SPAC – Was steckt hinter dem Börsen-Trend?

SPACs waren im vergangenen Jahr einer der größten Trends an der Börse. 2020 wurden so viele der Konstrukte erschaffen wie in den letzten zehn Jahren zusammen. Investoren steckten rund 70 Milliarden Dollar in SPACs. Sie versprechen ihren Investoren hohe Renditen und sind gerade bei Spekulanten sehr beliebt. Doch was verbirgt sich dahinter?
Was ist ein SPAC?

SPAC ist die Abkürzung für Special Purpose Acquisition Corporation. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Art Briefkastengesellschaft. SPACs selbst führen keinerlei wirtschaftliche Tätigkeit aus. Vielmehr sind sie Vehikel, welche es Investoren ermöglichen, ein privates Unternehmen zu kaufen und dieses durch die Hintertür an die Börse zu bringen.

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Ein SPAC wird von einer Gruppe von Investment Managern ins Leben gerufen. Anschließend bereiten diese den Börsengang des Konstruktes vor, so wie dies auch bei einem richtigen Unternehmen geschieht. Während ihrer Suche nach potenziellen Investoren erläutern die Manager, was genau sie mit ihrem Unternehmen vorhaben. Jedes SPAC zielt letztlich darauf ab, ein privates Unternehmen, das bisher nicht an der Börse gehandelt wird, zu kaufen und anschließend mit diesem zu verschmelzen. Hierfür benötigt es jedoch ausreichend Kapital, welches daher vor dem eigenen Börsengang eingesammelt werden soll.

Vor dem Gang an die Börse ist jedoch noch nicht sicher, welches private Unternehmen auf diese Weise aufgekauft werden soll. Üblicherweise hat die Managementgruppe bereits eine grobe Vorstellung davon, in welche Richtung es gehen soll. Der genaue Kandidat wird jedoch erst hinterher ermittelt, wenn feststeht, wie viel Geld zu diesem Zweck von Investoren eingesammelt werden konnte. Im Prinzip handelt es sich bei einem SPAC also um eine Art Blankoscheck.
Wie funktioniert ein SPAC an der Börse?

Ist es dem Management durch den Börsengang des SPAC gelungen, ausreichend Kapital einzusammeln, begeben sie sich nun auf die Suche nach einem konkreten Übernahmekandidaten. Falls bereits ein bestimmtes Unternehmen anvisiert wurde, das verfügbare Kapital jedoch nicht für den Kauf ausreicht, besteht die Möglichkeit, auf anderem Wege weiteres Kapital aufzutreiben. Hierfür infrage kommen beispielsweise Schuldverschreibungen oder der Zusammenschluss mit weiteren Investoren.

Die Manager des SPAC treten anschließend in Verhandlungen mit einem Übernahmekandidaten. Nachdem sie zu einer Übereinkunft gekommen sind, können die Anteilseigner des SPACs entscheiden, ob sie den Deal annehmen wollen. Falls sie zustimmen, beginnt der Prozess der Übernahme und Verschmelzung.

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Das SPAC kauft das betreffende Unternehmen auf und wandelt sich anschließend in sein eigenes Übernahmeobjekt um. Dabei wird das SPAC praktisch vollkommen von dem aufgekauften Unternehmen ersetzt. Zum Teil ändert sich dadurch sogar der Börsenticker. Eine solche Umwandlung ist deshalb relativ einfach möglich, weil das SPAC selbst abgesehen von seinem Namen und dem Kapital der Investoren keinerlei interne Strukturen aufweist.

Die Managementgruppe des SPACs übernimmt anschließend für gewöhnlich eine Rolle im Aufsichtsrat des neuen börsennotierten Unternehmens. Die ursprünglichen Anteilseigner des SPACs, welche das notwendige Kapital für die Übernahme zur Verfügung gestellt haben, sind nun die Aktionäre des ehemals privaten Unternehmens.
Welche Vorteile bietet ein SPAC den einzelnen Marktteilnehmern?

Für Anleger bieten SPACs einen sehr konkreten Vorteil. Wenn ein Unternehmen ursprünglich an die Börse geht, haben viele Anleger nicht die Möglichkeit, die neu aufgelegten Aktien zu zeichnen. Ein Kauf ist erst mit Beginn des anschließenden Börsenhandels möglich. Mithilfe eines SPACs können gewöhnliche Anleger jedoch direkt in ein privat geführtes Unternehmen einsteigen. Investoren erlaubt ein SPAC eine schnelle und unkomplizierte Beteiligung an einem privaten Unternehmen.

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Auch für das auf diese Weise übernommene Unternehmen bietet der indirekte Börsengang über ein SPAC Vorteile. Der Börsengang ist eine komplexe Angelegenheit. So muss das eigene Geschäftsmodell beispielsweise zuerst auf einer Roadshow einer ausreichend großen Menge interessierter Investoren näher gebracht werden. Verläuft diese Präsentation schlecht, ist die Menge an Kapital, welches durch die IPO eingenommen werden kann, entsprechend gering. Viele private Unternehmen scheuen sich daher lange vor diesem Schritt.

Durch ein SPAC wird ihnen der Gang an die Börse jedoch deutlich erleichtert. Da das Unternehmen vom SPAC aufgekauft wird, kümmern sich dessen Manager um alle Einzelheiten. Viele SPACs werben mit einer erfahrenen Managementgruppe um Investoren. Zudem kann ein SPAC dem privaten Unternehmen bereits vorab eine feste Summe garantieren. Damit ist bereits vor dem „Börsengang“ eine feste finanzielle Planung möglich.

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Weshalb ist die Nachfrage nach SPACs so stark gestiegen?

2020 war ein sehr schwieriges Jahr für Börsengänge. Über viele Monate hinweg herrschte Unsicherheit an den Märkten. Viele private Unternehmen waren auf der Suche nach Kapitalgebern. Die Investitionslaune hatte sich jedoch zumindest in der ersten Jahreshälfte merklich abgekühlt.

Danach schlug die Entwicklung jedoch in die andere Richtung um. Die Zentralbanken fluteten den Markt mit billigem Geld. Daraufhin suchten zahlreiche Investoren nach Möglichkeiten, ihr Geld renditeträchtig zu investieren. SPACs boten sich dabei als eine lukrativ erscheinende Anlaufstelle, um auch in Werte außerhalb der Börse einzusteigen.
Sind SPACs sicher?

SPACs sind keineswegs eine neue Erscheinung. Sie werden bereits seit Jahren genutzt, um private Unternehmen durch die Hintertür an die Börse zu bringen. Jedoch hatten sie die längste Zeit hinweg keinen sonderlich guten Ruf. Der Grund hierfür hängt mit der Art und Weise zusammen, wie private Unternehmen durch sie in Aktienunternehmen umgewandelt werden.

Für gewöhnlich ist der Gang an die Börse mit strengen Auflagen und Berichtspflichten verbunden. Auf diese Weise kann frühzeitig festgestellt werden, ob ein Geschäftsmodell tatsächlich Umsätze generiert oder ob diese lediglich auf dem Papier existieren. Der Fall Wirecard hatte zuletzt gezeigt, dass dies selbst bei börsengehandelten Unternehmen keineswegs immer ohne Weiteres möglich ist.

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Da ein privates Unternehmen jedoch von sich aus keine IPO durchführt, sondern lediglich aufgekauft wird, entfallen die mit dem Börsengang verbundenen Pflichten. Auf diese Weise bietet sich den involvierten Parteien die Möglichkeit, Investoren sehr viel leichter zu täuschen. Zahlreiche chinesische Unternehmen mit zweifelhaften Geschäftsmodellen haben in den vergangenen Jahren beispielsweise des Öfteren zu dieser Methode gegriffen.

Eines der wohl bekanntesten Unternehmen, dass durch ein SPAC an die Börse gebracht wurde, ist Nikola. Das Start-up arbeitet daran, einen mit Wasserstoff angetriebenen Lkw zu bauen. Später stellte sich jedoch heraus, dass man bisher keineswegs über die notwendigen Technologien verfügte, um dieses Projekt zeitnah in die Realität umzusetzen. Ein Video, welches einen fahrenden Prototypen zeigt, war in Wirklichkeit nur gestellt gewesen.

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