In Bitcoin investieren: Bringt uns der Coin die Zinsen zurück? 

Dass man heutzutage mit dem Sparbuch wirklich noch Zinsen bekommt, glaubt wohl nur unser Finanzminister und wohl chancenloser Kanzler-Kandidat Olaf Scholz. Die Zeiten, in denen man mit Festgeldkonto und Co. attraktive Erträge erwirtschaftet, gehören längst der Vergangenheit an. Im Gegenteil kennt das Zinsniveau bei einer langfristigen Betrachtung nur eine Richtung. Doch ist der Bitcoin die Lösung für all unsere Probleme und bringt uns möglicherweise sogar die Zinsen zurück?

Niedrigzinspolitik an jeder Ecke

Die Politik des billigen Geldes ist heutzutage wohl jedermann ein Begriff. Die Märkte werden mit einer unvorstellbaren Liquidität überschwemmt. Die Geldmenge M2 nahm zuletzt in der Corona-Pandemie deutlich zu. Das Geld sitzt bei den Notenbanken lockerer denn je. Auf der einen Seite sehen wir dies in Form günstiger Darlehen, die es bei jeder Bank gibt. Auf der anderen Seite verlangen zahlreiche Banken heute sogar Negativzinsen, wenn man ihnen das eigene Kapital zur Verfügung stellt. Das Prinzip der Verzinsung wird ad absurdum geführt. Wenn man auf das eigene Vermögen temporär verzichtet, wird man sogar noch bestraft. Die Niedrigzinspolitik hat zunehmend Auswirkungen auf den Alltag der Menschen.

Bitcoin als Gegenstück zu inflationären Fiat-Währungen

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Die Fiat-Währungen sind inflationär strukturiert. Als Beispiel peilen wir in der Euro-Zone eine jährliche Inflationsrate von 2 % an, auch wenn diese nicht immer erreicht wird. Im Gegenstück dazu ist der Bitcoin von Natur aus deflationär. Die Anzahl der geschürften Bitcoins ist begrenzt. Eine Ausweitung der Bitcoin-Menge ist nicht möglich. Als deflationäres Gegenstück zu den inflationären Fiat-Währungen könnte der Bitcoin somit eine wichtige Aufgabe übernehmen.

Bitcoin-Zinsen dank Lending-Services

Sogenannte Lending-Services bietet bereits heute Zinsen für Bitcoin an. Wer seine Bitcoins ihnen als Einlage zur Verfügung stellt, kann damit Geld verdienen. Beispielsweise offeriert BlockFi, der größte Lending Service dieser Art, aktuell für Bitcoin-Einlagen 5 % Zinsen. Bei Ethereum sind es immerhin noch 4,5 % – ein Vielfaches von den Zinsen auf Festgeldkonto und Co.

Höhere Zinsen bei Tether-Einlagen

Bei einer Einlage von Stable Coins wie Tether gibt es sogar über 8 % Zinsen. Dies zeigt, dass die Lending Services aktuell USDT-Einlagen als deutlich riskanter einschätzen. Wer folglich in Stable Coins investiert, verpasst die deutlichen Kurssteigerungen anderer Kryptowährungen. Dafür will er eine Entschädigung in Form höherer Zinsen. Dies hat auch BlockFi erkannt und vergütet den USDC aktuell mit 8,6 % Zinsen.

Weniger Liquidität = In Zukunft noch mehr Zinsen?

Zugleich spricht eine weitere Entwicklung für die zunehmende Relevanz von Bitcoin in Bezug auf Zinsen. Denn immer mehr Bitcoin-Börsen wie die bekannteste US-Kryptohandelsbörse Coinbase haben mit einem starken Abfluss von Bitcoins zu kämpfen. Die BTC-Liquidität sinkt kontinuierlich. Als Gegenmittel haben erste Börsen angefangen, Zinsen auf den Bitcoin zu zahlen, sofern die Anleger diesen auf der Plattform belassen. Früher gab es diese Belohnung auch noch für das Fiat-Geld auf der Bank, während heute fast nur noch der Bitcoin Zinsen liefert.

Risiken im Blick behalten

Doch natürlich sollten Anleger die Risiken im Blick behalten und die Zinsen beim Bitcoin nicht als Allheilmittel sehen. Denn der jüngste Krypto-Crash hat gezeigt, wie volatil die wertvollste Kryptowährung der Welt immer noch ist. Zugleich sind die Lending-Services nicht mit einer Einlagensicherung versehen. Dies geht mit einem höheren Risiko bei der Bitcoin-Einlage einher. Im schlimmsten Fall droht der Totalverlust. Doch es ist gerade diese Risikobereitschaft, für welche Bitcoin-Besitzer kräftig entlohnt werden.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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