Mit Aktien & ETFs in die Autobranche investieren

Auf die Corona-Krise folgt die Autokrise. Weltweit verzeichnete der Automarkt seinen tiefsten Einbruch seit vielen Jahrzehnten. Gleichfalls gibt es erste Zeichen der Erholung. Allerdings wird zunehmend klar, dass nicht jeder Autobauer in gleichem Maße mit der Krise fertig wird. Wer jetzt in die Automobilbranche einsteigen möchte, sollte daher genauer hinschauen.
Massive Umsatzeinbrüche

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat für die erste Jahreshälfte einen Rückgang bei den Neuzulassungen um rund 35 Prozent verkündet. Für das Gesamtjahr geht man hingegen von einem Minus von 23 Prozent aus. Der deutsche Automobilmarkt wurde von der Krise hart getroffen. Dennoch scheint zumindest das Schlimmste überstanden zu sein.

Deutschland bewegt sich damit im Gleichschritt mit dem gesamteuropäischen Markt. Für diesen soll sich das Jahresminus auf rund 24 Prozent belaufen. In den USA gehen Experten derweil von einem Rückgang um 4,5 Millionen Neuwagen aus. Statt 17,5 Millionen würden damit dieses Jahr lediglich 13 Millionen Neuwagen in den Vereinigten Staaten zugelassen werden.

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Erste Erholung in Sicht

Im Juli hatte sich die Lage auf dem deutschen Automarkt zuletzt deutlich aufgehellt. Im Vergleich zum Vormonat Juni stieg die Zahl der Neuzulassungen um 43 Prozent an. Getragen wurde dieser Anstieg vom Privatkundensegment. Die Zahl der gewerblichen Neuzulassungen war hingegen weiterhin rückläufig.

Auch bei der Art des Antriebs gibt es erhebliche Unterschiede. Der Anteil von Benzinern und Dieseln an den Neuzulassungen sank jeweils. Im Gegenzug stieg der Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen um über 180 Prozent. Auch Hybridfahrzeuge verbuchten einen Zuwachs von rund 140 Prozent.

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Unterschiedliche Entwicklungen bei den Autobauern

Teils deutliche Unterschiede gibt es derzeit bei den verschiedenen deutschen Autobauern. Mini, BMW, Mercedes und Porsche gelang es jeweils sogar, ihr Vorjahresergebnis für den Juli zu übertreffen. VW verkaufte hingegen rund 3,3 Prozent weniger Autos als im Juli 2019. Smart, Opel und Audi mussten hingegen jeweils zweistellige Rückgänge im Vergleich zum Vorjahresniveau einstecken.

Ein noch differenzierteres Bild ergibt sich jedoch, wenn man auch berücksichtigt, wie viel Gewinn bzw. Verlust die einzelnen Unternehmen derzeit mit ihren Modellen erwirtschaften. Diese Zahlen gehen aus einer neuen Studie von Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hervor. Trotz seiner gestiegenen Verkaufszahlen erzielt BMW derzeit pro Modell einen Verlust von rund 1.100 Euro. Auch Mercedes und Audi bewegen sich derzeit mit einem Minus von rund 600 Euro pro verkauftem Wagen in der Verlustzone. Während der Autoabsatz von VW im bisherigen Jahresverlauf um rund 28 Prozent eingebrochen ist, beläuft sich der Verlust des Unternehmens momentan auf ca. 415 Euro pro Wagen.

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Völlig anders sieht die Sache derweil bei Porsche und Tesla aus. Porsche verdient momentan mit jedem verkauften Auto rund 11.000 Euro. Auch Tesla steht derzeit mit einem Verdienst von 3.000 Euro pro verkauftem Wagen gut da. Mit den hohen Verlusten stehen die großen deutschen Autobauer derweil keineswegs allein da. Auch Ford schreibt z. B. tiefrote Zahlen. Konkurrent GM kann jedoch, nicht zuletzt aufgrund seiner starken Konzentration auf den chinesischen Markt, einen Gewinn erzielen.
Krise deckt die Probleme auf

Branchenkenner Dudenhöffer bezeichnet die hohen Verluste als Indikator wie hoch der Anpassungsbedarf jedes einzelnen Unternehmens derzeit sei. Seiner Meinung nach werde es sehr lange dauern, bis sich die Automärkte in Europa und den USA vollständig von der Krise erholt haben. Dementsprechend müssten viele Autobauer ihren Fokus darauf legen, überschüssige Kapazitäten abzubauen.

Ob die steigende Zahl an Elektroautos auch ohne die Bezuschussung der Regierung von Bestand sein kann, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Zwar arbeiten die deutschen Autobauer mittlerweile stärker daran, eine eigene Elektro-Flotte aufzubauen. Vor allem im Bereich der Software verfügt Konkurrent Tesla derzeit jedoch über einen erheblichen Vorsprung.

Kursentwicklungen mit begrenztem Potenzial

Trotz dieser eher durchwachsenen Lage konnte der STOXX Europa 600 Automobiles & Parts Index seinen Kurs seit dem Crash beinahe beständig steigern. In den letzten drei Monaten beläuft sich das Kursplus auf rund 18,5 Prozent. Getragen wird diese Entwicklung in erster Linie von Daimler (+38,42 Prozent). Die Aktie des Unternehmens gab in den vergangenen Monaten den Takt vor und verlor im Gegensatz zu den Papieren der anderen deutschen Autobauer auch bisher nicht großartig an Fahrt.

Trotz der derzeitigen Krise steckt im STOXX Europa 600 Automobile & Parts ETF sowie in den Aktien der diversen europäischen Autobauer noch Potenzial. Allerdings ist dies momentan zu einem großen Teil dem Crash im Frühjahr geschuldet. Über mehrere Jahre hinweg betrachtet, befinden sich sowohl der Index, wie auch die Kurse der meisten Autobauer eher im Sinkflug. Nach wie vor steht die Autoindustrie vor großen Herausforderungen, welche nicht zuletzt mit dem allmählichen Bedeutungsverlust des Verbrenners im Zusammenhang stehen.

Über drei Jahre hinweg vermochten es lediglich die Aktien von Porsche und Ferrari, im Wert zu steigen. Die Aktie von Tesla verharrt im Gegensatz dazu derzeit in der Nähe ihres Allzeitshochs bei über 1.500 US-Dollar.

3 ETFs auf den STOXX Europa 600 Automobiles & Parts

Wer dennoch davon überzeugt ist, dass im deutschen und europäischen Autosektor als Ganzes langfristig Potenzial steckt, kann zwischen drei verschiedenen ETFs auf den STOXX Europa 600 Automobiles & Parts wählen. Von diesen ist der ETF von iShares (ISIN: DE000A0Q4R28) mit einem Volumen von knapp 300 Mio. Euro mit Abstand am größten. Allerdings sind die beiden Konkurrenzprodukte von Lyxor und ComStage jeweils günstiger zu haben.

Der ETF im Überblick:

  • Name: iShares STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF
  • ISIN: DE000A0Q4R28
  • WKN: A0Q4R2
  • Replikationsmethode: Physisch
  • Laufende Kosten (TER): 0,46 %
  • Ertragsverwendung: Ausschüttend
  • Auflagedatum: 08.07.2002
  • Fondsgröße: 299 Mio. EUR

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