Kann ein ETF die klassische Lebensversicherung ersetzen?

Über viele Jahrzehnte war die Lebensversicherung das klassische Finanzprodukt für deutsche Sparer. Das Geld, welches am Ende des Monats nicht benötigt wurde, floss nicht selten in die Lebensversicherung. Am Ende der Sparphase stand eine gute private Zusatzvorsorge für das Alter. Zudem war die Lebensversicherung Todesfallschutz und private Rente in einem. Diese klassische Lebensversicherung hat jedoch ausgedient, da sie viele Nachteile mit sich bringt, die im Folgenden näher beschrieben werden. Die Frage nach Alternativen stellt sich jedoch als schwierig heraus, weshalb geklärt werden soll, ob ETFs sich als neues Sparmodell für das Alter eignen.
Lebensversicherung mit vielen Nachteilen

Die klassische Lebensversicherung war über viele Jahre alternativlos, doch hat sie sich im Laufe der Zeit als unattraktiv herausgestellt. Faktoren wie Kosten, Flexibilität und Rendite spielen eine wichtige Rolle, bei denen Alternativprodukte bessere Konditionen bieten. Noch immer bestehen 85 Millionen Lebensversicherungen in Deutschland. Dies bedeutet rechnerisch, dass jeder mindestens einen solchen Vertrag besitzt. Doch sind die Zahlen der Neuabschlüsse stark rückläufig, was an drei Faktoren liegt. Faktor 1: Die klassischen Policen sind teuer! Der Verkäufer einer Lebensversicherung will durch eine Provision mitverdienen und über eine Verwaltungsgebühr seine Kosten decken. Gemeinsam machen diese Gebühren durchschnittlich drei Prozent der Beträge aus. Gehen wir davon aus, dass im Monat 200 Euro eingezahlt werden, kommen wir in 40 Jahren auf stolze 2.880 EUR, die dem Sparer mit seiner Unterschrift entgehen.

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Unflexible und renditeschwache Lebensversicherungen

Faktor 2: Lebensversicherungen sind unflexibel. Ein Sparer hat beim Abschluss seiner Lebensversicherung kaum eine Entscheidungsgewalt. Er kann nur aus wenigen Produkten auswählen, in welche er ein Leben lang investieren will. Auch wenn er vorzeitig kündigen oder die Einzahlungsbeträge ändern möchte, wird ihm dies nachteilig ausgelegt. An Überschusstöpfen wird der Investor in diesen Fällen nicht mehr beteiligt. Faktor 3: Die klassische Lebensversicherung wirft kaum Rendite ab. Der Garantiezins der Lebensversicherungen fällt seit Jahren. In den letzten zwanzig Jahren ist er von 4 % auf 0,9 % abgesackt. Der garantierte Wertzuwachs ist durch die hohen Kosten sogar auf 0,14 % gefallen. Eine Rendite, für die sich das Sparen kaum mehr lohnt.
ETFs als kostengünstige Alternative

Alle Punkte, die bei der klassischen Lebensversicherung als negativ herausgestellt werden konnten, sind im Falle eines ETFs eher positiv. Somit ist der ETF die ideale Alternative für Sparer. Beginnend bei den Kosten. Diese sind bei einem ETF sehr gering, was der Grund ist, dass Banken dieses Produkt ungern verkaufen. Durchschnittlich 0,34 Prozent vom Anteilswert fallen pro Jahr an Verwaltungsgebühren an. Hinzu kommen die Bankkosten für Order und Kontoführung. Durch diese zwei Faktoren kommen die Fonds nur auf einen Bruchteil der Kosten einer klassischen Lebensversicherung. Sparer müssen sich bei einem ETF selbst um den Abschluss kümmern, wodurch die Fonds zu einem Produkt für Selbstentscheider werden. Dadurch sind die ETFs jedoch äußerst flexibel. Dies beginnt bereits bei der Auswahl, da Sparer sich aussuchen können, ob sie in Aktien, Rohstoffe oder Währungen investieren wollen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, sich auf bestimmte Regionen oder Branchen zu spezialisieren.

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Nutzen aus Flexibilität und hohen Gewinnen ziehen

Flexibel sind Sparer auch bei ihren monatlichen Beträgen. Entweder bedienen sie einen Sparplan oder zahlen selbst in regelmäßigen Abständen in den ETF ein, wobei die Ordergebühren hierbei beachtet werden sollten. Ein ETF hat den Vorteil, dass er immer gestoppt werden kann. Also, dass keine Beiträge mehr eingezahlt werden, ohne dass dem Sparer Nachteile entstehen. Außerdem ist die Liquidität jederzeit gegeben, denn der ETF kann dauerhaft gekündigt und ausgezahlt werden. Ein dritter positiver Faktor sind die hohen Renditen. Ein ETF hat keinen Garantiezins, aber ein Blick auf die Vergangenheit zeigt, dass die Börsen im Laufe der Jahrzehnte immer angestiegen sind. Ein klassischer ETF ist beispielsweise der MSCI World, der eine Aktiensammlung aus der gesamten Welt nachbildet und somit eine hervorragende Risikostreuung bietet. In den vergangenen fünf Jahren konnte der MSCI World durchschnittlich 8 % Wertzuwachs im Jahr generieren. Je nach Spezialisierung können Sparer auch deutlich höhere Renditen erreichen oder aber Verluste einfahren, sollten sie komplett auf eine Karte setzen. Dieses Verhalten ist bei einem ETF als Altersvorsorge jedoch keinesfalls ratsam.
Lebensversicherungen bieten Rundumschutz mit Nachteilen

Trotz aller Kritik kann den Lebensversicherungen zu Gute gehalten werden, dass sie neben dem Produkt für die Altersvorsorge gleichzeitig als Todesfall- und sogar in manchen Gebilden als Berufsunfähigkeitsschutz dienten. Somit mussten Sparer keine weiteren Verträge bedienen und konnten die Kosten einsparen. Dennoch lässt sich sagen, dass es noch immer günstiger ist, die Verträge einzeln abzuschließen. Wer seine Hinterbliebenen absichern möchte, schließt eine Risiko-Lebensversicherung bei einem Direktanbieter ab. Diese Produkte sind nicht teuer und erfüllen den gleichen Zweck wie eine Lebensversicherung mit Todesfallschutz. Gleiches gilt für die Berufsunfähigkeitsversicherungen, die ebenfalls gerne mit einer Lebensversicherung kombiniert wurden. Zwar ist diese Versicherung etwas teurer, aber in der Gesamtheit ist der Abschluss einer Einzelversicherung noch immer günstiger als das Kombiprodukt gemeinsam mit der Lebensversicherung.

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Risikoleben, Berufsunfähigkeit und Fonds getrennt bedienen

Kostenbewusste Sparer schließen somit anstatt einer klassischen Lebensversicherung besser drei Produkte ab. Über eine Risiko-Lebensversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung und einen ETF-Sparplan als Einzelprodukte lassen sich die besten Leistungen erreichen und die höchsten Renditen erzielen. Die klassische Lebensversicherung hat aus diesem Grund zurecht ausgedient und kann problemlos durch die drei vorgestellten Produkte ersetzt werden.

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1 KOMMENTAR

  1. Aber was machen wenn man bereits seit Jahren eine klassische LV bedient. Kündigen ist ja auch keine Option und ab einem gewissen Alter kommt man in die Einzelversicherungen auch nicht mehr!

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