Cloud-Computing-ETFs gewinnen durch Krise an Bedeutung

Seit dem Ausbruch der Pandemie ist es aufgrund von Ausgangsverboten und sozialer Distanzierung zu gravierenden Änderungen in der Arbeitsweise vieler Unternehmen gekommen. Videokonferenzen und Digitalisierung haben schlagartig an Bedeutung gewonnen. Davon profitieren derzeit vor allem Anbieter von Cloud-Computing. Anleger können über eine Reihe von ETFs an diesem Erfolg teilhaben.
Home-Office und Kontaktsperre verändern die Arbeitswelt

Auch wenn sich die Ausbreitung in einigen westlichen Ländern zu verlangsamen scheint, ist der Höhepunkt der Pandemie laut Expertenmeinung noch nicht erreicht. Die zunehmend restriktiver werdenden Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren haben dazu geführt, dass eine große Zahl an Unternehmen Änderungen an ihren Arbeitsabläufen vorgenommen haben.

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An Geschäftsreisen und persönliche Meetings ist in diesen Zeiten nicht zu denken. An ihrer statt sind vermehrt Videokonferenzen und die weltweite Zusammenarbeit über digitale Kanäle getreten. Auch das Konsumverhalten vieler Menschen sowie der Lehrbetrieb haben sich in den vergangenen Wochen rapide verändert. Fernstudium und Online-Klassen haben einstweilen Präsenzveranstaltungen ersetzt und der Gang zum Einkaufszentrum wird durch Online-Shopping abgelöst.

Die Cloud macht es möglich

Ermöglicht werden diese Entwicklungen durch die wachsenden Kapazitäten im Bereich des Cloud-Computing. Darunter wird eine IT-Infrastruktur verstanden, welche von Firmen und Personen auf der ganzen Welt über das Internet genutzt werden kann. Die Cloud erlaubt es dabei, auf große Mengen an Daten sowie Programme direkt über das Netz zuzugreifen. Diese müssen hierfür nicht länger auf den lokalen Endgeräten gespeichert werden. Der große Vorteil für Unternehmen ist, dass sie nicht für eine eigene, umfassende IT-Infrastruktur sorgen müssen.
Stattdessen können sie je nach Bedarf auf die Dienste eines Cloud-Anbieters zurückgreifen. Viele Experten betrachten Cloud-Computing als eine zukunftsweisende Technologie, die in den kommenden Jahren, nicht zuletzt auch aufgrund der zunehmenden Digitalisierung, immer mehr an Bedeutung gewinnen wird.

Wachsender Bedarf an Cloud-Computing

Wie es scheint, beschleunigt der derzeitige Ausbruch des Coronavirus diese Entwicklung nun rapide. Dies zeigt sich am deutlichsten an den steil in die Höhe schießenden Nutzungszahlen, welche viele Cloud-Anbieter zurzeit verzeichnen. Microsoft vermeldete in den Regionen, welche von Ausgangsbeschränkungen betroffen sind, einen Anstieg von unglaublichen 775 % bei der Nutzung seiner Cloud-Dienstleistungen. Dies ist umso bemerkenswerter, da das US-Unternehmen mit einem Marktanteil von 11,7 % bereits vor der Krise der Branchenprimus im Bereich Cloud-Computing gewesen ist.

Jedoch steht Microsoft bei dieser Entwicklung keineswegs alleine da. Auch andere Riesen der Branche wie Amazon, Google oder IBM verzeichnen gewaltige Sprünge bei den Nutzerzahlen ihrer Dienste. Hangouts Meet, das Videokonferenz-Werkzeug von Google, registrierte beispielsweise in den vergangenen Monaten einen Zuwachs von rund 60 %. Auch die Videokonferenz-Plattform Webex von Cisco wurde im März im Vergleich zum Vormonat rund doppelt so häufig genutzt. Noch beeindruckender ist der Anstieg beim Konkurrenten Zoom Video Communications, dessen tägliche Nutzerzahlen um 378 % angestiegen sind.

Um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, sind viele Anbieter derzeit bemüht, ihre eigene Infrastruktur auszubauen. Der dezentrale Aufbau der Cloud ermöglicht dabei eine optimale Lastenverteilung in Zeiten großer Nachfrage. Dabei passen sich Dienstleister auch an die neuartigen Anforderungen an, die mit der momentanen Pandemie einhergehen. So hatte Amazon jüngst angekündigt, 20 Millionen Dollar in die Entwicklung neuer Diagnose-Lösungen zu investieren. Diese könnten u. a. dabei helfen, den Coronavirus-Ausbruch wirksamer zu bekämpfen.

Die Zukunft verspricht rapides Wachstum

Die Pandemie beschleunigt eine Entwicklung, welche bereits seit Jahren im Gange ist. Insofern ist es sehr wahrscheinlich, dass viele Cloud-Dienstleister auch nach der Krise weiterhin hohe Nutzerzahlen verzeichnen werden.

Die große Zuversicht, welche die Branche seit Jahren verspürt, drückt sich auch in der Kursentwicklung von Cloud-spezifischen Indizes wie dem Solactive Cloud Technology Index aus. Der 2013 aufgelegte Index verzeichnete bereits vor der Coronakrise ein Kursplus von insgesamt über 150 %. Laut Analystenmeinung wird sich diese positive Entwicklung in den kommenden Jahren noch verstärken. Während das Cloud-Geschäft 2018 rund 182,4 Milliarden Dollar umsetzte, werden für 2022 Umsätze von über 330 Milliarden Dollar erwartet. Diese Prognose stammt jedoch noch aus der Zeit vor dem Ausbruch des Coronavirus. Im Angesicht der explosionsartig steigenden Nutzerzahlen sind noch deutlich höhere Umsätze absolut im Bereich des Möglichen.

Cloud-ETFs im Aufwind

Es verwundert daher nicht, dass es bereits seit geraumer Zeit eine Reihe von ETFs gibt, welche es Anlegern ermöglichen, von den Entwicklungen in dieser Branche zu profitieren. Wer nach einer Investition Ausschau hält, die nicht nur während der derzeitigen Pandemie sinnvoll ist, sondern auch eine langfristige Perspektive verspricht, sollte sich eingehender mit Cloud ETFs beschäftigen.
Ein solcher ETF ist beispielsweise der First Trust Cloud Computing ETF (ISIN: IE00BFD2H405). Er bildet den ISE Cloud Computing Index ab, der auf die vergangenen drei Jahre betrachtet, trotz des kürzlichen Börsencrashs, ein Kursplus von 43,85 % verzeichnen konnte. Die führenden Positionen im Aktienkorb des Fonds sind Alphabet, Amazon, Microsoft und Oracle. Viele dieser Aktien wurden von den Kursrutschen Ende Februar und Anfang März in Mitleidenschaft gezogen. Dies hat sich auch auf den ISE Cloud Computing Index ausgewirkt. Aufgrund der gesteigerten Nachfrage im Zuge der Pandemie und den exzellenten langfristigen Aussichten, eröffnet sich hierdurch jedoch für Anleger eine günstige Einstiegsmöglichkeit.

Noch stärker auf reine Cloud-Anbieter fokussiert ist der Global X Cloud Computing ETF (ISIN: US37954Y4420). Der Fokus liegt hierbei vor allem auf Unternehmen, welche Software, Plattformen und Infrastruktur im Rahmen ihrer Cloud-Dienstleistungen anbieten. Im Gegensatz zu breit aufgestellten Giganten wie Alphabet oder Amazon sind die Unternehmen im Sortiment dieses ETFs noch wesentlich stärker auf ihr jeweiliges Cloud-Angebot ausgerichtet, sodass im Falle eines anhaltenden positiven Branchentrends entsprechend hohe Wachstumszahlen möglich sind.

Einen ähnlichen Fokus hat der WisdomTree Cloud Computing ETF (ISIN: IE00BJGWQN72). Dieser bildet hingegen den BVP Nasdaq Emerging Cloud Index ab. Neben einer ausreichend starken Ausrichtung auf Cloud-Computing verlangt der Index von den aufgenommenen Unternehmen in den vergangenen beiden Geschäftsjahren ein Mindestwachstum von 15 % sowie eine Mindestmarktkapitalisierung von 500 Mio. Dollar. Mit Zoom Video Communications hält einer der derzeit größten Gewinner der Krise eine der Top-Positionen innerhalb des Fonds. Die jährlichen Kosten belaufen sich bei diesem ETF auf 0,45 %, womit er der günstigste der drei Genannten ist.


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