Creepy Jar Aktie: Ist der Hype berechtigt?

Der polnische Videospieleentwickler Creepy Jar feiert derzeit einen Erfolg mit seinem Survival-Game Green Hell. Die Aktionäre des Unternehmens durften sich in den letzten Monaten derweil über einen rasanten Kursanstieg freuen. Wer ist der polnische Senkrechtstarter und welches Potenzial steckt noch in der Aktie?
Creepy Jar Aktie im Höhenflug

Computer- und Videospiele sind zwar nicht bereits seit diesem Jahr voll im Trend. Allerdings verhalf die Corona-Krise der Branche nochmals zu einem weiteren Schub. Eines der Unternehmen, welches zu den großen Profiteuren dieses Trends gehört, ist der polnische Spieleentwickler Creepy Jar.

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In der Zeit zwischen Mitte März und jetzt legte der Aktienkurs des Unternehmens um ganze 450 Prozent zu. Dieser steile Anstieg ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass sich der Aktienkurs in den eineinhalb Jahren zuvor, seit das Unternehmen an die Börse gegangen war, praktisch mehr oder weniger unverändert auf der Stelle bewegt hat. Der plötzliche Höhenflug der Aktie korreliert so stark mit dem Ende des Börsencrashs im März dieses Jahres, dass man meinen könnte, die Creepy Jar Aktie profitiere als Trittbrettfahrer einfach von dem allgemeinen Aktienrun auf IT- und Games-Unternehmen nach dem Crash. Doch ein genauerer Blick offenbart, dass der jüngste Erfolg des Unternehmens durchaus selbst gemacht ist.

Ein Indy-Developer im Survival-Simulations-Genre

Ins Leben gerufen wurde Creepy Jar 2015 von drei polnischen Entwicklern. Zusammen entschlossen sie sich, ein Survival-Simulations-Game mit Namen Green Hell zu entwickeln. Bei dem Spiel handelt es sich um eine Open-World-Simulation, in welcher man als Spieler im virtuellen Dschungel das Amazonas ums Überleben kämpfen muss. Die Veröffentlichung der 1.0 Version des Games erfolgte im September 2019. Das Spiel erhielt überwiegend positive Bewertungen mit einem Metacritic-Wert von 77/100.

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Bereits 2018 hatte Creepy Jar Green Hell auf der Spiele-Plattform Steam als Early-Access-Titel zur Verfügung gestellt. Das Spiel erfreute sich schon in dieser frühen Entwicklungsphase einer hohen Beliebtheit. Rund 300.000 Mal verkaufte sich der Early-Access-Titel. Creepy Jars Umsatz belief sich 2018 auf 1,1 Millionen Euro. Im Jahr der Veröffentlichung stieg der Umsatz auf 1,6 Millionen Euro. Gleichzeitig fiel der Gewinn jedoch von 600.000 Euro in 2018 auf nur noch rund 32.000 Euro in 2019. Dieser starke Abfall lag jedoch hauptsächlich in der Abschreibung der Entwicklungskosten von Green Hell begründet.

Mittlerweile hat sich Green Hell über 700.000 Mal verkauft. Creepy Jars anvisiertes Ziel sind jedoch 1 Million Verkäufe. Dass dieses Verkaufsziel durchaus als realistisch eingeschätzt werden kann, liegt auch daran, dass für 2020 noch jeweils eine Version für die PlayStation 4 und 5 sowie die Xbox One herauskommen soll.
Creepy Jar überzeugt mit guten Zahlen

Mit dem Release von Green Hell hat Creepy Jar direkt mit seinem ersten Game einen kommerziellen Erfolg gelandet. Die Gewinnmarge belief sich vor der Abschreibung 2019 auf 53 Prozent. Allgemeinhin gilt ein Wert von 50 Prozent als Maßstab für ein erfolgreiches Gaming-Unternehmen.

Was die Creepy Jar Aktie derweil besonders interessant für Anleger macht, ist die Tatsache, dass das Unternehmen derzeit außer einigen kleinen und kurzfristigen Verbindlichkeiten keinerlei Schulden hat. Für kleine Unternehmen von der Größe Creepy Jars stellt die Schuldensituation stets das größte Risikopotenzial dar. In diesem Sinne befindet sich das Unternehmen gerade in einer sehr komfortablen Situation.

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Auch beim operativen Cashflow konnte Creepy Jar zuletzt deutlich zulegen. Belief sich dieser in den ersten beiden Quartalen 2019 noch auf umgerechnet 500.000 Euro, wies die Bilanz für die ersten beiden Quartale 2020 umgerechnet einen Cashflow von mehr als 3 Millionen Euro auf.

Trotz guter Zahlen bestehen auch Risiken

So gut die derzeitigen Zahlen auch aussehen, hat Creepy Jar aktuell jedoch einen entscheidenden Schwachpunkt. Als sehr junger Indie-Entwickler verfügt das Unternehmen momentan mit Green Hell lediglich über einen einzigen Spieletitel. Der gesamte wirtschaftliche Erfolg von Creepy Jar hängt von der weiteren Performance von Green Hell ab. Zwar dürfte der bevorstehende Konsolen-Launch weitere Einnahmen in die Kasse spülen. Um langfristig erfolgreich zu sein, wird der Entwickler jedoch früher oder später ein zweites Standbein benötigen.

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Ein zweiter Faktor, welcher von potenziellen Anlegern berücksichtigt werden sollte, ist die Tatsache, dass sich die Creepy Jar Aktie derzeit im sogenannten New-Connect-Segment der Börse Warschau befindet. Die dort gelisteten Unternehmen unterliegen weniger strengen Regeln, was Bilanzen und die Informationspflicht gegenüber Investoren anbelangt. Dies hat z. B. zur Folge, dass Creepy Jar Bilanzen und wichtige Anlegerinformationen bisher ausschließlich auf Polnisch veröffentlicht hat. Diesen Juli gab es allerdings auf der Generalhauptversammlung einen Beschluss der Aktionäre, wonach man anstreben werde, demnächst in den regulär regulierten Markt der Börse Warschau zu wechseln. Daher dürfte sich die Informationslage für Anleger auf absehbare Zeit verbessern.

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Derzeit dürfte es allerdings für zahlreiche deutsche Anleger noch schwer sein, überhaupt mit der Creepy Jar Aktie zu handeln. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass das New-Connect-Segment der Börse Warschau aktuell nur an sehr wenige Broker außerhalb Polens angeschlossen ist. Wer demnächst jedoch die Gelegenheit hat, die Aktie an einer der deutschen Börsen zu erstehen, sollte dringend darauf achten, nur limitiert zu handeln. Andernfalls besteht womöglich die Gefahr eines zu hohen Spreads.

Der nächste Titel ist bereits in der Pipeline

Wie sieht nun die nähere Zukunft für Creepy Jar aus? Derzeit arbeitet das Team an einem neuen DLC für Green Hell mit dem Namen Spirits of Amazonia. Dieser wird es Spielern erlauben, stärker mit den indigenen Stämmen des Amazonasgebiets im Spiel zu interagieren. Der DLC an sich soll dabei kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Allerdings dürfte sich dies positiv auf die Verkaufszahlen des Spiels auswirken.

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Ferner kündigte Creepy Jar vor Kurzem an, an einem neuen Projekt mit dem Arbeitstitel Project Chimera zu arbeiten. Genauere Details über das geplante Spiel sind noch nicht bekannt. Es steht momentan lediglich fest, dass es sich dabei um ein Sci-Fi-Überlebens- und Basisaufbauspiel handeln soll. Ein genauer Release-Termin steht noch nicht fest. Falls Creepy Jar mit dem neuen Titel jedoch an seinen Erfolg mit Green Hell anknüpfen kann, dürfte die positive Entwicklung der Aktie noch lange nicht zu Ende sein.

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