3 große Index-Anbieter werfen chinesische Aktien aus ihren Indizes

Nachdem bereits FTSE Russel und S&P Dow Jones eine Reihe chinesischer Aktien aus ihren Indizes verbannt hatten, folgt nun mit MSCI auch der dritte bedeutende Indexanbieter. Für Anleger, die eine Investition im chinesischen Markt ins Auge fassen, ist diese Entwicklung durchaus mit Sorge zu betrachten.
Anlass für diesen Schritt war eine Executive Oder von US-Präsident Donald Trump vom 12. November. Darin untersagte er US-amerikanischen Investoren, in eine Reihe von chinesischen Unternehmen zu investieren, welche nach Ansicht der US-Administration in der Aufrüstung des chinesisches Militärs involviert sind. Demnach würden diese Unternehmen eine unmittelbare Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstellen.

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Entscheidung nach umfassendem Konsultationsprozess

Sowohl FTSE Russel wie auch S&P 500 hatten sich nach internen Besprechungen zu diesem Schritt entschlossen. MSCI hatte sich hingegen über die vergangenen Wochen hinweg Feedback von einer großen Zahl von Marktteilnehmern eingeholt. Ziel war es, herauszufinden, welchen Einfluss das Verbot auf die Investmentprozesse seiner Nutzer haben würde.

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Laut eigener Aussage hätten rund 100 Marktteilnehmer MSCI mitgeteilt, dass ihre Investitionen im Zusammenhang mit MSCI-Indizes durch die Executive Order beeinflusst worden wären. Um sicherzustellen, dass die eigenen Produkte auch weiterhin ohne Einschränkungen von US-Fonds und Investoren benutzt werden können, habe man sich schließlich dazu entschlossen, die besagten Unternehmen ebenfalls aus den eigenen Indizes zu verbannen.

Neben den großen Indexanbietern hat auch die beliebte Trading-App Robinhood mittlerweile reagiert. Nutzer sind demnach nicht länger in der Lage, die betroffenen Aktien zu handeln.
Auswirkungen halten sich vorerst in Grenzen

Laut Analysten dürfte der Großteil der Anleger von diesem Schritt nicht übermäßig betroffen sein. Der Anteil der betroffenen Unternehmen am MSCI ACWI IMI Index liegt lediglich bei 0,04 Prozent. Auch der MSCI EM IMI Index ist mit 0,28 Prozent nur geringfügig betroffen.

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Durch die Executive Order werden insgesamt 31 chinesische Aktien auf die Schwarze Liste gesetzt. Im Falle von MSCI mussten lediglich sieben davon tatsächlich entfernt werden. Der Rest wurde bereits vorher nicht in den betreffenden Indizes geführt. Allerdings lässt die Anordnung auch Spielraum offen, um noch weitere chinesische Unternehmen zu verbieten. Dadurch könnte die Zahl der betroffenen Aktien auf bis zu 89 steigen.

Investoren setzen weiterhin auf China

Die Entscheidungen der Indexanbieter war letztlich auf den Wunsch einer Vielzahl an Marktteilnehmern zurückzuführen. Laut Drew Bernstein, Vize-Vorsitzender von MarcumBP, welches zahlreiche chinesische Unternehmen berät, deutet dies darauf hin, dass das Interesse von Investoren, sich stärker in China zu engagieren, durchaus von geopolitischen Entwicklungen ausgebremst werden kann.

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Gleichzeitig vertritt er die Meinung, dass der Hunger auf den chinesischen Markt bei westlichen Anlegern trotz dieses Rückschlags weiterhin groß bleiben wird. MSCI erwägt aktuell, einen separaten Index aufzulegen, welcher die betreffenden Unternehmen weiterhin enthält. Dadurch würden zumindest Investoren außerhalb der USA weiterhin in diese investieren können. Zudem befeuerte diese Entwicklung Rufe, der chinesische Markt sollte generell aus dem Schwellenland-Segment ausgegliedert werden.
Entspannung oder Auftakt für mehr?

Gleichzeitig handelt es sich hierbei um eine deutliche Warnung für institutionelle Investoren und Privatanleger zugleich. Selbst viele Experten waren von der Geschwindigkeit, mit welcher die chinesischen Aktien aus den Indizes verschwanden, überrascht. Es war das erste Mal, dass die US-Regierung einen direkten Schritt auf dem Kapitalmarkt gegen die chinesische Wirtschaft einleitete.

Zwar dürfte sich der Tonfall Washingtons mit der Amtsübernahme von Joe Biden etwas abmildern. Dass dies jedoch zu einer fundamentalen Entspannung zwischen den USA und China führen wird, gilt als eher unwahrscheinlich. Mittel- bis langfristig befinden sich die beiden Länder auf einem geopolitischen Konfrontationskurs. Dass sich dies früher oder später auch zunehmend auf den Aktienmarkt auswirken könnte, muss spätestens ab jetzt jedem Anleger klar sein.

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