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Darum hassen Banker und Finanzberater ETFs
Darum hassen Banker und Finanzberater ETFs

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Es gibt viele Gründe, ETFs zu mögen. Dennoch dürfte nicht jeder vom Aufstieg der Indexfonds gleichermaßen begeistert sein. Banken und Finanzberater stehen passiven Fonds nicht selten skeptisch gegenüber. Was Bankern und Beratern jedoch die Sorgenfalten ins Gesicht treibt, ist für die meisten Anleger eher ein Grund zur Freude.

Banken und Finanzberater empfehlen nur selten ETFs

Viele Menschen scheuen sich nach wie vor vor der der Wertpapieranlage. Diese wird häufig als zu risikoreich und zu komplex erachtet. Doch auch eine nicht unerhebliche Zahl jener Menschen, die ihr Geld doch gewinnbringender anlegen will, ist nicht unbedingt bereit, sich eingehender mit der Materie zu beschäftigen. Aus diesem Grund werden gerne die Dienste von Finanzberatern oder Bankmitarbeitern in Anspruch genommen. Wer dies tut, läuft jedoch Gefahr, gänzlich auf ETFs im Portfolio zu verzichten. Diese sind bei vielen Beratern nämlich alles andere als beliebt.

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In Studien hat sich gezeigt, dass vor allem Provisionsberater nur selten dazu neigen, ihren Kunden ETFs zu empfehlen. Die Gründe, welche gegenüber den Anlegern vorgebracht werden, sind dabei durchaus vielfältig. Zum einen könne man mit ETFs niemals höhere Renditen erzielen, da diese nur den Markt nachbilden. Gleichzeitig wird jedoch auch nicht selten vor der angeblichen Komplexität passiver Fonds gewarnt. Allerdings sind viele dieser Gründe letzten Endes nur vorgeschoben.

Besonders aufschlussreich ist in dieser Hinsicht eine Studie des Anlagemagazins Portfolio International in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung MC4MS. In dieser wurden bereits 2015 rund 350 Anlageberater befragt. Dabei kam heraus, dass ein überwiegender Teil der Provisionsberater ihren Kunden nur selten oder nie ETFs nahelegen. Erstaunlicherweise gab die Mehrzahl eben jener Berater jedoch an, dass sie auf jeden Fall ETFs im Rahmen einer Honorarberatung empfehlen würden. Wie lässt sich dieser gravierende Unterschied erklären?
Oft geht es in erster Linie um die Provision

Tatsächlich gaben viele der befragten Berater eine eindeutige Antwort auf diese Frage. ETFs würden vor allem deshalb nur selten empfohlen, da mit ihnen nicht so viel Provision verdient werden kann wie mit anderen Produkten. Provisionsberater finanzieren sich in erster Linie aus den Provisionen, welche sie für vermittelte Finanz- und Anlageprodukte erhalten. Das bedeutet natürlich, dass viele Berater eben jene Produkte bevorzugt vermitteln, an denen sie am meisten verdienen.

In dieser Hinsicht schneiden ETFs jedoch vergleichsweise schlecht ab. Zwar sind mittlerweile auch ETF-Anbieter vermehrt dazu übergegangen, Vertriebs- und Abschlussvergütungen an Provisionsberater zu zahlen. Diese liegen jedoch meist signifikant hinter den Vergütungen für andere Produkte wie z. B. aktive Fonds zurück.

Auch Banken verdienen weniger

Wer aus genau diesem Grund gegenüber Provisionsberatern misstrauisch ist und sich stattdessen lieber direkt bei der Bank seines Vertrauens beraten lässt, sollte jedoch auch hier nicht unbedingt damit rechnen, dass der Bankberater in Loblieder über Indexfonds ausbricht. Zum einen besteht auch bei diesem die Möglichkeit, dass der Berater mit einer entsprechenden Provision liebäugelt. Zum anderen verdient die Bank selbst auch weniger mit ETFs als mit aktiven Fonds.

Das hat mit den sogenannten Ausgabeaufschlägen zu tun. Es handelt sich dabei um eine Gebühr, welche beim Erwerb von Anteilen eines Fonds fällig wird. Sie kommt dem jeweiligen Finanzdienstleister zugute und soll den Fondsvertrieb sowie die beratenden Services in diesem Zusammenhang finanzieren. Für Anleger ist ein hoher Ausgabeaufschlag ärgerlich, da diese zusätzlichen Kosten die mögliche Rendite mindern. Der entsprechende Aufschlag wir meist direkt vom Investment abgezogen.

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Die Höhe des Ausgabeaufschlages kann jedoch teils erheblich variieren. Aktive Aktienfonds sind in dieser Hinsicht meist relativ teuer. Anleger müssen hierbei nicht selten mit Aufschlägen von 4 bis 6,5 Prozent rechnen. Etwas günstiger sind z. B. die ebenfalls gerne angebotenen Rentenfonds, welche aber immer noch mit 3 bis 5 Prozent zu Buche schlagen. Bei ETFs sieht die Situation jedoch meist komplett anders aus. Für diese wird nämlich in der Regel kein Ausgabeaufschlag erhoben. Falls ein solcher Aufschlag einmal doch fällig wird, ist dieser meist um einiges niedriger als bei klassischen Fonds.

Übrigens gibt es durchaus auch eine Reihe aktiver Fonds, welche ebenfalls auf einen Ausgabeaufschlag verzichten. Allerdings verbirgt sich hinter diesen scheinbar günstigen Anlageprodukten nicht selten eine Kostenfalle. Der Verzicht auf die Aufschläge wird nämlich oftmals mit höheren laufenden Gebühren erkauft. Diese kommen Anleger auf lange Sicht meist noch deutlich teurer zu stehen.

ETFs verzichten jedoch nicht nur meist auf Ausgabeaufschläge. Sie liegen auch bei den laufenden Kosten deutlich unter aktiven Fonds. Dies liegt daran, dass sowohl die Geschäftsführung als auch die Verwaltung bei einem passiven Fonds kaum etwas zu tun haben. Ein aktives Managen des Fondsportfolios ist nicht notwendig, da dieser lediglich seinen Vergleichsindex abbildet.
Nicht auf die vorgeschobenen Argumente hören

Daraus folgt, dass ETFs bei vielen Finanzberatern und Banken aus weitgehend selbstbezogenen Gründen nicht sonderlich hoch im Kurs stehen. Über diese Tatsache sollte man sich im Klaren sein, wenn man eine entsprechende Beratung in Anspruch nimmt. Selbstverständlich gibt es auch immer mal wieder Ausnahmen. Zudem ist nicht jedes Anlageprodukt, welches einem stattdessen empfohlen wird, zwangsläufig schlecht. Jedoch lässt man sich hier unter Umständen eine noch lukrativere Gelegenheit entgehen.

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Aus diesem Grund sollte man im Zweifelsfall vorher in Erfahrung bringen, welche Provisionen im Falle einer Vermittlung fällig werden bzw. wie hoch die jeweiligen Ausgabeaufschläge ausfallen. Vor allem Letztere können manchmal verwirren, da es verschiedene Methoden gibt, wie diese berechnet werden.

Alternativ besteht auch die Möglichkeit, sich stattdessen direkt an einen Honorarberater zu wenden. Diese finanzieren sich nicht über Provisionen, sondern werden unmittelbar von ihren Kunden für ihre Dienste bezahlt. Zwar ist diese Methode etwas kostspieliger. Jedoch kann man sich in diesem Fall sicher sein, dass etwaige Argumente, welche gegen ETFs vorgebracht werden, stets ehrlich gemeint sind. Wie die obige Studie gezeigt hat, wandeln sich nämlich selbst die größten Kritiker von ETFs in glühende Befürworter, wenn es keine finanziellen Anreize mehr gibt, gegen diese zu wettern.

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