Smartbroker oder Onvista: Welcher Broker ist besser?

Onvista gilt seit vielen Jahren als bekannte Größe unter den deutschen Online-Brokern. In letzter Zeit drängen jedoch eine Reihe junger Herausforderer auf den Markt. Einer der derzeit erfolgreichsten davon ist Smartbroker. Mit seinem extrem günstigen Kostenmodell mischt der Neuling seit Anfang dieses Jahres das Konkurrenzfeld auf. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die beiden Anbieter deutlich voneinander. Doch wie schneiden sie ganz konkret im Vergleich zueinander ab?
Depot und Negativzins

Sowohl Smartbroker* als auch die Onvista Bank* bieten ihren Kunden eine kostenlose Depotführung an. Auch beim Einlösen von Dividendenscheinen und fälligen Papieren fallen keine Extrakosten an. In deser Hinsicht gehen beide Anbieter mit der Zeit. So positiv die Entwicklung hin zur kostenlosen Depotführung ist, so negativ stoßen vielen Anlegern hingegen Negativzinsen auf das Kontoguthaben auf. Hier lassen sich bei beiden Anbietern erste Unterschiede feststellen.

Smartbroker*     Onvista*

Onvista und Smartbroker verlangen beide erst ab einem gewissen Punkt ein sogenanntes Verwahrentgeld. Bei Smartbroker ist dies abhängig von der jeweiligen Cashquote des Nutzers. Liegt diese über 15 Prozent, erhebt der Online-Broker ein Verwahrentgeld in Höhe von 0,5 Prozent. Allerdings können Anleger diesen Negativzins mit geringem Aufwand umgehen.

Während der ersten drei Monate nach Kontoeröffnung erhebt Smartbroker* unabhängig von der Cashquote keinen Negativzins. Dies gibt Einsteigern ausreichend Zeit, sich in Ruhe ihr Portfolio zusammenzustellen, ohne dabei unter Zeitdruck zu geraten. In der Folgezeit schaut Smartbroker auf die durchschnittliche Cashquote. Beträgt der Anteil des Guthabens auf dem Verrechnungskonto im Durchschnitt mehr als 15 Prozent im Verhältnis zum Wertpapierbestand, wird der Negativzins fällig. Da es bei der Berechnung stets nur auf das durchschnittliche Verhältnis ankommt, ist es ohne Zusatzkosten möglich, das eigene Konto kurzfristig stärker zu füllen.
Bei Onvista* müssen Anleger diesbezüglich weniger aufpassen, da das Gebührenmodell sehr geradlinig ist. Kunden müssen erst ab einem Kontoguthaben von 250.000 Euro einen Negativzins entrichten. Ferner gilt dies nur für Konten, welche ab Januar 2020 eröffnet worden sind. Da die meisten Privatanleger unterhalb dieser Schwelle bleiben dürften, können sie diesen Kostenpunkt zumeist ignorieren.

Handelsplätze

Smartbroker* erlaubt es seinen Nutzern, an sämtlichen Börsen und elektronischen Handelsplätzen deutschlandweit zu handeln. Hinzu kommt eine Vielzahl ausländischer Handelsplätze. Dazu gehören u. a. NYSE und NASDAQ in den USA sowie diverse andere Handelsplätze in England, Frankreich, Hongkong, Japan usw. Zusätzlich bietet Smartbroker die Möglichkeit zum außerbörslichen Handel mit zahlreichen Banken.

Auch Onvista* bietet eine umfassende Auswahl an Inlandshandelsplätzen. Lediglich auf gettex sowie Lang & Schwarz müssen Kunden in diesem Fall verzichten. Was die ausländischen Handelsplätze angeht, ist Onvista gänzlich auf den US-Markt ausgerichtet. Verfügbar sind hier lediglich NYSE, NASDAQ und AMEX. Beim außerbörslichen Direkthandel steht Onvista Smartbroker hingegen in nichts nach.

Smartbroker*     Onvista*

Handelskosten

Erst diesen Mai hat Smartbroker* einige erhebliche Änderungen an seinem Gebührenmodell vorgenommen. Diverse Gebühren wurden gesenkt oder gänzlich abgeschafft. Über gettex ist der Handel mit Wertpapieren komplett kostenfrei. Bei Lang & Schwarz fällt pro Order eine Gebühr von 1 Euro. Voraussetzung hierfür ist, dass das Ordervolumen mindestens 500 Euro beträgt. Andernfalls beläuft sich der Preis fest auf 4 Euro je Order. Bei allen anderen deutschen Handelsplätzen werden unabhängig vom Odervolumen stets 4 Euro je Order fällig. Ferner haben Kunden die Möglichkeit, im Direkthandel kostenlos Derivate von den Premiumpartnern Morgan Stanley, HSBC und Vontobel zu erstehen. International wird pro Order eine Basisprovision von jeweils 9 Euro pro Order zzgl. Handelsplatzentgeld fällig.

Onvista* bietet im Gegenzug keine kostenlosen Trades über spezifische Handelsplätze an. Dort müssen Kunden grundsätzlich eine feste Orderprovision von 5 Euro für inländische Handelsplätze zzgl. einer pauschalierten Handelsplatzgebühr von 2 Euro zahlen. Beim Handel über einen der drei US-Handelsplätze fällt hingegen eine feste Ordergebühr von 10 Euro zzgl. einer pauschalierte Handelsplatzgebühr von 5 Euro an. Das Ordervolumen spielt dabei grundsätzlich keine Rolle.

ETFs und Sparpläne

Sowohl Onvista* als auch Smartbroker* erlauben es Kunden, Anteile gemanagter Fonds ohne Aufgabeaufschläge zu kaufen. Die Einmaleinlage in ETFs erfolgt bei beiden zum entsprechenden Orderpreis.

Was das Angebot an Sparplänen anbelangt, bietet Smartbroker eine deutlich größere Auswahl. Anleger können dort zwischen rund 600 sparplanfähigen ETFs wählen. Über die Hälfte davon ist mit einer festen Gebühr von 0,20 Prozent je Ausführung versehen. Die minimale Gebühr beläuft sich dabei jedoch auf 0,80 Euro. Die Ausführung eines Sparplans ist bereits ab einer Sparrate von 25 Euro möglich. Das Maximum beträgt dabei 3.000 Euro. Aufgrund des Gebührenmodells zahlen Sparer, deren Sparraten sich zwischen 25 und 400 Euro befindet, stets die gleiche Mindestgebühr von 0,80 Euro. Erst bei noch höheren Raten übersteigt der prozentuale Wert die Minimalgebühr. Doch selbst bei einer Sparrate von 3.000 Euro fallen pro Ausführung gerade einmal 6 Euro Gebühr an.

Daneben bietet Smartbroker* ein umfangreiches Sortiment an Aktions-Sparplänen. Insgesamt können Kunden dadurch gebührenfrei in mehr als 270 ETF-Sparpläne investieren. Es handelt sich dabei um Indexfonds namhafter Anbieter wie Amundi, BNP Paribas, Xtrackers oder Lyxor.

Im Gegensatz dazu gestaltet sich das Angebot an sparplanfähigen ETFs bei Onvista* deutlich übersichtlicher. Derzeit können Kunden dort zwischen 149 verschiedenen ETF-Sparplänen von sechs verschiedenen Anbietern wie beispielsweise iShares oder Vanguard wählen. Zwar kann die Onvista Bank hinsichtlich der Auswahl an Sparplänen nicht mit Smartbroker mithalten. Allerdings finden sich auch hier viele der beliebtesten ETFs auf die großen, bekannten Indizes. Onvista bietet derzeit keine Aktions-Sparpläne an. Anders als bei Smartbroker ist die Ausführungsgebühr zudem grundsätzlich auf 1 Euro festgelegt.
Auch hinsichtlich der möglichen Sparraten ist die Spanne bei Onvista* geringer als bei Smartbroker*. Die Mindestsparrate beträgt 50 Euro, während das Maximum bei 500 Euro liegt. Anleger können wählen, ob sie einen ETF im monatlichen oder vierteljährlichen Intervall besparen wollen. In diesem Bereich erlaubt Smartbroker ebenfalls eine größere Flexibilität.

Nutzung und Auftritt

Sowohl Smartbroker* als auch Onvista* bieten einen übersichtlichen und hochgradig professionellen Internetauftritt. Beide Online-Broker erlauben den Handel über den Browser. Speziell der Trading-Bereich bei Onvista beitet die Möglichkeit, die Benutzeroberfläche ähnlich einem Desktop zu individualisieren.

Smartbroker*     Onvista*

Weder Smartbroker noch Onvista verfügen über eine Funktion zum Mobile Trading. Andere Broker bieten eine App an, über die Kunden jederzeit mit dem Smartphone auf ihr Depot zugreifen und in gewohnter Manier eine Order aufgeben. Vom Design und der Funktionsweise lehnt sich das Ganze stark an das traditionelle Webtrading an.

In puncto Service bietet Onvista seinen Kunden etwas mehr als Smartbroker. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, sich über kostenlose Online-Seminare Know-how über die Wertpapieranlage sowie diverse andere Finanzthemen anzueignen. Zudem können Anleger über ein kostenfreies Demokonto bis zu 15 verschiedene Musterdepots nachbilden, um diverse Anlagestrategien zu testen. Ferner erlaubt Onvista die Eröffnung von Gemeinschafts- und Juniordepots. Bei Smartbroker besteht diese Möglichkeit derzeit nicht.

Beide Online-Broker räumen ihren Kunden auf Wunsch einen Wertpapierkredit ein. Smartbroker erlaubt eine Einrichtung ab 15.000 Euro bei einem Zinssatz von aktuell 2,25 Prozent. Die Onvista Bank ermöglicht bereits einen Kredit ab 5.000 Euro. Der effektive Jahreszins beläuft sich dort allerdings auf 4,34 Prozent.

Hintergrund und Organisation

Die Onvista Bank* existiert in unterschiedlicher Form bereits seit 1997. Das bekannte Finanzportal Onvista, hatte anfangs nichts mit der Bank zu tun. Nach einer Übernahme und einer Umbenennung kooperieren die beiden nun jedoch eng miteinander. 2017 wurden beide Marken von der comdirect übernommen. Insgesamt steht die Onvista Bank in der Welt der Online-Broker für ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Beständigkeit.
Smartbroker* wurde im Gegensatz dazu erst im Dezember 2019 gegründet. Das Unternehmen ist als reiner Online-Broker ohne eigene Banklizenz unterwegs. Für die Führung von Depot und Konto arbeitet man mit der DAB BNP Paribas zusammen. Smartbroker erfreute sich von Anfang an einer hohen Beliebtheit. Sein starkes Wachstum ist dabei zu einem großen Teil auf Börseneinsteiger zurückzuführen, welche in den vergangenen Monaten vermehrt an die Märkte geströmt sind. Smartbroker und die Onvista Bank sind beide Teil des deutschen Einlagensicherungssystems.

Vorzüge im direkten Vergleich

Was unmittelbar für Onvista* spricht, ist die lange Zeit, über welche der Anbieter bereits besteht. Es handelt sich hierbei um einen etablierten Player, der auch hinsichtlich seines Gebührenmodells im Großen und Ganzen sehr beständig agiert. Dies macht Onvista vor allem für Anleger interessant, welche ihr Depot gerne über lange Zeit hinweg bei einem Anbieter belassen wollen und sich daher ein höheres Maß an Zuverlässigkeit und Beständigkeit wünschen.

Das Festpreis-Depot der Onvista Bank lohnt sich in erster Linie für Buy & Hold Anleger, die gerne höhere Ordervolumen nutzen. Da Negativzinsen erst ab einem Kontoguthaben von über 250.000 Euro erhoben werden, können auch Privatanleger mit einem höheren Budget ihr Geld bedenkenlos bei Onvista zwischenlagern, ohne sofort auf zusätzliche Gebühren achten zu müssen.
Smartbroker* ist ein junger, aufstrebender Online-Broker mit einem überaus aggressiven Kostenmodell. Besonders Vieltrader kommen hier voll auf ihre Kosten. Neben dem günstigen Gebührenmodell weiß Smartbroker vor allem mit seinem hervorragenden Angebot an ETF-Sparplänen zu überzeugen. Sowohl preislich, wie auch in Sachen Flexibilität schneidet Smartbroker in diesem Punkt besser ab als Onvista.

Gleichfalls ist Smartbroker erst seit sehr kurzer Zeit am Markt. Momentan geht die Tendenz in Richtung Billig-Broker mit möglichst niedrigen Gebühren. Es lässt sich jedoch schwer sagen, wie sich die Dinge langfristig entwickeln könnten. Derzeit muss Smartbroker noch zeigen, dass man dort über den gleichen langen Atem verfügt wie Onvista.

Insgesamt lassen sich beide Broker empfehlen. Welche Vorzüge im direkten Vergleich überwiegen, hängt letztlich von den Vorlieben des jeweiligen Anlegers ab.

Smartbroker*     Onvista*

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4 KOMMENTARE

  1. Ganz klar Smartbroker. Der Webinterface im Kundenbereich ist bei der Onvista einfach furchtbar und wenn an den Börsen viel los ist kackt die Seite auch einfach mal ab. So ging im Corona Crash und auch nach der Brexit Abstimmung teilweise nichts mehr weil es Probleme mit der IT gab.

    • Die Stabilität des Handelssystems von Onvista ist nicht solide. Wenn man eine Order geben, bekommt man
      doppelt ausgeführt. Außerdem gibt es Abzocke bei der Funktionalität von Benutzeroberfläche kennenzulernen.
      Es gibt Kostenpflicht Button, ohne vorher Warnung zu klicken. Es kostet mehr als 14 Euro, um real Kurs anzuschauen

  2. OnVista hat KEINE eigene App mit Anbindung zum Depot. DAS IST QUATSCH. Die OnVista App bei Apple ist ist die App des OnVista Portals und hat NICHTS mit der Bank zu tun. Sehr schlecht recheriert ! Ich suche schon seit Jahren nach einer App, um mit OnVista zu traden. Keine Chance. Ich komme auser über den Browser NICHT auf mein Depot. Bitte UNBEDINGT korrigieren.

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