In Aktien investieren: Trading wird immer beliebter, doch was muss man beachten?

Das Investieren in Aktien erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das Jahr 2020 hat zu einem Boom an den Aktienmärkten geführt. Immer mehr junge Menschen wenden sich dem Thema Börse und Aktien zu. Die Zahl der Aktionäre hierzulande steigt deutlich an, obgleich man sich immer noch hinter vielen Ländern wie den USA, Großbritannien, Schweden, Schweiz oder die Niederlande befindet.

Doch nicht nur das Investieren in Aktien – mit langfristiger Ausrichtung – wird beliebter. Immer mehr Menschen versuchen sich auch am Trading und wollen kurzfristig an der Börse Geld verdienen. Anders als beim langfristigen Investieren in den Aktienmarkt – es gibt zahlreiche Gründe für langfristig steigende Aktienmärkte – sind die Risiken deutlich höher. Folglich wollen wir uns einmal anschauen, was man beim Investieren in Aktien oder Trading beachten muss, wenn immer mehr Menschen mit ihrem Ersparten an den Aktienmarkt gehen.

Mehr Aktionäre als in den letzten zwei Jahrzehnten

Die Corona-Pandemie sorgte in Deutschland für einen Börsenboom. Die kurzfristige Erholung an den Aktienmärkten – hier konnte fast jeder innerhalb weniger Monate tolle Renditen einfahren, die hohe Sparquote mangels Konsumausgaben sowie niedrige Zinsen sorgten für einen starken Zufluss von Privatvermögen an den Aktienmärkten. Anfang des Jahres 2021 gab es in Deutschland deutlich über 12 Millionen Aktionäre – mehr als in den letzten 20 Jahren. Zugleich verweist das deutsche Aktieninstitut darauf, dass jüngere Menschen immer mehr Aktien zur Altersvorsorge nutzen.

Trading-Apps an der Spitze der App Store Charts

In den letzten Monaten befand sich häufiger eine Trading App an der Spitze der App Charts. Die Mobile Broker konnten die sozialen Netzwerke abhängen. Immer mehr junge Menschen entschieden sich für ein Depot bei Scalable Capital, Trade Republic und Co. Die jungen, innovativen Anbieter wenden sich mit ihrem Angebot vornehmlich an die User, die hohen Wert auf mobile Handhabung und einfache Zugänglichkeit zum Aktienmarkt legen.

Mobile Broker: Einfacher handeln, häufiger handeln?

Doch der Siegeszug der Mobile Broker bietet nicht nur Vorzüge. Auf der einen Seite sind die Kosten beim Aktienkauf geringer, der Aktienmarkt ist zugänglicher denn je. Die Anmeldung und Legitimierung sind vollständig online möglich, sodass man schon zeitnah in Aktien investieren kann. Wer den Mobile Broker und sein dortiges Depot richtig einsetzt, kann das große Potential des Aktienmarkts ausnutzen. Allerdings verleiten die Mobile Broker auch zum häufigeren Handeln mit Aktien. Die App ist leicht angesteuert, nur wenige Klicks später ist eine Order in Auftrag gegeben. Zudem kann man dank Smartphone immer und überall auf neuste News reagieren. Dies sorgt dafür, dass häufig Entscheidungen emotionsbasiert erfolgen. Immer mehr Anleger traden oder entscheiden sich gegen den Buy-and-Hold-Ansatz – nicht unbedingt, weil sie es wollen, sondern weil die Emotionen überhandnehmen. Denn gerade Neulinge haben es am Aktienmarkt schwer, aus der heute schier unermesslichen Fülle an Daten die wirklich wichtigen Infos zu filtern.

Investieren vs. Trading

Dabei gibt es zwischen dem Investieren und Trading große Unterschiede, die man sich bewusst machen sollte. Das Investieren zielt darauf ab, langfristig in Vermögenswerte zu investieren. Dies können Aktien, ETFs, Immobilien oder sonstige Assets sein. Mit dem Investieren verfolgen Anleger das Ziel, langfristig an der Wertentwicklung zu partizipieren und beispielsweise fürs Alter vorzusorgen. Dafür entscheidet man sich am Aktienmarkt für eine Unternehmensbeteiligung. Man empfindet das Geschäftsmodell als zukunftsfähig und möchte sich somit langfristig daran beteiligen. Demgegenüber zielt das Trading darauf ab, Geld an den Finanzmärkten zu verdienen. Man möchte sich nicht an den jeweiligen Vermögenswerten beteiligen, sondern nur von der kurz- oder auch mittelfristigen Performance profitieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob man das Unternehmen gut findet oder dem Geschäftsmodell vertraut – einzig und allein die kurzfristige Performance ist entscheidend.

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Strategien unterscheiden, Emotionen beherrschen!

Wer die App seines Mobile Brokers öffnet und wieder eine Order eingeben möchte, sollte sich immer die Strategie bewusst machen. Denn zunächst einmal ist es wichtig, die Strategien zu unterscheiden. Möchte ich kurzfristig Geld an der Börse verdienen und traden? Oder möchte ich langfristig Vermögen aufbauen und in Unternehmen investieren?

Zugleich sollte man an der Börse immer die Emotionen unter Kontrolle behalten und keine Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen – dies gilt mitunter für das Investieren in Aktien und auch das aktive Trading. Emotionen sind der Feind jedes erfolgreichen Anlegers. Wenn dich Gier und Angst treiben, solltest du zu einer rationalen Strategie mit fest definierten Kriterien zurückkehren. 

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Dass die Börse immer beliebter wird, ist eine positive Entwicklung. Denn mit Blick auf unser Rentensystem, Inflation und niedrige Zinsen ist die private Vorsorge wichtiger denn je. Folglich führt an dem Investieren am Aktienmarkt kein Weg vorbei. Beim Trading sieht dies anders aus. Schließlich gibt es unzählige Wege, Geld zu verdienen, doch nur überschaubare Möglichkeiten, um dies langfristig gewinnbringend anzulegen. Wer dennoch Spaß am Trading hat, sich eine fundierte Strategie überlegt und diese erprobt sowie sich den Risiken bewusst ist, kann auch kurzfristiger am Aktienmarkt agieren. Wichtig ist es jedoch, beide Strategien genau voneinander zu trennen und niemals zu vermischen. Dann spricht nichts dagegen, langfristig in Aktien zu investieren und kurzfristig auf Kursgewinne zu spekulieren.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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