Der Unterschied zwischen Growth- und Value-Aktien einfach erklärt

An der Börse gibt es zahllose verschiedene Aktien. Doch nicht alle Werte sind gleich. Eine häufige Unterscheidung ist die Einteilung in Growth- und Value-Aktien. Doch was genau hat es damit eigentlich auf sich und wie können Anleger die unterschiedlichen Aktien am besten für sich nutzen?
Das zeichnet Wachstumsaktien aus

Growth (Englisch für Wachstum) bezeichnet allgemeinhin Werte, die ein überdurchschnittliches Wachstum aufweisen. Man spricht daher in diesem Zusammenhang auch von Wachstumsaktien. Im Fokus steht hierbei üblicherweise der Umsatz. Eine Faustregel besagt demnach, dass ein Unternehmen, dessen Umsatz innerhalb der letzten drei Jahre um wenigstens 20 Prozent gestiegen ist, den Wachstumswerten zuzurechnen ist.

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Es spielt dabei nicht wirklich eine Rolle, wie groß das entsprechende Unternehmen ist. Kleine Unternehmen haben es einerseits einfacher, ihren Umsatz entsprechend stark zu steigern, da ihr Marktanteil noch gering ist und daher ein großes Potenzial für Steigerungen gegeben ist. Aber auch größere Unternehmen mit bereits hohen Umsätzen können diese mitunter innerhalb kurzer Zeit erheblich steigern.

Bei Anlegern sind solche Wachstumsaktien sehr beliebt, da sie erhebliche Kurssteigerungen versprechen. Das beste Beispiel hierfür ist der Tech-Sektor. Bei einer Vielzahl an Technologie-Unternehmen handelt es sich um Wachstumswerte. Dinge wie die Cloud, KI oder E-Commerce generieren von Jahr zu Jahr eine höhere Nachfrage. Hierdurch sind teils erhebliche Umsatzsteigerungen möglich. Zahlreiche IT-Aktien haben ihre ursprünglichen Aktienkurse vervielfacht.
Der Preis des Wachstums

Allerdings geht dieses Wachstum auch mit einem Preis einher. Zum einen weisen Growth-Aktien zumeist ein sehr hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf. In Erwartung weiteren Wachstums strömen Anleger in diese Aktien und treiben den Preis damit in die Höhe. Im Vergleich zu vielen anderen Werten sind diese Papiere dadurch jedoch oft sehr teuer.

Zudem neigen viele Wachstumswerte dazu, entweder nur geringe oder gar keine Dividenden auszuschütten. Um ihr enormes Wachstum zu generieren, sind oftmals hohe Investitionen notwendig. Gewinne können daher meist nicht wie bei anderen Unternehmen an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Gerade bei noch verhältnismäßig jungen Unternehmen stehen zudem auch keine sonderlich hohen Gewinne zu Buche.

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Bei Value-Aktien zählen Subtsanzwerte

Value ist Englisch für Wert. Bei diesen Aktien stehen die sogenannten Substanzwerte im Fokus. Es geht dabei also weniger um das, was diese Unternehmen in Zukunft erwirtschaften können, als vielmehr darum, was sie aktuell an werthaltiger Substanz besitzen.

Unternehmen mit hohen Substanzwerten verfügen bereits über ein erprobtes und lukratives Geschäftsmodell. Sie können meist auf eine lange Geschichte von hohen Umsätzen zurückblicken und erwirtschaften konstant ansprechende Gewinne. Da sie zudem nicht ständig viel Geld investieren müssen, um sich weiterzuentwickeln, neigen viele als werthaltig eingestufte Unternehmen dazu, hohe Dividenden an ihre Aktionäre auszuschütten.

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Value-Aktien zeichnen sich durch ein vergleichsweise niedriges KGV aus. Verantwortlich hierfür sind zu gleichen Teilen ihre niedrigen Kurse wie auch ihre relativ hohen Gewinne. Bei Value-Titeln handelt es sich in der Regel um etablierte Unternehmen aus Sektoren wie Industrie oder Pharma.
Welche Aktien performen besser?

Ob eine Aktie zu den Growth- oder Value-Titeln gehört, lässt sich meist anhand ihrer Kennziffern feststellen. Allerdings sind die Dinge dabei nicht immer eindeutig. Bei manchen Aktien verschwimmt die Grenze etwas. Grundsätzlich gibt es jedoch zahlreiche Unternehmen, die der einen oder anderen Kategorie zugewiesen werden können.

Für Anleger stellt sich nun natürlich die Frage, welche der beiden Kategorien ein besseres Investment verspricht, Tatsächlich lässt sich diese Frage nicht so leicht beantworten. Eine Reihe von Untersuchungen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Value-Aktien langfristig gesehen eine höhere Rendite abwerfen als Growth-Titel. Gleichfalls haben Growth-Werte in der vergangenen Dekade deutlich besser performt als Value-Aktien. Erst seit einigen Monaten scheint der Faktor Value wieder bessere Ergebnisse zu liefern.

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Value- vs. Growth-Ansatz

Neben der Art und Weise, wie die unterschiedlichen Werte definiert werden, unterschieden sich auch die jeweiligen Anlagestrategien des Value- sowie des Growth-Ansatzes voneinander.

Anleger, die eine Value-Strategie verfolgen, suchen nach Unternehmen, die über möglichst hohe Substanzwerte verfügen, deren Wert allerdings von der Börse nicht korrekt eingepreist wurde. Im Fokus stehen hierbei also unterbewertete Aktien. Im Anschluss investieren sie in diese Werte und hoffen, dass der Markt früher oder später den wahren Wert erkennt, was zu einer Steigerung des Kurses führen würde.

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Beim Growth-Ansatz sind Anleger auf der Suche nach vielversprechenden Unternehmen, die in einer zukunftsträchtigen Wachstumsbranche tätig sind. Idealerweise handelt es sich dabei um ein Feld, welches sich noch in den Kinderschuhen befindet. Je eher man in derartige Unternehmen einsteigt, desto stärker kann man in den folgenden Jahren vom Wachstum der Branche profitieren.

Während Anleger beim Value-Ansatz also auf das Unternehmen an sich blicken, steht beim Growth-Ansatz eher die Branche als Ganzes im Fokus. Ferner ist der Blick bei Value-Aktien stets auch auf die Vergangenheit gerichtet. Zuverlässige Renditen in den zurückliegenden Jahren dienen als Indikator für die Qualität des Geschäftsmodells. Bei Growth-Aktien liegt das größere Gewicht hingegen auf den Erwartungen für die Zukunft. Selbst wenn ein Unternehmen in den letzten Jahren unterdurchschnittlich gewirtschaftet hat, kann es trotzdem eine attraktive Growth-Aktie sein, solange die Wachstumsperspektive (oder die Hoffnung auf Wachstum) gegeben ist.
Welche Aktien eignen sich für welchen Typ Anleger?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, sowohl auf Value- als auch auf Growth-Aktien zu setzen. Eine angemessene Diversifikation schützt einen davor, zu stark von der zwischenzeitlichen Unterperformance einer der beiden Faktoren betroffen zu sein. Wie bereits erwähnt, haben Value-Aktien in den letzten zehn Jahren im Vergleich zu Growth-Werten eher unterdurchschnittlich performt.

Gleichzeitig sind jedoch auch Growth-Aktien nicht ohne Risiko. Da der Fokus hier eher auf der Branche an sich sowie der Zukunftsperspektive liegt, besteht stets die Gefahr, dass sich die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen. Im schlimmsten Fall droht der Totalverlust, falls sich ein junges Unternehmen in einer wachsenden Branche nicht durchsetzen kann.

Dennoch kann ein etwas stärkerer Fokus auf einen der beiden Faktoren für Anleger durchaus sinnvoll sein. Legt man beispielsweise mehr Wert auf ein möglichst starkes Kurswachstum, sind Growth-Aktien zumeist die bessere Wahl. Werden hingegen regelmäßige Dividenden bevorzugt, so lassen sich diese eher bei Value-Titeln finden.

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