MSCI World: So performte der Weltindex in letzter Zeit

Rund ein Jahr nach dem Crash blickt der MSCI World auf bewegte 12 Monate zurück. Nachdem sich der Index in den ersten Monaten nach dem Crash überraschend schnell wieder erholt hatte, setzte zwischen September und Oktober ein banges Auf und Ab ein. Im November war der MSCI World abermals richtig durchgestartet. Doch wie performt der Index im laufenden Jahr? Eine Entwicklung weist tatsächlich eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Vorjahreszeitraum auf.

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Starke Entwicklung seit November

Mit viel Spannung war die Entscheidung bei der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 erwartet worden. In den Tagen unmittelbar nach der Wahl schien es tatsächlich zu der vorab befürchteten Hängepartie zu kommen. Den Börsenkursen machte dies jedoch nichts weiter aus. Die Wahl wurde stattdessen zum Startschuss für einen erneuten steilen Kursanstieg an den Börsen.

Auch der MSCI World performte in den folgenden Monaten sehr stark. Zwischen Anfang November und Ende Dezember kletterte der Kurs des Weltindex um rund 17,3 Prozent. Selbst der bis dahin kaum einzuholende NASDAQ 100 kam über den gleichen Zeitraum lediglich auf einen Kursanstieg von ca. 16,2 Prozent.

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Ein entscheidender Faktor für diese Entwicklung waren auch die diversen Impfstoffe, welche in diesem Zeitraum erfolgreich zu Ende entwickelt werden konnten. Sie sorgten dafür, dass erstmals so etwas wie Hoffnung aufkam, die Pandemie und die mit ihr einhergehenden Einschränkungen könnten auf absehbare Zeit ein Ende haben.

Dadurch stiegen nun auf einmal auch in Branchen die Kurse, die bis zu diesem Zeitpunkt zu den großen Verlierern der Pandemie gehört hatten. Dazu gehörten u. a. der Banken-Sektor sowie der Energie-Sektor.

Der Januar konnte seine anfänglichen Versprechungen nicht erfüllen

Eine bekannte Börsenweisheit besagt, dass die Kursentwicklung im Januar bereits einen zuverlässigen Ausblick auf das restliche Börsenjahr zulassen würde. Statistisch gesehen trifft dies zwar öfter zu, als dass es nicht stimmt. Allerdings gibt es genug Ausweicher, um dem restlichen Jahr auch weiterhin mit Spannung entgegenzublicken. Zum Glück, möchte man sagen.

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Zwar verlief die erste Januarwoche durchaus verheißungsvoll. Danach sollte dem MSCI World jedoch die Luft ausgehen und es kam die nächsten zwei Wochen über mehr oder weniger zu einer Seitwärtsbewegung. Zu allem Überdruss brach der Kurs in der letzten Januarwoche stark ein, sodass Anleger zum Ende des Monats wieder dort standen, wo sie zu Jahresbeginn angefangen hatten.

Kurskorrektur im Februar

Im zurückliegenden Jahr gehörten die Tech-Werte zu den größten Gewinnern der Erholung. Spätestens mit Beginn der zweiten Jahreshälfte sollten sich auch zahlreiche Papiere aus den Bereichen erneuerbare Energien und Elektromobilität zu ihnen hinzugesellen. Angetrieben wurde dieser Hype nicht zuletzt auch von zahlreichen sehr jungen Anlegern, welche den Crash im Frühjahr genutzt hatten, um ihre ersten Schritte in der Welt der Wertpapieranlagen zu wagen.

In den folgenden Monaten kletterten die Kurse in immer atemberaubendere Höhen. Dies veranlasste eine wachsende Zahl an Experten dazu, vor einer sich bildenden Blase zu warnen. So mancher Analyst sah bereits einen abermaligen Crash auf die Börsenlandschaft zukommen. Spätestens im Februar sollte es nun tatsächlich zu der lang erwarteten Kurskorrektur kommen. Glücklicherweise fiel der von manchen erwartete Börsenkataklymus diesmal flach.

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Es waren vor allem die Werte aus dem Tech-Sektor sowie diverse alternative Energiewerte, welche die Kurskorrektur zu spüren bekamen. Der NASDAQ 100 verlor zwischen Mitte Februar und der ersten Märzwoche rund 10 Prozent seines Wertes. Einige besonders hoch gehypte Papiere wie beispielsweise Tesla mussten jedoch deutlich höhere Verluste im Bereich von 30 Prozent oder noch mehr wegstecken.

Zwar verlief diese Periode auch für so manch anderes Börsensegment nicht reibungslos. Im Großen und Ganzen verkraftete der MSCI World diese Phase des Pessimismus – oder Rückkehr zur Normalität aus Sicht mancher – deutlich besser. Über den gleichen Zeitraum belief sich sein Verlust gerade einmal auf ca. 4 Prozent.

Rückkehr zur Form im März

Vom Timing her weist die Kurskorrektur im Februar tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Crash im vergangenen Jahr auf. Auch wenn die Fallzahlen aktuell aufgrund der britischen Virusmutante wieder steigen, sind die aktuellen Vorzeichen jedoch ganz andere.

Laut EU-Konjunkturprognose dürfte die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr um rund 3,7 Prozent wachsen. Für China sagen Ökonomen sogar ein Wachstum zwischen 8 und 9 Prozent voraus. Die Weltwirtschaft steht 2021 vor einer massiven Erholung. In bestimmten Weltteilen – allen voran Ostasien – schicken sich die Wirtschaften bereits wieder an, auf Hochtouren zu laufen. Zwar hinken die westlichen Industriestaaten dem noch etwas hinterher. Spätestens zur zweiten Jahreshälfte soll die Konjunktur aber auch dort anziehen.

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Damit stehen die Zeichen an den Börsen für die kommenden Monate eher auf Wachstum. Hierüber kann auch die aktuelle Kurskorrektur im Februar nicht hinwegtäuschen. Der MSCI World verzeichnet dementsprechend bereits seit Anfang März wieder ein starkes Wachstum. Seit dem 4. März hat der Index um rund 3,7 Prozent zugelegt. Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei anderen Indizes wie dem S&P 500 oder dem DAX zu beobachten.

Angetrieben wird die positive Entwicklung dabei besonders von zuvor eher schwach performenden Value-Werten aus den Industrie- und Energie-Sektoren. Besonders die Öl- und Gasbranche erlebt derzeit eine wahre Renaissance. Im Angesicht der rapide steigenden Nachfrage fahren die Multis ihre Produktionskapazitäten wieder hoch. In der Industrie rechnet man derweil mit zahlreichen neuen Aufträgen. Einige Segmente wie beispielsweise die Autobranche wissen bereits jetzt über sich füllende Auftragsbücher zu berichten.

Auch die Schwächephase des Tech-Sektors scheint mittlerweile wieder überwunden zu sein. Dementsprechend dürfte auch der NASDAQ 100 bald wieder für eine starke Performance sorgen. Der MSCI World wiederum wird in diesem Jahr sicherlich noch den ein oder anderen Kursrekord aufstellen, so wie er es auch in der Vergangenheit stets getan hat. Auf die letzten zehn Jahre betrachtet fällt dabei auch der vergangene Crash bereits kaum mehr ins Gewicht.

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