Flugtaxi-Aktien: Hype oder Zukunftstrend?

Wer kennt sie nicht? In Science-Fiction-Filmen dominieren die Bilder, in denen die Menschen mit Flugtaxen durch die Stadt schweben. Niemand steigt mehr in einen Bus oder ein Taxi – die Drohne ist das Beförderungsmittel der Zukunft. Anstatt mit einem Auto stundenlang im innerstädtischen Verkehr zu stehen, bringt das Flugtaxi effizient und schnell den Mitfahrer von A nach B. Klingt gut, oder?

Doch wie sieht es wirklich mit den Flugtaxen und den dahinter stehenden Unternehmen aus? Ist das Zukunftspotential real oder handelt es sich um einen neumodernen Hype, bei welchem Anleger viel Geld verlieren können?

Das ist ein Flugtaxi

Bei einem Flugtaxi handelt es sich um ein elektrisches Fluggefährt. Die ersten Flugtaxen haben noch einen Piloten an Bord. Langfristig sollen jedoch umbenannte Drohnen die Personenbeförderung in der Luft übernehmen. Dank Elektromotor gibt es keine umweltschädlichen Emissionen. Die Motoren funktionieren leise. Eine Besonderheit der Flugtaxen ist die Vertical-Takeoff-and-Landing-Technologie (eVTOL). Die Flugtaxen können senkrecht aufsteigen und landen – eine große Landebahn ist somit nicht mehr erforderlich. Vielmehr können Flugtaxen nahezu überall in der Stadt landen und wieder starten.

Gigantisches Marktwachstum

Die Flugtaxen befinden sich in einem spannenden Marktumfeld. 2050 sollen bereits 160.000 Flugtaxen im Einsatz sein. Gemeinsam mit den Service-Lösungen würde dies ein Erlös von über 90 Milliarden US-Dollar bedeuten. Die aktuellen Investitionssummen deuten bereits auf diese Entwicklung hin. Zwar gibt es kaum Flugtaxen, die sich aktuell im Einsatz befinden. Die forschenden Unternehmen treiben ihre Forschung jedoch derart aktiv voran, dass schon in einigen Jahren Flugtaxen zum städtischen Bild gehören dürften.

Hürden in der Praxis

In der Praxis gibt es jedoch noch einige Hürden. Die Vermeidung von Kollisionen, die Kontrolle des Luftverkehrs und auch die Bezahlung der Flugdienste säen Zweifel. Realistische Preise sind erforderlich, damit Passagiere das Flugtaxi dem normalen Taxi vorziehen. Zudem muss die Akzeptanz für Flugtaxen im Stadtbild weiter wachsen. Ein wichtiger Punkt ist ebenfalls die Reichweite. Mit einer steigenden Reichweite der Batterien würde der Einsatzbereich steigen.

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Viele Konkurrenten, wenig Erfolge

Der Markt für Flugtaxen ist enorm. Viele Konkurrenten tummeln sich heute im Marktumfeld. Nicht jedes Unternehmen wird ein leistungsfähiges Flugtaxi hervorbringen. Dazu kommt eine bevorstehende Konsolidierung der Branche. Experten gehen davon aus, dass lediglich 10-15 % der Flugtaxi-Unternehmen langfristig bestehen können. Wer das richtige Unternehmen auswählt, findet einen spannenden Investment-Case. Schließlich müssen sich die Gewinner den Markt nicht mehr mit allzu vielen Konkurrenten teilen.

Mit einem SPAC an die Börse

Immer mehr Flugtaxi-Unternehmen nutzen einen SPAC, um an die Börse zu gehen. Dabei handelt es sich um Mantelgesellschaften, die als Special Purpose Acquisition Company den Börsengang vereinfachen. Der SPAC-Boom im Jahr 2020 wirkte sich auch auf die Flugtaxi-Branche aus. Bereits in 2021 haben SPACs nach wenigen Wochen weit mehr als 50 Milliarden US-Dollar aufgenommen. Archer Aviation oder Blade Urban Air Mobility scheinen demnach, den Börsengang via SPAC zu planen. Doch auch Lilium und Volocopter aus Deutschland finden immer wieder in Berichten Erwähnung.

Das müssen Anleger wissen

Für Anleger sind Flugtaxi-Aktien eine spannende, aber riskante Sache. Flugtaxi-Projekte sind spannend und ein Megatrend. Mit Blick auf den Klimaschutz und die städtische Mobilität der Zukunft scheint es wahrscheinlich, dass Flugtaxen in unser Leben Einzug erhalten. Dennoch gibt es Risiken – große Unternehmen aus der Luftfahrt oder Automobilbranche forschen ebenfalls an nachhaltigen Lösungen. Nicht jedes kleine Unternehmen wird sich langfristig durchsetzen. Zugleich gibt es zwar die ersten Flugtaxi-Projekte. Die Technik befindet sich jedoch noch in den Kinderschuhen.

Spannende Flugtaxi-Aktien

Wer sich trotz aller Risiken für Flugtaxi-Aktien im Depot entscheidet, hat die Qual der Wahl. Schließlich gibt es einige Unternehmen, die an den Flugtaxen der Zukunft forschen und keine allzu schlechten Chancen haben.

EHang (WKN: A2PWWB)

Lange Zeit galt EHang als der Star am Himmel der Flugtaxi-Aktien. Ende 2020 wurde das chinesische Unternehmen innerhalb weniger Monate zu einem Tenbagger. Doch dann folgte der rasante Absturz – ein Shortsheller-Bericht stellte so ziemlich jeden Fortschritt im Unternehmen in Frage. EHang selbst wies die Vorwürfe scharf zurück und verweist auf die geplante Erweiterung der eigenen Produktionskapazitäten. Folglich eignet sich EHang nur für Anleger, die keine große Risiken scheuen.

Airbus (WKN: 938914)

Natürlich forschen auch die großen Luftfahrtunternehmen an Flugtaxen. Bei Airbus gibt es unterschiedliche Projekte, die an zukunftsweisenden Themen arbeiten. Neben Wasserstoff-Flugzeugen und innovativen Flugerlebnissen sind es auch Flugtaxen, die im Unternehmenskonzept der Zukunft eine Rolle spielen.

Uber (WKN: A2PHHG)

Lange Zeit galt Uber als führender Entwickler im Bereich Flugtaxen. Mit Urban Air sollte in Zukunft die städtische Mobilität umweltfreundlicher und effizienter gestaltet werden. Ende 2020 gab Uber jedoch bekannt, dass Joby Aviation die Flugtaxi-Sparte bekommt. Uber bleibt jedoch beteiligt. Falls Joby Aviation erfolgreich ist, könnte Uber viel Geld verdienen.

Geely (WKN: A0CACX)

Ebenfalls im Zukunftstrend Flugtaxen aktiv, ist der chinesische Automobilhersteller Geely. Dieser investiert regelmäßig in Start-ups, die sich mit der Flugtaxi-Entwicklung beschäftigen. Zugleich übernahm Geely beispielsweise den amerikanischen Hersteller Terrafugia, der bereits seit einigen Jahren an einem leistungsstarken Flugauto für mehrere Personen arbeitet. 2025 soll der Launch des Produkts erfolgen.

Nordic Unmanned (WKN: A2QK7L)

Beim skandinavischen Unternehmen Nordic Unmanned handelt es sich um einen europäischen Marktführer für Drohnentechnologie. Mittlerweile forscht das Unternehmen auch zunehmend an umbenannten Drohnen, die langfristig bei der Personenbeförderung mitwirken können. Der aktuelle Fokus liegt jedoch auf den Themen Nachhaltigkeit, Logistik, Digitalisierung und Verteidigung. Folglich bekommen Anleger bei Nordic Unmanned ein Unternehmen, das nicht nur von Zukunftsvision lebt, sondern bereits profitable Geschäftsbereiche ausgemacht hat.

Volocopter, Lilium und Co.

Zugleich gibt es auch deutsche Unternehmen, die sich noch gar nicht an der Börse befinden. Schenkt man Berichten Glauben, sind die Elektro-Jets von Lilium oder der deutsche Volocopter weit fortgeschritten. Die Zukunft wird zeigen, welches Unternehmen sich durchsetzt. Die deutschen Flugtaxi-Hersteller sorgen jedoch dafür, dass Deutschland zumindest in diesem Zukunftstrend einen Fuß in der Tür hat.

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