Verwahrgeld und gekündigte Konten – Was tun gegen den Negativzins?

Da kocht schonmal der Ärger hoch – das Reizwort heißt Negativzins. Die Boulevardpresse fällt über die Banken als Verantwortliche her und heizt die Stimmung an. Schlagzeilen, dass Banken Konten kündigen, weil die Kunden dem Negativzins widersprachen, versetzt Anleger in Alarmstimmung.
Kurz und knapp: was ist ein Negativzins?

Mit dem Negativzins – gerne auch Straf- oder Minuszins genannt – wird ein vermeintlich ehernes Gesetz bei Geldanlagen auf den Kopf gestellt: Wer seiner Bank für eine bestimmte Zeit Geld anvertraut, bekommt einen Zins dafür gutgeschrieben – der Geldbetrag wird größer.

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Beim Negativzins muss für die gleiche Handlung ein Zins gezahlt werden, der Geldbetrag wird kleiner. Seit 2014 verlangen immer Banken von ihren Kunden ein Verwahrgeld – eine nette Umschreibung für den Begriff Minuszins. Warum ist das so? Die Banken müssen für Geldeinlagen bei der Europäischen Zentralbank Minuszinsen zahlen und reichen diese immer öfter an ihre Kunden weiter.

Wann fällt der Negativzins an?

Nach einer Untersuchung der FMH Finanzberatung verlangten im Februar 2021 234 Banken Strafzinsen auf Giro- und Tagesgeldkonten. Dabei gelten zum Teil hohe Freibeträge – die tendenziell deutlich sinken. Bei dreißig Kreditinstituten lag der Freibetrag bei 10.000 Euro und weniger, sechs Banken fordern das Verwahrgeld bereits ab dem ersten Euro. Dies gilt immer öfter nicht nur für Neukunden, sondern auch für Bestandskunden.

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Welche Alternativen gibt es?

Der erste Schritt das eigene Vermögen vor den Auswirkungen von Negativzinsen zu schützen ist einfach: sich mit den persönlichen Finanzen beschäftigen und wissen, was auf den eigenen Konten und Depots passiert. Minuszinsen lassen das Vermögen langsam, aber sicher dahinschmelzen.
Vermeidungsstrategien

Wer die Freibeträge der eigenen Bank kennt, kann die Gelder auf mehrere Konten bei unterschiedlichen Banken verteilen – immer darauf bedacht, die Freibetragsgrenzen nicht zu überschreiten. Das scheint auf den ersten Blick schlau, ist bei genauerem Hinsehen viel Aufwand für ein minimal positives Ergebnis: Es müssen dann zwar keine Strafzinsen gezahlt werden, ein Ertrag wird aber auch nicht erwirtschaftet. Denn auf Tages- und Festgeldkonten zahlen die Banken so gut wie keine Zinsen.

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Tatsächlich sorgt die Inflation in Verbindung mit den Minizinsen dafür, dass das Vermögen auf diesen Konten auch ohne zusätzliche Negativzinsen immer kleiner wird. Denn entscheidend ist der Realzins, der sich (näherungsweise) aus dem Nominalzins abzüglich der Inflationsrate berechnen lässt. Die Inflationsrate im Februar 2021 betrug im Vergleich zum Vorjahresmonat +1,3 Prozent. Der durchschnittliche Zins auf Tagesgeld lag im Februar 2021 bei 0,01 Prozent (Quelle Verivox). Der Wertverlust pro Jahr beläuft sich auf beträchtliche 1,29 Prozent.
Wie viel Liquidität ist nötig

Schleichende Geldentwertung durch Inflation und Negativzinsen – da stellt sich die Frage: Wie viel Liquidität auf Geldkonten ist nötig, um Alltagsrisiken abzusichern? Wie groß ein solcher „Notgroschen“ sein muss, hängt von den persönlichen Lebensumständen ab – allgemein wird zu etwa drei Monatsgehältern geraten.

Aktive Vermögensbildung mit passiven Investments

Jeder Cent, der über den Notgroschen hinausgeht, steht für den Vermögensaufbau jenseits von Tagesgeldkonten und Sparstrumpf zur Verfügung. Erste Wahl sowohl für Börseneinsteiger als auch für erfahrene Anleger sind Exchange Traded Funds (ETFs): unkompliziert im Handling, überschaubare Kosten und börsentäglich handelbar. ETFs bilden einen Index ab und liefern damit eine enorme Risikostreuung. Und: ETFs gelten rechtlich als Sondervermögen und sind im Insolvenzfall vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt.

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Die durchschnittliche Vermögensmehrung eines ETF auf den MSCI World Aktienindex seit 1970 beträgt 7,1 Prozent. Natürlich unterliegen ETFs wie die zugrundeliegenden Aktien Schwankungen. Für langfristig orientierte Anleger spielt das keine entscheidende Rolle.

Die Auswahl an ETFs ist mittlerweile groß: ausschüttend oder thesaurierend, den ESG-Nachhaltigkeitskriterien entsprechend, in Euro oder Dollar, branchen- oder themenbezogen – für jedes Portfolio ist da ein passendes Investment zu finden.
Fazit

Das aktuelle negative Zinsumfeld lässt sich nicht wegzaubern. Es führt in einem Land, in dem nur etwa zwölf Prozent der Bevölkerung in Aktien investiert sind, zu einem quälenden Anlagenotstand: wohin mit dem Geld? Und das löst – hoffentlich – bei vielen Privatanlegern einen Umdenkprozess aus: Raus aus Zinsgeldanlagen und das Geld in aktienbasierte ETFs investieren. Negativzinsen sind dann kein (belastendes) Thema mehr.

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