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Die 5 größten ETF-Fallen: Was Sie unbedingt vermeiden sollten

Wer mit dem Gedanken spielt in ETF zu investieren, der sollte bedenken, dass nicht jeder ETF gleich ist. Die Auswahl des richtigen ETF ist entscheidend für den Investitionserfolg. In den folgenden Abschnitten erläutern wir, welche 5 großen Fallen es bei ETF zu vermeiden gilt.


Falle 1: Nicht vom Namen täuschen lassen

Es reicht nicht, wenn der Anleger sich einen ETF nur oberflächlich anschaut. Der Name eines ETF ist nämlich nicht immer Programm. Ein gutes Beispiel hierfür ist der MSCI World. Viele Investoren nehmen im ersten Moment an, es handle sich hierbei um einen ETF, der die ganze Welt abdeckt. Auch in einigen Finanzmagazinen wird der MSCI World als Welt-ETF dargestellt. Und wenn man sich die abgedeckte Marktkapitalisierung anschaut stimmt das auch. Der MSCI World deckt 85 % der weltweiten Marktkapitalisierung ab. Der Haken?

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Diese Marktkapitalisierung verteilt sich auf gerade einmal 23 Nationen. Faktisch deckt der MSCI World also nur 23 von 194 Ländern ab. Sind das möglicherweise die 23 wichtigsten Länder? Ja! Aber ist es die ganze Welt? Nein! Und wenn man ehrlich ist, dann muss man zugeben, dass niemand in eine Glaskugel schauen und die Zukunft voraussagen kann. Niemand weiß, wie relevant eines dieser kleinen Länder in zehn oder zwanzig Jahren sein wird.

Falle 2: Unterschiedliche Kosten für das gleiche Produkt

Das ETF-Universum ist mittlerweile ebenso unübersichtlich wie die Auswahl an aktiven Fonds oder Einzeltiteln. Woran liegt das? Wie der Index sich zusammensetzt, wird von jedem Anbieter der Indexfonds selbst bestimmt. Natürlich gibt es bestimmte Richtlinien und am Ende des Tages sind sich alle Welt-ETF sehr ähnlich. Gerade wenn man sich aber die Kosten anschaut, gibt es doch große Abweichungen. Während der MSCI World schon für eine Kostenquote von knapp 0,2 % pro Jahr zu erhalten ist, gibt es einige ähnliche Indexfonds, die sich in einem Kostenbereich zwischen 0,8 % und 1 % jährlich bewegen. Die Erklärung für die Ursachen dieser Kosten würde hier den Rahmen sprengen, aber die Auswirkungen auf das Investmentergebnis muss sich jeder Anleger vor Augen führen. Ein hypothetischer Renditeverlust von 0,7 % jährlich kann einem langfristigen Sparer schnell 100.000 Euro Verlust auf sein Endvermögen bringen. Die geringen Kosten sind ja gerade das Hauptargument, welches häufig gegenüber den Vertretern aktiver Ansätze angeführt wird. Und die Wissenschaft gibt den ETF Vertretern recht. In der Vergangenheit hat es kaum ein aktiver Fonds geschafft seinen passiven Konkurrenten auf den gleichen Index langfristig zu schlagen. Daher sollten Anleger bei dem Thema Kosten auch innerhalb des ETF Universums konsequent bleiben.

Falle 3: Nicht wissen, wann zwei Produkte gleich sind

Im vorherigen Abschnitt wurde über Kosten geredet und darüber, wie wichtig es ist diese zu vermeiden. In diesem Absatz wollen wir uns anschauen, wann höhere Kosten sich doch lohnen können. Es gibt Indexfonds, die weltweit investieren und auf den ersten Blick einem Welt-ETF sehr ähnlich sind. Auch der Name dieser beiden ETF ist unter Umständen fast gleich. Wie kann es dann sein, dass sich ein Investment in den teureren ETF trotzdem lohnen kann? Auch hier kommt es wieder auf den Inhalt an. Wenn bei einem Fonds, am Ende des Namens, die Worte Small Caps vorkommen, dann handelt es sich hier möglicherweise zwar um einen Welt-ETF, aber Unternehmen wie Facebook, Amazon oder Apple wird man dort vergeblich suchen. Der ETF investiert in kleinere Unternehmen mit höherem Wachstumspotenzial. Es ist wissenschaftlich belegt, dass diese Unternehmen, zumindest über längere Zeiträume, größere Renditen erwirtschaften können. Diese Mehrrendite rechtfertigt auch die höheren Kosten, die der erhöhte Rechercheaufwand für die Indexbildung mitbringt.


Falle 4: Nicht mit der Zeit arbeiten

ETF sind eine sehr gute Möglichkeit, um in die Finanzmärkte zu investieren. Eine Wunderwaffe, die alle Grundregeln des Investierens außer Kraft setzt, sind sie aber nicht. Bei jedem Kauf eines ETF oder einer anderen Geldanlage muss bedacht werden, dass die Renditeerwartungen immer langfristig zu betrachten sind. Wenn ein Investmentspezialist eine erwartete Rendite von 7-8 % ausspricht, dann ist das keine Vorhersage dafür, was in den nächsten 1-2 Jahren passieren wird. Es ist als eine langfristige jährliche Renditeerwartung, über einen Zeitraum von zwanzig bis dreißig Jahren, zu verstehen. Wer in ETF investieren möchte, der darf das Geld, welches er für diese Investition einsetzt, nicht verplant haben. Investitionen, die man nach wenigen Jahren für einen Hauskauf, eine Weltreise oder sonstiges braucht, sind nicht für Investments in ETF oder andere Aktienprodukte geeignet. So banal dieser Hinweis jetzt möglicherweise klingen mag. Die meisten Verluste am Aktienmarkt werden deshalb realisiert, weil der Anleger nicht vernünftig geplant hat. Er braucht das Geld doch früher als erwartet, hat unerwartete Ausgaben die er nicht decken kann, oder hat es schlichtweg nicht geschafft, die zwischenzeitlich aufgetretenen Verluste zu verkraften. Jeder ETF-Kauf sollte als eine langfristige Investition betrachtet werden.

Falle 5: Die wirklichen Inhalte der ETF nicht kennen

Die fünfte Falle gehört eigentlich zu Falle 1, hat aber einen besonderen Hintergrund. Selbst wenn zwei ETF einen identischen Namen haben, können die Inhalte dennoch vollkommen unterschiedlich sein. Einen Hinweis darauf, ob tatsächlich in den angegebenen Index investiert wird, gibt der Blick auf die Replizierungsart. Die Replizierung wird in zwei Kategorien unterteilt.

1) physisch
Wenn ein Indexfonds physisch repliziert wird, dann bedeutet das nichts anderes, als ein indexgetreuer Einkauf der Einzeltitel. Aus pragmatischen Gründen wird auch hier häufig nicht jeder Titel aus dem Index gekauft. Auf finanzmathematischer Basis wird ein Einkaufsmodell erstellt, das letztlich die gleiche erwartete Entwicklung wie der gesamte Index hat. Die Anbieter der ETF vermeiden den Kauf aller Titel, da das mit hohen Kosten verbunden wäre, die letztlich der Anleger tragen müsste.

2) synthetisch
Das Gegenstück zum physisch replizierenden Indexfonds ist der synthetisch replizierende Indexfonds. Bei einem synthetischen Fonds befindet sich nur ein kleiner Teil, unter Umständen sogar keine Titel, des zugrundeliegenden Index in dem Fonds. Der Fondsanbieter kauft stattdessen sogenannte Derivate ein. Derivate sind, einfach ausgedrückt, Ersatzprodukte, die eine ähnliche Renditeerwartung wie der Index haben. Warum macht ein Fondsanbieter das? Mit den Ersatzprodukten hat er die Chance auf eine höhere Rendite, die nicht an die Investoren weitergegeben werden muss.


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