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Kosten beim ETF-Handel: Auf das Kleingedruckte achten
Kosten beim ETF-Handel: Auf das Kleingedruckte achten

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Im Vergleich zu anderen Finanzprodukten darf der ETF-Handel durchaus als kostengünstig bezeichnet werden. Dennoch kommt auf den Investor die ein oder andere Gebühr zu, die in die Kalkulationen mit einbezogen werden sollten. Besonders unerfahrene Sparer sollten sich jederzeit im Klaren darüber sein, welche Kosten auf sie zukommen, wenn Sie Teile von einem Fonds kaufen, halten oder verkaufen wollen. Wir geben einen Überblick zu Begriffen wie Ordergebühren, Verwaltungskosten und Gesamtkostenquote.

ETF-Investments nicht kostenlos

Damit die Rendite von einem ETF errechnet werden kann, müssen vom Ertrag sämtliche Kosten abgezogen werden, die ein Sparer während seiner Investitionsphase bezahlen musste. Die Gesamtkostenquote (TER), die beispielsweise Verwaltungsgebühren, Depotbankgebühren oder Lizenzgebühren enthalten, sind häufig noch transparent. Diese lassen sich im Factsheet und im Produktbeiblatt KIID, welches jeder ETF besitzt, ohne weitere Probleme ablesen. Doch beim Fondssparen kommen weitere Kosten auf den Investor zu, die häufig nicht beachtet werden. Dies sind die Total Cost of Ownership (TCO). Kauf- und Verkaufskosten oder mögliche versteckte Kosten rücken bei dieser Art der Gebühr in den Fokus. Erst wenn TER und TCO gemeinsam beachtet werden, lässt sich eine deutliche Aussage zu den Kosten eines ETFs machen. Ebenfalls können Steuern auf die Gewinne als Kosten bezeichnet werden, wobei dies auf alle Finanzerträge zutrifft.

Tipp
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Externe Kosten als erster Schritt

Bevor ein Sparer in einen ETF investieren kann, muss er ein Depotkonto bei einer Bank haben. Für das Eröffnen eines solchen Kontos sollten keine Kosten anfallen, allerdings verlangen zahlreiche Geldhäuser Gebühren für die Kontoführung, die meist monatlich zu bezahlen sind. Diese variieren in ihrer Höhe stark von Bank zu Bank, wobei es auch zahlreiche Geldhäuser gibt, die keine Gebühren erheben. Insbesondere Online-Banken ohne ein eigenes Filialnetz verzichten oft auf die monatlichen Zuschläge. Ein weiterer externer Kostenpunkt sind die Ordergebühren. Depotbanken verlangen für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren ein Entgelt. Auch diese Gebühr kann in ihrer Höhe stark variieren, jedoch sind die Geldhäuser sehr transparent und müssen bereits vor dem Kaufabschluss die Kosten auflisten.

Investoren sollten sich die Kosteninformationen vor jedem Kaufabschluss anschauen, da je nach Produkt sehr hohe Gebühren entstehen können. Auf der anderen Seite locken viele Geldhäuser mit Sonderaktionen, wodurch Ordergebühren eingespart werden können. Ein dritter externer Kostenfaktor ist der sogenannte Spread. Hierbei handelt es sich um die Differenz zwischen dem Brief- und dem Geldkurs. Also zwischen den Kauf- und Verkaufspreisen für einen ETF. Die Differenz kann sich mehrmals am Tag ändern. Am günstigsten ist eine Order meist zu den offiziellen Börsenzeiten des Landes, in dem der ETF gelistet ist.

Gesamtkostenquote verstehen lernen

Neben den externen Kosten besitzen Fonds mehrere interne Gebühren, die allesamt unter der Gesamtkostenquote (TER) zusammengefasst werden. Die TER eines ETFs sind gemeinsam in einem Prozentsatz angegeben und lassen sich so sehr schnell im Prospekt ablesen. Die internen Kosten sind eine Mischung aus Verwaltungsgebühren, dem Marketingbudget, den Depotbankgebühren und den Lizenzkosten. Die Verwaltungsgebühr deckt die Betriebs- und Managementkosten. Der ETF-Anbieter führt über die Einnahmen die Indexnachbildung durch und zahlt die Kosten für das Portfolio-Management, die Wirtschaftsprüfung, die Revision und das Personal. Die Marketinggebühr deckt die Kosten, die der Vertrieb und die Vermarktung des ETFs in Anspruch nehmen. Hierunter fallen beispielsweise die Kosten für Produktbroschüren und Werbeanzeigen. Die Depotbankgebühren werden eingezogen, um davon die Bank zu bezahlen, die den ETF mit den enthaltenen Wertpapieren hält.

Die Lizenzgebühren eines ETFs muss der Anbieter an den Betreiber des Börsenindex weiterleiten, den der Fonds nachbildet. Welchen Anteil die einzelnen Posten innerhalb des TER einnehmen, wird dem Anleger meist nicht transparent aufgeschlüsselt. Dieser muss sich mit der Angabe des gesamten TER begnügen, wobei er hierdurch schon einen guten und verlässlichen Anhaltspunkt hat. Neben den erwähnten Kosten kann gerade bei Investitionen in Rohstoffe eine weitere Gebühr hinzukommen. Hierbei handelt es sich um Depot- und Lagergebühren der Rohstoffe, wenn eine physische Hinterlegung für den ETF stattfindet. Diese und evtl. weitere Kosten finden häufig nur im Kleingedruckten ihre Erwähnung, weshalb Investoren sich genau informieren sollten.

TER im Benchmark sehen

Damit ein Investor weiß, welche ETFs kostengünstig sind und welche als teuer bezeichnet werden können, sollte er die Gesamtkostenquote der vorhandenen Produkte vergleichen. Im Schnitt liegt der TER im europäischen Durchschnitt bei 0,34 %. Das bedeutet, jährlich fallen 0,34 % Gebühren vom Anteilswert an. Nach diesem Wert können Interessenten sich richten und ihre Wunschprodukte damit vergleichen. Wichtiger als die Kosten ist jedoch immer die Rendite, da diese deutlich mehr ins Gewicht fällt. Ein Produkt, welches kaum Rendite abwirft, kann noch so günstig sein. Während bei einer starken Rendite selbst hohe Kosten kaum von Bedeutung sind. Die Gesamtkostenquote der ETF fällt Jahr für Jahr geringer aus.

Dies liegt daran, dass immer mehr ETFs den Markt erobern und immer neue Anbieter hinzukommen. Dieses große Angebot lässt die Preise sinken, wodurch Verbraucher profitieren. Zu guter Letzt sei darauf hingewiesen, dass Investoren niemals die Steuer vernachlässigen dürfen. Der Steuersatz auf Vermögensgewinne ist mit 25 % klar definiert. Hinzu können Kosten für die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag kommen. Sparer, die ihren Ertrag errechnen wollen, müssen neben dem TER und den externen Bankgebühren somit immer auch die Steuer vom Gewinn abziehen.

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