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Sektorrotation mit ETFs – Schlaue Strategie oder risikoreiches Unterfangen?

Sowohl Wirtschaft als auch Börse sind dem Konjunkturzyklus unterworfen. Während der Aufschwungphase steigen die Umsätze und mit ihnen auch die Kurse. In der Abschwungphase verhält es sich jedoch genau gegensätzlich. Mit der sogenannten Sektorrotation lassen sich während Auf- und Abschwung durchaus Gewinne optimieren und Verluste verringern. Was genau steckt dahinter und worauf muss man als Anleger besonders Acht geben?


Konjunkturelles auf und ab

Der Konjunkturzyklus bestimmt auch an der Börse in entscheidendem Maße das Geschehen. Befindet sich die Wirtschaft in einem lang anhaltenden Aufschwung, herrscht an der Börse üblicherweise ein Bullenmarkt. In einer solchen Situation ist es für Anleger recht einfach, hohe Gewinne zu erzielen, da die Kurse breitflächig steigen.

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Früher oder später kommt jedoch jeder Aufschwung einmal zum Erlahmen. Wenn sich der Boom dem Ende neigt und die Konjunktur sich abkühlt, bekommen dies auch Anleger an der Börse zu spüren. Während eines Abschwungs verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen und die Kurse werden entsprechend in Mitleidenschaft gezogen. Besonders dramatisch ist diese Entwicklung, wenn es zu einem Börsen-Crash kommt.

Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont können solche Abschwünge zumeist einfach aussitzen. Auf lange Sicht werden die Verluste während des Abschwungs aller Wahrscheinlichkeit nach während des nächsten Aufschwungs wieder wettgemacht. Negativ auf die Rendite wirkt sich diese Phase des Konjunkturzyklus jedoch dennoch aus. Mit der Sektorrotation existiert jedoch eine spezielle Strategie, die darauf abzielt, den beständigen Konjunkturzyklus optimal für die eigene Anlage zu nutzen.


Zyklische und anti-zyklische Sektoren

Um zu verstehen, wie die Sektorrotation genau funktioniert, muss man wissen, worin sich die verschiedenen Sektoren unterscheiden. Generell lassen sich die meisten Sektoren in zwei unterschiedliche Kategorien einteilen. Man spricht von sogenannten zyklischen und anti-zyklischen Sektoren.

Zyklische Sektoren bestehen aus Branchen, welche in hohem Maße vom Konjunkturzyklus beeinflusst werden. In Phasen des Aufschwungs boomen diese Sektoren ganz besonders. Bricht die Konjunktur hingegen ein, gehören Unternehmen aus diesen Sektoren meist zu den großen Verlierern. Zu den zyklischen Sektoren gehören die Rohstoff-, Bau- und Investitionsgüterbranche. Auch viele Industrieunternehmen und die Automobilbranche sind in hohem Maße von der Konjunktur abhängig.

Im Gegenzug dazu sind anti-zyklische Sektoren weitaus weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen. Hierzu gehören beispielsweise Versorger, Hersteller von Basiskonsumgütern und Nahrungsmitteln, Telekommunikationsunternehmen sowie die Pharma- und Gesundheitsbranche. Sie alle stellen Güter und Dienstleistungen zur Verfügung, deren Nachfrage kaum oder überhaupt nicht von der jeweiligen wirtschaftlichen Entwicklung abhängt. Nahrungsmittel und medizinische Leistungen werden immer benötigt. Die Nachfrage nach teuren Autos und neuen Produktionsmaschinen steigt und fällt jedoch mit der Konjunktur.

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Die Sektorrotation folgt der konjunkturellen Entwicklung

Anstatt Aktien aus allen Sektoren im Portfolio zu haben, um Chancen und Risiken gleichmäßig zu verteilen, passen Anleger ihr Portfolio mit der Sektorrotation im Laufe der Jahre immer wieder der jeweiligen Konjunkturphase an. Während der Aufschwungphase setzt man also soweit wie möglich auf Unternehmen aus zyklischen Branchen, da diese gerade am meisten profitieren. Auf diese Weise ist es möglich, in dieser Zeit höhere Gewinne zu erzielen als mit einer herkömmlichen breiten Streuung.

Deutet sich hingegen ein Abschwung an, wird eine Umschichtung vorgenommen. In den Fokus rücken nun eher defensive Titel. Basiskonsumgüterhersteller und Versorger verzeichnen nicht die gleichen Umsatzschwankungen wie viele andere Wirtschaftsbereiche. Anti-zyklische Branchen gelten während des Abschwungs vielfach als sichere Häfen für Anleger. Zwar lässt sich damit ein Verlust nicht unbedingt vermeiden. Jedoch kann dieser mit dem richtigen Timing merklich reduziert werden.


Die Herausforderung des Market-Timings

Genau hier liegt jedoch auch die größte Herausforderung der Sektorrotation. Diverse Studien haben gezeigt, dass diese Strategie durchaus Erfolge erzielen kann. Mit ihr lassen sich einerseits Gewinne maximieren und andererseits Verluste minimieren. Damit dies jedoch auch wie gewünscht funktioniert, müssen Anleger den Wechsel der konjunkturellen Phasen richtig abpassen.

Letztlich läuft bei der Sektorrotation also alles auf das Market-Timing hinaus. Gerade ETF-Anleger sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie in diesem Fall von einer passiven in eine aktive Anlagestrategie wechseln müssen. Die konkrete Gefahr hierbei ist natürlich, dass es nicht immer sofort ersichtlich ist, wann die Konjunktur in Fahrt kommt oder wann sie sich abkühlt.

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Selbstverständlich gibt es zahllose Statistiken, Konjunkturbarometer, Prognosen und Expertenaussagen, die einzig und allein den Zweck haben, die konjunkturelle Entwicklung richtig vorherzusagen. Allerdings können bestimmte Restzweifel hierbei nie gänzlich ausgeräumt werden. Manchmal entpuppt sich eine drohende konjunkturelle Abkühlung beispielsweise nur als ein vorübergehendes Zwischentief.

Genaue Vorhersagen sind besonders dann schwierig, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreffen und zu einer plötzlichen Wirtschaftskrise führen. Sowohl die Finanzkrise als auch der Corona-Crash kamen für Experten unvermittelt. Einige Wochen vorher gab es durchaus warnende Stimmen. Doch den genauen Zeitpunkt eines Crashs kann niemand vorhersagen. Dies bedeutet jedoch letztlich, dass Anleger, die eine Sektorrotation verfolgen, der Konjunktur hinterherlaufen, anstatt vorausahnend anzulegen.

Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass die Sektorrotation für Privatanleger nicht zweckmäßig ist. Allerdings sollte man sich über die Risiken im Klaren sein. Wer die Konjunktur richtig ausnutzen möchte, muss im Zweifelsfall mehr Zeit investieren und auch zu aktiverem Handeln bereit sein.


Branchen-ETFs eignen sich am besten

Aufgrund ihrer zyklischen Natur nötigt die Sektorrotation Anlegern ein häufigeres Umschichten ab. Die ist natürlich auch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Langfristig gleichen sich diese zwar theoretisch durch die bessere Performance mehr als wieder aus. Dennoch sollte man die Kostenseite stets im Blick haben. Zudem reagieren auch innerhalb zyklischer/anti-zyklischer Sektoren einzelne Unternehmen nach wie vor unterschiedlich auf konjunkturelle Entwicklungen.

Die beste Möglichkeit, eine solche Strategie umzusetzen, bieten daher Branchen-ETFs. Sie erlauben es Anlegern, breit gestreut in die jeweils gewünschten Branchen einzusteigen. Auf diese Weise können Einzelrisiken minimiert werden. Unabhängig von der Situation einzelner Unternehmen reagieren Sektoren als Ganzes relativ vorhersehbar mit Blick auf die jeweilige Konjunkturphase.

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Zudem bieten ETFs den Vorteil, dass das regelmäßige Umschichten weniger aufwendig und kostenintensiv ist, da immer nur eine Handvoll Positionen ausgetauscht werden müssen. Allerdings sind zahlreiche branchenspezifische ETFs mit höheren laufenden Kosten verbunden, als dies bei breiten oder länderspezifischen Indexfonds der Fall ist.

Für wen eignet sich die Sektorrotation?

Ob sich die Sektorrotation letzten Endes wirklich für bestimmte Anleger eignet, hängt davon ab, welchen Anlagehorizont diese haben und welche Anlageziele sie jeweils verfolgen. Grundsätzlich lässt sich diese Strategie eher mit einem mittelfristigen Anlagehorizont vereinbaren. Wer vorhat, mehrere Jahrzehnte auf ein Vermögen hinzuarbeiten, sollte sich bewusst sein, dass bis dahin vermutlich mehr als ein Konjunkturzyklus erfolgreich gemeistert werden muss.

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Für Anleger, die am liebsten abwarten und ihre Investments auf sich alleine gestellt arbeiten lassen, ist diese Strategie sicher nichts. Letztlich stellt sie eine Art Mischung aus aktiver und passiver Anlagestrategie dar, sofern sie in Kombination mit ETFs angewendet wird. Sie verbindet damit zwar die Stärken von beiden. Beinhaltet jedoch auch diverse Schwächen.

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