Was bedeutet die DAX-Erweiterung für DAX-ETFs?

Am 3. September wird die lange erwartete Aufstockung des DAX auf 40 Aktien endlich vollzogen. Während einige Aufsteiger schon so gut wie sicher sind, kämpfen andere noch um die verbliebenen Plätze. Doch was bedeutet die Erweiterung eigentlich für Besitzer eines DAX-ETFs?

Obwohl es bereits seit Jahren Kritik am DAX gab, bedurfte es erst dem Skandal um die Wirecard-Pleite, damit eine lange ersehnte Überarbeitung des Index endlich auf die Tagesordnung rücken konnte. Im vergangenen November wurde die wohl größte Veränderung in der bisherigen Geschichte des DAX auf den Weg gebracht. In deren Zuge wird der deutsche Leitindex in diesem September von 30 auf nunmehr 40 Unternehmen erweitert.

Welche Aufsteiger sind wahrscheinlich?

Eine Frage, welche Anleger seit Bekanntwerden der Entscheidung beschäftigt hat, ist natürlich, wer denn nun in den neuen, größeren DAX aufsteigen darf. Entscheidend hierfür ist die Marktkapitalisierung gemäß Free Float.

Dementsprechend wurde in den vergangenen Wochen und Monaten bereits viel gerechnet. Während einige Unternehmen bereits jetzt als relativ sichere Aufsteiger gelten, stehen andere wiederum noch auf der Kippe.

Eine an diesem Montag veröffentlichte Studie der Commerzbank benennt nun jene Aktien, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit im DAX 40 wiederfinden werden:

  • Airbus (ISIN: NL0000235190)
  • Brenntag (ISIN: DE000A1DAHH0)
  • HelloFresh (ISIN: DE000A161408)
  • Porsche-Automobil-Holding SE (ISIN:
  • Siemens Healthineers (ISIN: DE000PAH0038)
  • Sartorius (ISIN: DE0007165631)
  • Symrise (ISIN: DE000SYM9999)
  • Zalando (ISIN: DE000ZAL1111)

Etwas unsicherer stehen aktuell noch die Chancen für Puma (ISIN: DE0006969603), Beiersdorf (ISIN: DE0005200000), Qiagen (ISIN: NL0012169213) und die Hannover Rück (ISIN: DE0008402215).

In Anbetracht der sicheren und möglichen Aufsteiger dürfte der künftige DAX eine etwas bessere Sektordurchmischung aufweisen, als dies aktuell noch der Fall ist. Vor allem die Bereiche Gesundheit und Medizintechnik könnten mit Siemens Healthineers, Sartorius und Qiagen an Bedeutung gewinnen.

Unter Umständen könnte die Zahl der Aufsteiger sogar noch höher ausfallen. Derzeit ist die Aktie des Chemie-Unternehmens Covestro nämlich akut abstiegsgefährdet. Die Hoffnung, dass mit der Fusion zwischen Vonovia und Deutsche Wohnen noch ein weiterer Platz in der deutschen Börsenelite frei wird, hat sich hingegen vorerst zerschlagen.

DAX-ETF-Anleger können entspannt bleiben

Die Erweiterung des DAX wird selbstverständlich auch Auswirkungen auf die entsprechenden DAX-ETFs haben. Wer sich diesbezüglich bereits Sorgen gemacht hat, kann jedoch ganz entspannt bleiben. Die Umstellung wird vollkommen automatisch erfolgen.

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Die Berechnung des DAX wird am 3. September umgestellt, sodass auch die Werte der neuen Aktien anteilig mit einfließen. Am Punktestand des DAX ändert sich dabei nichts. Lediglich die Gewichtung wird angepasst. Den entsprechenden Umbau beim eigenen DAX-ETF werden Anleger nicht merken.

Mit Wertschwankungen nach der Umstellung ist derzeit nicht zu rechnen. Grundsätzlich wird der DAX mit einer größeren Zahl an abgebildeten Werten und einer etwas besseren Sektoraufteilung eher weniger schwankungsanfällig.

Als realistischer hatten Experten hingegen gewisse Schwankungen beim MDAX in den Monaten vor der Umstellung eingeschätzt. Der Hintergrund: Institutionelle Investoren haben die vergangenen Monate bereits genutzt, um ihre Positionen bei den wahrscheinlichen Aufsteigern auszubauen. Dies hat womöglich dazu beigetragen, dass der MDAX zuletzt nochmals deutlich besser performt hat als der DAX.

Allerdings könnte sich die Umstellung in Zukunft auch durchaus nachteilig auf MDAX-ETFs auswirken. Während der DAX nämlich auf 40 Unternehmen aufgestockt wird, sinkt die Zahl der Unternehmen im MDAX von 60 auf 50. Besonders problematisch ist dabei, dass ausgerechnet die größten Werte verschwinden.

In Zukunft wird der MDAX dadurch noch stärker von mittleren und kleinen Werten dominiert. Da diese bekanntermaßen oft volatiler sind, könnte auch der MDAX instabiler werden. Allerdings dürfte sich die Volatilität realistisch gesehen vermutlich dennoch in Grenzen halten. Auch der SDAX ist schließlich vergleichsweise gut durch die letzte Krise gekommen.

Diversifikation im DAX bleibt vergleichsweise gering

Einer der Hauptgründe für die Aufstockung des DAX war der Wunsch nach einer größeren Diversifikation beim wichtigsten Börsenindex Deutschlands. Experten haben sich diesbezüglich jedoch bereits erneut kritisch geäußert. Allzu groß dürfte die Veränderung nämlich trotz der zehn zusätzlichen Werte nicht ausfallen.

Während Börsenschwergewicht Airbus ab September rund 5 Prozent des DAX ausmachen wird, werden die übrigen neun Aufsteiger zusammen vermutlich gerade einmal auf 8 Prozent kommen. Insgesamt betrachtet hält sich die Veränderung in der Zusammensetzung des DAX damit eher in Grenzen.

Im Vergleich zu den weltweiten Schwergewichten wie dem S&P 500 oder gar dem MSCI World mit seinen über 1.600 Titeln wird der DAX auch in Zukunft deutlich abfallen. Als Kern-Investment eignet sich der neue DAX 40 damit ebenso wenig wie der alte DAX 30. Stattdessen dürfte er auch weiterhin eher nur als Ergänzung des eigenen Portfolios wirklich sinnvoll sein.

Dennoch dürfte sich die Aufstockung insgesamt betrachtet eher positiv auf die Performance der einzelnen DAX-ETFs auswirken. Viele der Neueinsteiger konnten in den vergangenen Jahren mit einem starken Kurswachstum überzeugen. Wer also ohnehin einen DAX-ETF im Depot hat, oder vorhatte, in einen solchen zu investieren, kann der Aufstockung im September optimistisch entgegenblicken.

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Florian Schulze hat einen Abschluss in internationaler Politik und Wirtschaftspolitik und studiert derzeit Mathematik. ETFs, Aktien und Kryptowährungen sind seine Leidenschaft.

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