Darum werden weltweite Aktienkurse langfristig immer steigen

Allgemeinhin gelten die Deutschen als ausgesprochene Aktienmuffel. Die jüngsten Kurseinbrüche infolge der Corona-Pandemie scheinen dabei die Furcht vieler Bürger vor dem Wertverlust zu bestätigen. Langfristig gesehen haben sich die weltweiten Aktienmärkte aber in der Vergangenheit stets positiv entwickelt. Kann sich dieser Trend ewig fortsetzen? Es wird Zeit, einen Blick darauf zu werfen, weshalb Aktienkurse auch in der Zukunft immer steigen werden.
Der Blick zurück

Bevor eine Aussage hinsichtlich der Zukunft der Aktienmärkte getroffen werden kann, sollte der Blick auf die Vergangenheit gerichtet werden. Betrachtet man die großen Aktien-Indizes wie beispielsweise den Dow Jones, den DAX oder den MSCI World, fällt schnell auf, dass diese über ihre gesamte Entwicklung betrachtet, deutlich an Wert hinzugewonnen haben.

Tipp
➡ Für den Handel mit Aktien & ETFs wird ein Depot benötigt. Wir empfehlen die kostenlosen Depots von Trade Republic* und Consorsbank*.

Der MSCI World hatte bei seiner Einführung am 31. Dezember 1969 beispielsweise einen Wert von 100 Punkten. Dieses Jahr erreichte der Kurs im Februar zuletzt einen neuen Höchststand bei 2434,95 Punkten. Im Zuge des jüngsten Börsen-Crashs verlor der Index deutlich und befindet sich derzeit bei knapp 2000 Punkten. Dieser Wert liegt jedoch immer noch 20 Mal höher als der ursprüngliche Startwert. Berechnet man die theoretische Wertentwicklung des DAX 50 Jahre zurück, ergibt sich trotz der jüngsten Kursverluste eine Performance von rund 2850 %.
Derartige Rechenbeispiele ließen sich mit zahllosen anderen Indizes auf vergleichbare Weise anstellen. Das Ergebnis wäre dabei fast immer, dass die Kurse über einen langen Zeithorizont betrachtet, steigen. Dies ist umso bemerkenswerter, als dass es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu Börsen-Crashs gekommen ist: Die Finanzkrise, das Platzen der Dotcom-Blase, der Schwarze Montag 1987, uws. Jedoch erholten sich die Börsenkurse nach jedem Einbruch und stiegen hinterher abermals in neue Rekordhöhen.

Ein Blick zurück zeigt, dass die Kurse in der Vergangenheit immer gestiegen sind. Aber warum genau ist das so und weshalb sollte dies auch in der Zukunft der Fall sein?

Eine Frage des Wirtschaftswachstums

Die Aktienkurse sind eng mit der Wirtschaftsleistung und den erzielten Gewinnen verknüpft. Aufgrund der Tatsache, dass Aktienmärkte, generell betrachtet, die Erwartungen an die zukünftige Entwicklung abbilden, korrelieren sie nicht immer 1:1 mit der aktuellen, wirtschaftlichen Entwicklung. Eine Reihe anderer Faktoren spielen hierbei ebenso eine Rolle. Klammert man jedoch die Feinheiten des Tagesgeschäfts und des Zusammenspiels zwischen Angebot und Nachfrage aus und betrachtet lediglich die großen Entwicklungen über Jahrzehnte hinweg, lässt sich ein unzweifelhafter Zusammenhang zwischen dem weltweiten Wirtschaftswachstum und der Wertentwicklung an den Börsen dieser Welt herstellen.

Für Anleger sind dies gute Nachrichten, denn die globale Wirtschaft ist Berechnungen zufolge nicht erst seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten, sondern bereits seit mehr als 2000 Jahren gewachsen. Solange die Weltwirtschaft wächst, werden auch die Aktienkurse wachsen. Dies bedeutet jedoch gleichzeitig, dass nun die Frage gestellt werden muss, ob ein ewiges Wirtschaftswachstum möglich ist. Es gibt eine Reihe von Gründen, welche dafür sprechen.

Die Menschheit wächst

Der erste Grund ist das stetige Wachstum der Weltbevölkerung. Momentan leben ca. 7,7 Mrd. Menschen auf der Erde. Berechnungen der UN zufolge werden es 2050 bereits 9,7 Mrd. sein. Eine steigende Weltbevölkerung bedeutet für Unternehmen, dass es eine steigende Anzahl an potenziellen Kunden gibt. Weil eine wachsende Zahl an Menschen gleichzeitig eine wachsende Nachfrage nach Nahrungsmitteln, Konsumgütern, Häusern, Dienstleistungen, etc. bedeutet, können Unternehmen langfristig betrachtet immer mit steigenden Umsätzen und Gewinnen rechnen.
Die derzeit größten Wachstumszahlen werden in den Schwellen- und Entwicklungsländern verzeichnet. Gleichzeitig zeigen Studien, dass die Bevölkerung eines Landes langsamer wächst, je gebildeter und wohlhabender sie wird. Auch dürfte es klar sein, dass die Erde nicht unendlich viele Menschen wird beherbergen können. Jedoch fußt das Versprechen des ewigen Wirtschaftswachstums nicht nur auf steigenden Bevölkerungszahlen.

Das Streben nach Verbesserung

Der zweite Faktor ist das, dem Menschen inhärente, Streben nach Verbesserung. Menschen sind grundsätzlich immer bestrebt, sich weiterzuentwickeln und ihre eigene Situation sowie die Situation ihrer Familien zu verbessern. Ebenso befinden sich wirtschaftliche Akteure in einem stetigen Wettstreit miteinander. Erfinder, Wissenschaftler und Ingenieure erweitern die technischen Möglichkeiten der Menschheit von Jahr zu Jahr. Blickt man auf die technologische Entwicklung der Menschheit in den vergangenen Jahrhunderten, zeigt sich, dass der technische Fortschritt immer schneller voranschreitet.

Im Gleichzug mit dieser Entwicklung entstehen immer neue Möglichkeiten des Wachstums und des Wohlstands. Die wissenschaftliche Methode und die Industrialisierung haben den Grundstein für moderne Technik und Massenfertigung gelegt. Durch die Erfindung von Bahn, Auto und Flugzeug wurde ein immer größeres Maß der Mobilität möglich. Computer und das Internet haben unsere Lebensweise innerhalb weniger Jahrzehnte auf eine zuvor nicht für möglich gehaltene Weise verändert.
Jene Unternehmen, welche an der vordersten Front der technischen Entwicklung stehen, profitieren häufig am meisten davon. Aus dem Grund sind sowohl die großen Konzerne, wie auch die kleineren Unternehmen immer daran interessiert, bessere und modernere Produkte herzustellen. Ein Blick auf die Aktienkurse der großen IT-Unternehmen dieser Welt zeigt, dass sich der Wettstreit um Fortschritt und Innovation letztlich immer auf die Gewinne und damit auch auf die Aktienkurse auswirkt.

Die langfristige Strategie zahlt sich aus

Um von diesem langfristigen Trend steigender Kurse zu profitieren, braucht es jedoch auch eine langfristige Anlagestrategie. Nur, weil die Aktienkurse auf Jahrzehnte betrachtet steigen werden, heißt dies nicht, dass es nicht über einen kürzeren Zeitraum zu Verlusten kommen kann. Gleichzeitig bedeutet eine mehrjährige Talfahrt eines Index nicht, dass dieser auf lange Perspektive gesehen, nicht doch wieder einen neuen Rekordwert erreicht. Dieses Missverständnis bildet den Kern der Furcht vieler Menschen vor einer Anlage in den Aktienmarkt.

Das die großen Indizes ihre Verluste nach einer gewissen Zeit überwinden werden, gilt als sicher. Die wichtigen Fragen sind vielmehr, wann dies geschehen wird und wie viele Anleger zu diesem Zeitpunkt dabei sein werden, um davon zu profitieren.

Den Vorteil der steigenden Kurse können nur Investoren nutzen, die auf breite Indizes setzen oder ihr Aktien-Portfolio stark diversifizieren. Wer sich nur eine handvoll Aktien ins Depot holt, geht ein deutlich höheres Risiko ein.

Tipp
Interesse an ETF? Jetzt zum Newsletter anmelden oder die besten Anbieter im Depotvergleich oder ETF-Sparplan-Vergleich finden!

Startseite

Jeder Handel ist riskant. Keine Gewinngarantie. Jeglicher Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Assets, als auch für Produkte, Dienstleistungen und anderweitige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar und unabhängiger finanzieller Rat sollte immer wenn möglich eingeholt werden.

Top ETF-Depots

Platz 1: eToro

Platz 2: Scalable Capital

Platz 3: LiquidityX

Jetzt zum ETF-Newsletter anmelden:

Vergleiche

Auf der Suche nach einem günstigen Anbieter? Hier gibt’s die Testsieger!

Auch interessant

Dein Start mit ETFs!

Anzeige

3 KOMMENTARE

  1. Lanfristig stimmt das durchaus, wie auch diese Grafik zeigt, wenngleich das künftige Wirtschaftswachstum deutlich niedriger ausfallen könnte als in der Vergangenheit. Kurz- und mittelfristig sowie bei Einzelaktien ist auch zu bedenken, dass es sich grundsätzlich um Risikoprämien handelt. Während der Fokus in den letzten Jahren vor allem auf dem Wortteil „Prämien“ lag, kann dieser auch mal wieder auf das „Risiko“ gerichtet sein, was mit insgesamt reduzierten Bewertungen (Multiple Contraction) einhergehen würde. Man muss also auch die notwendige Geduld für ein wirklich langfristiges Investment mitbringen.

  2. Die private Geldanlage und Vorsorge ist in Corona-Zeiten schwer,
    aber zugleich wichtig. Die globale Pandemie hat gezeigt, wie schnell ganze Regionen in die Rezession rutschen. Die Auswahl der richtigen Geldanlage ist daher
    entscheidend für Liquidität, Sicherheit und Gewinne.

  3. So GANZ erschließt es sich mir nicht. Ok mehr Menschen, mehr Nachfrage nach Produkten – macht Sinn. Aber wenn Unternehmen (und nichts anderes bildet der MSCI World z.B. ja ab) immer mehr Geld binden, dann gibt es genau da die Grenze wo alles Geld gebunden ist. Außer wir produzieren ständig neues, aber auch dann würde die Inflation das ausgleichen.

    Wie kann es also sein dass die Unternehmenswerte dauerhaft steigen? Wo kommen diese Werte her? Klar einiges ist z.B. Software und somit Gedankengut und kann ohne Gegenwert produziert werden. Aber derjenige der mit an der Börse meine Aktie abkaufen will, der bietet mir ja echtes Geld dafür.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Jeder Handel ist riskant. Keine Gewinngarantie. Jeglicher Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Assets, als auch für Produkte, Dienstleistungen und anderweitige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar und unabhängiger finanzieller Rat sollte immer wenn möglich eingeholt werden.