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Die 7 größten Irrtümer über Indexfonds (ETF)
Die 7 größten Irrtümer über Indexfonds (ETF)

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Einer der wichtigsten Grundsätze an der Börse lautet: Um erfolgreich zu sein, muss man in Dinge anlegen, die man versteht. Wie viele andere Finanzprodukte auch, ist die Anlage in Indexfonds mit einer Reihe von Missverständnissen und falschen Annahmen verbunden. Hier klären wir über einige der größten Irrtümer über ETFs auf.
1. Alle Indexfonds sind breit gestreut

Als einer der größten Vorteile von ETFs wird ihr hoher Grad an Diversifizierung angesehen. Passive Fonds bilden einen kompletten Index ab und beinhalten daher sämtliche Positionen, welche in diesem enthalten sind. Zwar weisen zahlreiche ETFs deswegen tatsächliche eine enorm hohe Streuung auf. Allerdings trifft dies nicht auf alle Indexfonds zu. Letztlich kommt es immer darauf an, welcher Index abgebildet wird.

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Bei großen Indizes wie dem MSCI World oder dem S&P 500 ist der Grad der Diversifizierung in der Tat sehr hoch. Allerdings gibt es auch Indizes, die ein relativ hohes Klumpenrisiko aufweisen. Besonders Nischenindizes sind hierfür anfällig. Diese werden oftmals nur von wenigen Top-Unternehmen dominiert. Dadurch sind auch die entsprechenden ETFs in hohem Maße abhängig von der Performance einiger weniger Unternehmen.

Ferner können auch größere Indizes durchaus in bestimmten Bereichen Defizite hinsichtlich ihrer Diversifikation aufweisen. So beinhalten beispielsweise zahlreiche Tech-ETFs übermäßig viele US-Unternehmen, da der US-Tech-Sektor weltweit dominiert.

2. ETFs in Euro sind sicherer als ETFs in US-Dollar

Die Annahme, in Euro gehandelte ETFs würden ein geringeres Währungsrisiko aufweisen als Indexfonds in US-Dollar ist weit verbreitet. Allerdings handelt es sich dabei um einen Trugschluss. Entscheidend ist nicht die Währung, in welcher der ETF gehandelt wird, sondern in welcher Währung die in ihm enthaltenen Werte abgerechnet werden.

An den Börsen Xetra, Paris oder Mailand werden beispielsweise alle Indexfonds in Euro gehandelt. Falls diese jedoch überwiegend US-amerikanische Werte enthalten, wird das in Euro angelegte Geld anschließend dennoch weitestgehend in US-Dollar umgemünzt, weil dies die Währung ist, in der die meisten Aktien geführt werden.

Das Währungsrisiko eines Fonds richtet sich also danach, in welcher Region die meisten enthaltenen Unternehmen aktiv sind. Wer dieses Risiko umgehen möchte, muss demnach nicht nur in ETFs investieren, die in Euro gehandelt werden. Sie müssen auch vornehmlich europäische Werte abbilden, wie es beispielsweise beim EuroStoxx der Fall ist.

Laut Expertenmeinungen machen sich Währungsschwankungen zudem hauptsächlich bei kurz- und mittelfristigen Anlagestrategien bemerkbar. Viele Volkswirte sind jedoch davon überzeugt, dass sich Wechselkurse langfristig gesehen einander annähern. Eine Absicherung des Währungsrisikos wird daher zumindest bei langfristigen Anlagen vielfach als unnötig erachtet.

3. Indexfonds mit niedrigen laufenden Kosten sind besser

ETFs gelten im Vergleich zu aktiven Fonds als besonders kostengünstig. Dies bietet den Vorteil, dass so mehr Rendite für Anleger übrig bleibt. Dieser Logik folgend, liegt jedoch der Schluss nahe, dass auch beim direkten Vergleich mehrerer Indexfonds untereinander, die Fonds mit den niedrigsten Kosten am besten abschneiden. Allerdings kann sich dies als Trugschluss erweisen.

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Zum einen sind in den laufenden Kosten (TER) nicht unbedingt alle tatsächlichen Kosten eines ETFs aufgelistet. Ein Beispiel hierfür sind die zusätzlichen Kosten, die entstehen, wenn ein Fonds über das Jahr hinweg diverse Aktien kauft und verkauft. Hierzu gehören z. B. Maklergebühren oder der Spread. Für passive Fonds, die ihren Index physisch und vollständig mit sämtlichen Positionen abbilden, können diese zusätzlichen Kosten durchaus signifikant sein. Auch synthetische Indexfonds, welche ihren Index mittels Swaps abbilden, weisen aufgrund dieser Swap-Geschäfte zusätzliche Kosten auf.

Ein weiterer Faktor, welcher erheblichen Einfluss auf die Rendite der Anleger hat, ist die sogenannte Tracking Difference. Damit ist der Unterschied zwischen der jährlichen Performance des ETFs und der Performance seines abgebildeten Index gemeint. Jeder ETF versucht, seinen Index möglichst genau abzubilden. Doch nicht bei jedem Indexfonds klappt dies gleich gut. Je stärker ein Fonds hinter der Entwicklung seines Index zurückbleibt, desto stärker reduziert dies seine jährliche Rendite. Für Anleger kann eine hohe Tracking Difference daher mit zusätzlichen Kosten gleichgesetzt werden.

Um festzustellen, welcher Indexfonds wirklich der beste ist, müssen Anleger daher neben der TER auch die zusätzlichen Kosten sowie die Entwicklung der Tracking Difference im Auge behalten.

4. Alle ETFs eignen sich als Basisanlage

Diese Annahme steht im Zusammenhang mit dem Irrglauben, jeder ETF ist automatisch breit gestreut. Wer eine langfristige Anlagestrategie verfolgt, sollte darauf achten, dass der Kern des eigenen Portfolios neben einer guten Rendite auch ein gemindertes Risiko aufweist. Eine breite Streuung sorgt dafür, dass regionale oder branchenspezifische Krisen keinen allzu großen Einfluss auf die Entwicklung des kompletten Fonds haben.

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Hinzukommt, dass sich manche ETFs nur für bestimmte Anlagestrategien eignen. Ein Gold-ETF wird beispielsweise vor allem während Krisen sowie in den Folgejahren gut performen. Wenn die Kursrallye nach einigen Jahren jedoch an Fahrt aufnimmt, neigt der Goldpreis für gewöhnlich dazu, wieder zu sinken. Die Anlage in einen entsprechenden ETF bringt daher am meisten Rendite, wenn sie zyklisch erfolgt.

Anleihen-ETFs eignen sich im Gegenzug vor allem, um das Risiko in einem Portfolio auszugleichen. Als alleinige Basis für ein Portfolio bringen sie jedoch meist zu wenig Rendite ein. Ein höherer Anteil an Anleihe-ETFs wird daher erst gegen Ende des Anlagezeitraums empfohlen, wenn die erzielten Gewinne mit Blick auf die Rente abgesichert werden sollen.

5. ETFs können niemals den Markt schlagen

Eines der am häufigsten gegen ETFs vorgebrachten Argumente ist, dass diese den Markt nur abbilden und ihn daher niemals schlagen können. Zum einen ist dieses Argument nicht wirklich überzeugend, da auch die meisten aktiven Fonds den Markt nicht schlagen können. Zum anderen trifft es jedoch auch nicht unbedingt auf jeden Indexfonds zu.

Wie bereits unter Punkt 3 erwähnt, weisen Indexfonds jeweils eine unterschiedliche Tracking Difference auf. Ist diese Differenz positiv, performt der Fonds entsprechend schlechter als sein Index. Manche Indexfonds weisen jedoch auch eine negative Tracking Difference auf. Dies bedeutet, dass der Fonds über das Jahr hinweg besser performt als sein Index. Was auf den ersten Blick widersprüchlich zu sein scheint, ist allerdings durchaus im Bereich des Möglichen.

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Weil auch beim Verwalten von Indexfonds Kosten entstehen, welche die Performance schmälern, versuchen die Anbieter dieser Fonds, nebenher eine zusätzliche Rendite zu erzielen. So erlauben beispielsweise zahlreiche ETFs anderen Marktteilnehmern, einen Teil ihrer gehaltenen Wertpapiere gegen eine Gebühr zu leihen. Manchen Indexfonds gelingt es hierdurch, genug Extraeinkommen zu erzielen, um die Performance des eigenen Index zu übertreffen.

6. Swap-ETFs sind risikoreicher und unzuverlässiger

In manchen Anlegerkreisen hält sich die Annahme, synthetische ETFs seien mit höheren Risiken verbunden als physische Indexfonds, relativ hartnäckig. Tatsächlich sind diese Befürchtungen nicht völlig aus der Luft gegriffen. Allerdings überschätzen manche Anleger das Risiko.

Fonds, welche ihren Index synthetisch mittels Swaps nachbilden, haben gegenüber physischen Fonds durchaus Vorteile. Sie umgehen Handelsrestriktionen und erleichtern den Handel über diverse Zeitzonen hinweg. Vor allem bei breit gestreuten Indizes erlauben synthetische ETFs oftmals eine effizientere Nachbildung, was sich für Anleger schnell in einer höheren Rendite niederschlagen kann.

Im Gegensatz zu physischen ETFs binden diese Fonds jedoch eine dritte Partei in den Handel mit ein. Die Replikation des Index erfolgt nicht durch den Kauf der physischen Werte, welche in ihm enthalten sind, sondern wird mittels Swaps vom Swap-Kontrahenten sichergestellt. Das bedeutet, dass ein externer Partner für die Performance des Fonds garantiert. Ist dieser jedoch nicht mehr in der Lage, seinen Verpflichtungen nachzukommen, drohen ein Ausfall und erhebliche Verluste.

Zum einen sind diese Swap-Geschäfte jedoch besichert, wodurch die Folgen eines Ausfalls abgefangen werden. Zum anderen handelt es sich bei den Swap-Kontrahenten meist um solide wirtschaftende Großbanken. Das tatsächliche Ausfallrisiko ist daher sehr gering.

7. ETFs fördern Krisen

Dieses Argument wird gelegentlich von verschiedenen Finanz- und Anlageexperten gegen Indexfonds ins Feld geführt. Es beruht auf der Annahme, dass die steigenden Investitionen in Indexfonds eine Blasenbildung fördern. Es wird argumentiert, dass durch ETFs immer mehr Geld in die am besten performenden Werte der am besten performenden Indizes wandert.

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Viele Indizes richten ihre Zusammensetzung nach der jeweiligen Marktkapitalisierung der in ihnen enthaltenen Unternehmen. Steigt die Marktkapitalisierung, steigt auch automatisch der Anteil des Wertes am Gesamtindex. Dadurch erwerben Indexfonds mehr Anteile dieser Unternehmen, was wiederum die Marktkapitalisierung erhöht. Dieser Mechanismus könnte theoretisch durchaus zur Bildung einer Blase beitragen. Allerdings gibt es zwei gewichtige Gegenargumente.

Zum einen ist der Anteil von ETFs am weltweiten Anlagemarkt nach wie vor sehr gering. Es ist daher unwahrscheinlich, dass Indexfonds auf absehbare Zeit eine solche Blase verursachen können. Zum anderen lässt diese Argumentation außen vor, dass derselbe Mechanismus auch bei herkömmlichen Anlagen greift. Steigt der Kurs eines Wertpapiers, zieht dies immer weitere Anleger an. Hierfür braucht es keinen automatisch agierenden ETF. Die Dotcom-Blase oder die Immobilienblase vor der Finanzkrise entstanden dementsprechend auch aufgrund der regulären Marktmechanismen.

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