Diese falschen Annahmen gefährden den eigenen Ruhestand

Laut neuesten Statistiken ist mittlerweile jeder fünfte über 65 Jahren in Deutschland armutsgefährdet. Altersarmut stellt für einen wachsenden Teil der Bevölkerung eine reale Gefahr dar. Um dem vorzubeugen, bedarf es neben der staatlichen Rente zusehends einer ausreichenden privaten Altersvorsorge. Genau hier können sich allerdings diverse falsche Annahmen als Hindernis erweisen. Wer den eigenen Ruhestand später einmal genießen möchte, sollte daher die folgenden Fehleinschätzungen vermeiden.
Es ist zu spät, um über eine private Altersvorsorge nachzudenken

Hierbei handelt es sich um einen sehr häufigen Irrtum. Besonders ältere Jahrgänge traten einst in dem Glauben in das Berufsleben ein, dass die staatliche Altersvorsorge einmal vollkommen ausreichen würde, um ihren Lebensabend finanziell abzusichern. Dementsprechend haben sich viele niemals Gedanken um eine private Altersvorsorge gemacht.

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Werden diese Leute später mit der Tatsache konfrontiert, dass eine private Altersvorsorge evtl. doch notwendig sein könnte, resignieren viele, da es ihrer Ansicht nach zu spät sei, nun noch etwas daran zu ändern. Dies ist allerdings eine vollkommen falsche Denkweise. Nur weil man es zu Beginn versäumt hat, privat vorzusorgen, bedeutet dies nichts zwangsläufig, dass eine spätere Vorsorge nun nichts mehr bringt.

Renditeträchtig investieren ist in jedem Alter möglich. Selbstverständlich sollte man mit 40 oder 50 etwas konservativer an die Sache herangehen als mit 25. Allerdings lassen sich auch innerhalb von 15 oder 20 Jahren durchaus noch Renditen erzielen, die deutlich über dem liegen, was mit einem Sparbuch möglich ist. Zudem kann sich eine Dividendenstrategie auch im hohen Alter noch im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen.

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Eine verpasste Vorsorge kann man auch später nachholen

Diese Fehlannahme ist das Gegenstück zur obigen Variante. Es ist niemals zu spät, um mit der Altersvorsorge zu beginnen. Gleichzeitig ist es jedoch auch niemals zu früh, um für das Alter vorzusorgen. Es ist eine Tatsache, dass sich viele Arten des Vermögensaufbaus desto mehr lohnen, je länger sie betrieben werden. Grund hierfür ist der Zinseszinseffekt, welcher die Rendite im Laufe der Zeit immer schneller anwachsen lässt.

Wer also so früh wie möglich anfängt, kann später einmal umso mehr von der eigenen Vorsorge profitieren. Entscheidet man sich hingegen dafür, die Vorsorge aus welchem Grund auch immer auf die lange Bank zu schieben, beraubt man sich damit in späteren Lebensjahren selbst finanzieller Handlungsspielräume.

Heutzutage ist es bereits möglich, mit sehr niedrigen Summen in die Wertpapieranlage einzusteigen. ETF- oder Aktiensparpläne erfordern auf das Jahr gerechnet zum Teil nur sehr überschaubare Einzahlungen, welche darüber hinaus noch individuell angepasst werden. Dadurch kann man bereits frühzeitig im Leben anfangen und die Raten im Laufe der Zeit je nach Einkommen erhöhen oder verringern.
Im Ruhestand kommt man auch mit wesentlich weniger Geld klar

Auch diese Annahme kann sich im späteren Leben als gravierender Irrtum erweisen. Es ist zwar durchaus möglich, dass mit dem Eintritt in den Ruhestand bestimmte Kosten wegfallen, weil man z. B. kein Auto für die tägliche Fahrt zu Arbeit benötigt. Gleichzeitig hat man im Alter jedoch auch mehr Freizeit, welche man sicherlich sinnvoll gestalten möchte.

Viele Rentner möchten sich ihren Lebensabend mit etwas Besonderem wie einer Weltreise oder einem anderen Lebenstraum versüßen. Oftmals werden hierfür jedoch zusätzliche Geldreserven benötigt. Ferner sollte man bei der Berechnung der Lebenskosten niemals außer Acht lassen, dass diese in den kommenden Jahrzehnten aufgrund der Inflation noch weiter ansteigen werden. Mit entsprechenden Erhöhungen der Rente ist hingegen nicht unbedingt zu rechnen.

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Die staatliche Rentenversicherung reicht als Vorsorge aus

Die wachsende Altersarmut macht bereits deutlich, dass die gesetzliche Rente in vielen Fällen keineswegs ausreicht. Oftmals gibt es spezifische Gründe, weshalb jemand nicht von der eigenen Rente leben kann. Im Alter können schnell zusätzliche Kosten aufgrund von Krankheiten und körperlichen Gebrechen hinzukommen.

Viele Menschen kommen zudem nicht auf die erforderliche Zahl an Beitragsjahren. Dies dürfte in Zukunft noch weiter zunehmen, da das Renteneintrittsalter in den kommenden Jahrzehnten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit abermals erhöht werden wird. Wer sein Leben lang schwer gearbeitet hat, ist häufig nicht in der Lage, bis ins hohe Alter hinein weiterhin den eigenen Job auszuüben. Notfalls muss man bereits vorzeitig in Rente gehen und entsprechende Abschläge in Kauf nehmen. Kritiker merken an, dass dies womöglich mit einkalkuliert wird und jede Erhöhung des Renteneintrittsalters in Wirklichkeit auch eine versteckte Senkung der Renten ist.

Hinzu kommt, dass sich die Rentenkassen aufgrund des demografischen Wandels in den kommenden Jahrzehnten stetig wachsender Belastungen ausgesetzt sehen werden. Spätestens wenn die Generation der Baby-Boomer vollständig in Rente eingetreten ist, dürfte es für die zahlenmäßig wenigen jungen Menschen immer schwerer werden, das Rentenniveau mit ihren Einzahlungen aufrecht zu erhalten.
Der Anlagemarkt ist zu unsicher, um darüber Vorsorge betreiben zu können

Die meisten Menschen, die den Anlagemarkt scheuen, tun dies, weil sie fürchten, dort ihr Erspartes zu verlieren. Selbstverständlich ist die Anlage in Wertpapiere niemals vollkommen frei von Risiko. Mit der richtigen Anlagestrategie kann ein Totalverlust allerdings vollständig ausgeschlossen und das Verlustrisiko im Allgemeinen weitestgehend reduziert werden.

Die Wertpapieranlage hat nämlich keineswegs zwangsläufig etwas mit Zockerei und Spekulation zu tun. Wer beispielsweise in Produkte wie ETFs anlegt und sich für eine langfristig orientierte Anlagestrategie entscheidet, kann bei minimalem Risiko durchaus sehr hohe Renditen erzielen.

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Ferner verliert man das Geld bei einem solchen ETF nur dann, wenn man nach einem Kurssturz infolge einer Krise verkauft. Handelt man jedoch weitsichtig und belässt die Anteile im Depot, werden diese im Anschluss nach einer Krise auch wieder im Wert steigen. Dadurch verliert man letzten Endes kein Geld, sondern fährt stattdessen einen Gewinn ein.

Je mehr man sich dem Renteneintrittsalter nähert, desto stärker sollte man zudem ohnehin auf Anleihen setzen, die als äußerst wertstabil gelten und das bis dahin angesammelte Vermögen absichern können.

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