.

Nun hat es Auch Alibaba erwischt. Der Internetkonzern muss eine Strafe in Höhe von umgerechnet 2,3 Milliarden Euro wegen Wettbewerbsverstößen zahlen. Es handelt sich dabei um die bisher höchste Geldstrafe, welche je gegen ein chinesisches Unternehmen verhängt worden ist.

Es sind jedoch nicht Geldstrafen, welche Unternehmen wie Alibaba, Tencent oder JD.com fürchten müssen. Wesentlich gefährlicher könnten sich Bestrebungen der Regierung erweisen, die Marktmacht der großen Konzerne durch eine gezielte Aufspaltungen zu brechen.

Drohen Aufspaltungen?

Berichten zufolge sind die chinesische Politik sowie die zuständigen Aufsichtsbehörden mit der Konzernstruktur diverser großer Internetunternehmen unzufrieden. Konkret geht es dabei um die großen und weitreichenden Tech-Plattformen, welche es Konzernen wie Alibaba oder JD.com ermöglichen, ihre Marktmacht auf weite Bereiche des Online-Handels geltend zu machen.

Die Absichten der chinesischen Regierung gehen jedoch noch weiter. So wurde vor einigen Wochen bekannt, dass Alibaba sich womöglich von seiner Mediensparte trennen muss. Alibaba besitzt den größten Streamingdienst des Landes sowie diverse Print- und Online-Publikationen. Zudem gehören dem Konzern Anteile an Weibo, Chinas populärster Social-Media-Plattform.

Dem Vernehmen nach macht sich die chinesische Führung Sorgen, Alibaba könnte einen zu großen Einfluss auf das Meinungsbild des Landes ausüben. Der Konzern von Jack Ma ist jedoch nicht der einzige chinesische Tech-Gigant, welcher seine Finger in der Medienlandschaft des Landes im Spiel hat. Laut einem Bericht von Bloomberg haben die chinesischen Aufsichtsbehörden nun auch ihr Augenmerk auf Tencent gelegt.

Wie weit die chinesische Regierung gegen Alibaba, Tencent und Co. vorgehen wird, lässt sich aktuell kaum abschätzen. Für Anleger birgt diese Entwicklung jedoch eine erhebliche Gefahr. Gegen den Willen von Chinas Machthabern kann im Reich der Mitte kein Unternehmen bestehen. Sollte es tatsächlich zu Aufspaltungen kommen, dürfte die Talfahrt der chinesischen Tech-Aktien gerade erst begonnen haben.

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