Robinhood IPO: Sollte man die Aktie des Onlinebrokers kaufen? 

Der US-amerikanische Onlinebroker Robinhood strebt an die Börse. Im letzten Jahr wurde immer wieder diskutiert, wann der Broker den IPO wagt. Schließlich war das Wachstum enorm. Zugleich wagen die meisten Unternehmen ihren Gang aufs Börsenparkett, solange das Wachstum intakt ist. Im März gab Robinhood bekannt, dass der Antrag für eine Erstnotiz bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingereicht wurde. Das mediale Interesse war enorm.

Robinhood IPO steht bevor

Der Robinhood IPO dürfte nicht mehr allzu weit entfernt sein. Insider gehen davon aus, dass Robinhood noch im Juni an die Börse geht. Der Börsengang soll an der US-amerikanischen Nasdaq erfolgen. Doch darüber hinaus sind Informationen bis heute Mangelware. Noch wissen interessierte Anleger nicht, wann genau der IPO stattfindet und welches Volumen dieser haben könnte? Die Gerüchteküche brodelt – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Angekratzter Ruf

Trotz des enormen öffentlichen Interesses und der rasanten Wachstumsstory hört man nicht nur positive News rund um Robinhood. Zuletzt mehrten sich negative Schlagzeilen. Als Reddit-Trader und Hegdefonds bei der Gamestop-Aktie ein Kräftemessen wagten, kam dem US-Broker eine unschöne Rolle zu. Schließlich stoppte die Plattform zwischenzeitig den Handel – die Reddit-Meute bedankte sich mit unzähligen negativen Ratings im App-Store. Kritiker verweisen auf die engen Verbindungen zu Hedgefonds. Immer wieder hört man, dass Robinhood Daten an die großen Unternehmen verkaufen würde, um den kostenlosen Handel mit Wertpapieren zu finanzieren.

Fehlende Liquidität bei Robinhood

Darüber hinaus gab es zuletzt von renommierter Seite Kritik an Robinhood. Ein Experte des Risikokapitalgebers V.C. Ventures steht Robinhood skeptisch gegenüber. Mit immer geringeren Gebühren und Spreads kann Robinhood langfristig nur schwer Geld verdienen. Zugleich wirbt Robinhood zwar mit der Nutzerfreundlichkeit der Broker-App – allerdings läuft der Brokerage regelmäßig seinem Anspruch hinterher.

Zugleich ist es insbesondere die fehlende Liquidität, die dem Experten ins Auge gestochen ist. Denn der Handelsstopp bei der Gamestop-Aktie sei laut US-Broker darauf zurückzuführen, dass man nicht die geforderten Sicherheiten in Höhe von drei Milliarden USD bei der zuständigen Clearing-Stelle hinterlegen konnte.

Intaktes und zukunftsträchtiges Geschäftsmodell  

Nichtsdestotrotz ist das Geschäftsmodell von Robinhood grundsätzlich intakt. Immer mehr junge Menschen wenden sich der Börse zu. Hier wollen sie entweder schnelles Geld beim Trading verdienen oder langfristig mangels Anlagealternativen in Aktien und ETFs investieren – Robinhood hat eine enorme Reichweite und profitiert vom Börsen-Boom. Zugleich könnte man langfristig expandieren und sich weitere, noch nicht erschlossene, Märkte suchen. Selbst ein Börsencrash würde dem Unternehmen nicht schaden. Im Gegenteil könnte das Handelsvolumen sogar ansteigen.

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Sind IPOs für Privatanleger der Gamechanger?

Zuletzt machte die Nachricht die Runde, dass Robinhood in Zukunft IPOs für Privatanleger zugänglicher machen möchte. Das erklärte Ziel des Unternehmens ist die Demokratisierung der Finanzbranche. Die IPOs scheinen folgerichtig der nächste Schritt. Sowohl beim eigenen Robinhood-IPO als auch bei anderen Börsengängen sollen Privatanleger zukünftig einfacher direkt Anteilsscheine kaufen können. Dafür möchte man eine eigene Plattform konstruieren – allerdings befinden sich die Pläne noch ganz am Anfang. Für Kursfantasie ist jedoch schon jetzt gesorgt.

Wie wird Robinhood bewertet?

Bis heute gibt es keine genauen Angaben zum Emissionsvolumen und der konkreten Bewertung von Robinhood. Experten schätzen die angestrebte Bewertung auf 20-40 Milliarden US-Dollar. Hier bleibt ein enormer Spielraum. Doch selbst bei Zugrundelegung der niedrigsten Schätzungen in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar wäre die Bewertung äußerst ambitioniert.

Im ersten Quartal 2021 belief sich der Umsatz auf rund 330 Millionen Dollar – hochgerechnet auf das ganze Jahr könnten bestenfalls 2 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden. Dann müsste Robinhood im Laufe des Jahres noch schneller wachsen, was wohl in den eher schwachen Börsenmonaten im Sommer eher unwahrscheinlich scheint. Folglich würde das 2021er KUV mindestens 10 betragen – wahrscheinlich jedoch deutlich höher.

Zum Vergleich hatte Trade Republic bei seiner letzten Finanzierungsrunde – und einer deutlichen Erhöhung der Bewertung – ein KUV von rund 5.

Sollte man die Robinhood Aktie nach IPO kaufen?

Robinhood ist ein spannendes Unternehmen, das ein intaktes Geschäftsmodell hat. Zugleich profitiert man vom Börsenboom, da insbesondere junge Anleger gerne beim US-Broker traden. Dennoch stand Robinhood des Öfteren in der Kritik. Die Bewertung wird voraussichtlich gigantisch sein. Nichtsdestotrotz könnte der mediale Rummel die Aktie kurzfristig treiben. Mittelfristig sollten jedoch heftige Korrekturen eintreten. Wer von Robinhood überzeugt ist, kann diese Korrekturen nutzen, um einen Einstieg zu wagen – immer mit Blick auf Wachstumszahlen und Bewertung.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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