Wie man mit ETFs doch den Markt schlagen kann

Wer mit einem ETF den Markt schlagen will, versucht auf den ersten Blick etwas Unmögliches. Indexfonds sind schließlich darauf ausgerichtet, den Markt so genau wie möglich abzubilden. Doch gibt es durchaus Möglichkeiten, wie man auch als ETF-Anleger ein besseres Ergebnis erzielen kann als der allgemeine Markt.

Um dies zu bewerkstelligen, müssen Anleger ihre ETFs jedoch auch unter spezifischen Gesichtspunkten auswählen. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie man versuchen kann, den Markt zu übertreffen. Entweder sucht man sich bestimmte Teilstücke des Marktes aus, deren Performance besonders gut ist, oder man begibt sich auf die Suche nach ETFs, die ihren eigenen Index übertreffen.
1. In spezielle Branchen und Bereiche investieren

Neben den großen Börsen- und Vergleichsindizes existiert eine Vielzahl länder- oder sektorspezifischer Indizes. Diese bieten Anlegern die Möglichkeit, abseits des breiten Gesamtmarktes in spezifische Segmente des Marktes zu investieren. Zum einen eignen sich solch spezifische Segment-ETFs sehr gut dazu, um Bereiche abzudecken, welche bei größeren Indexfonds nur unzureichend berücksichtigt werden. Gleichfalls bieten sie jedoch auch die Möglichkeit, einen Fokus auf besonders renditeträchtige Marktsegmente zu legen.

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Bestimmte Sektoren wie z. B. die Tech-Segmente performen bereits seit einiger Zeit deutlich stärker als der breite Markt als Ganzes. Aufgrund großflächiger Trends und Umwälzungen können sich auch andere Branchen wie beispielsweise Biotech oder Erneuerbare Energien über eine längere Zeit hinweg überdurchschnittlich gut entwickeln. Wer als Anleger einen stärkeren Fokus auf ETFs legt, die eben diese Segmente abbilden, kann dadurch durchaus auch über einen längeren Zeitraum hinweg ein besseres Ergebnis erzielen als der Markt.

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Der Haken an der Sache ist natürlich, dass ein solch stärkerer Fokus auch gleichzeitig mit einem erhöhten Risiko einhergeht. Indem man den Fokus nur auf ausgewählte Marktsegmente legt, macht man sich im höheren Maße von der Entwicklung in wenigen Branchen abhängig. Zu einem langfristig erfolgreichen Portfolio gehört jedoch auch ein ausreichendes Risikomanagement. Daher eignet sich diese Strategie auf längere Sicht meist nur in Verbindung mit einem breiter aufgestellten ETF, welcher als Basis dient. Die spezifischeren Sektor-ETFs können dann die Rolle eines Rendite-Boosters spielen.

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2. In eine erfolgreichere Auswahl des Marktes investieren

Eine weitere Möglichkeit, zu versuchen, den Markt zu übertreffen, ist es, in eine bessere Auswahl des Marktes zu investieren. Dies wirft selbstverständlich die Schwierigkeit auf, wie genau man eine solche bessere Auswahl treffen kann. Zu versuchen, sich die besten Stücke herauszupicken, ist schließlich eine Strategie von aktiven Fonds, welche auf lange Sicht oftmals hinter dem Markt zurückbleibt.

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Allerdings gibt es durchaus ETFs, welche eine solche Auswahl recht erfolgreich anwenden. Die Auswahl richtet sich dabei stets nach einem vorher festgelegten Kriterium. Das beste Beispiel hierfür sind ETFs mit einem Dividendenfokus. Unternehmen, welche in der Lage sind, über einen langen Zeitraum hinweg besonders hohe Dividenden auszuschütten, verfügen meist über ein langjährig bewährtes Geschäftsmodell. Ohne dieses wäre eine solch regelmäßige Dividendenausschüttung andernfalls kaum möglich.

Zusätzlich zu Dividenden-ETFs existieren eine Reihe von sogenannten Smart-Beta-ETFs. Diese treffen ebenfalls anhand bestimmter Kriterien eine Auswahl am Markt. Ihre zugrunde liegenden Indizes fokussieren sich dabei jeweils auf einen bestimmten Faktor. So existieren beispielsweise ETFs mit einem Fokus auf Value oder Growth. Diese erlauben es Anlegern, eine spezielle Value- oder Growth-Strategie zu verfolgen. Momentum-ETFs beinhalten stets Aktien, die sich momentan in einem starken Aufwärtstrend befinden. ETFs mit einem Low Volatility Ansatz eignen sich hingegen für Anleger, die auf lange Sicht gesehen vom mathematischen Vorteil niedriger Volatilität profitieren wollen.

Ähnlich wie bei Länder- und Sektor-ETFs gibt es natürlich auch bei Smart Beta ETFs keine Garantie, dass diese zu jedem Zeitpunkt besser abschneiden als der Markt. Allerdings haben viele von ihnen ihre bessere Renditeträchtigkeit durchaus bereits über einen längeren Zeitraum hinweg bewiesen.
3. ETFs mit einer besonders guten Tracking Differenz

Die bisher aufgezeigten Möglichkeiten basieren allesamt auf einer Auswahl der ETFs auf Grundlage der ihn ihnen berücksichtigten Aktien. Allerdings ist es durchaus auch möglich, bei der Auswahl des ETFs an sich anzusetzen, um eine höhere Rendite zu erreichen. Auch ETFs, welche eigentlich den gleichen Index abbilden, können nämlich durchaus Unterschiede bei ihrer Rendite aufweisen. Diese Unterschiede werden durch die Tracking-Differenz angegeben.

Die Tracking-Differenz zeigt an, wie stark die Performance eines Indexfonds auf Jahressicht von seinem Vergleichsindex abweicht. Die Tracking-Differenz berücksichtigt sowohl die Kosten (TER) eines ETFs wie auch zusätzliche Einnahmen, wie z. B. durch eine Wertpapierleihe. Daher eignet sich die Tracking-Differenz, um die tatsächlichen Kosten eines ETFs zu beurteilen. Sie wird immer als Prozentzahl angegeben. Eine positive Differenz gibt an, um wie viel Prozent ein ETF jeweils hinter seinem Vergleichsindex zurückbleibt. Eine negative Tracking-Differenz bedeutet hingegen, dass der ETF besser performt als sein Index.

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Die Gründe, weshalb manche ETFs ihren Index besser abbilden als andere, sind vielfältig. So können häufige Transaktionskosten, entstanden durch notwendige Indexanpassungen, die Tracking-Differenz in die Höhe schnellen lassen. Unterschiedliche Replikationsmethoden und die Expertise der Fondsgesellschaft bei ihrer Anwendung können zu Unterschieden bei der Abbildung sorgen und auch Swap-Gebühren bzw. Swap-Beträge haben Einfluss auf das Gesamtergebnis. Es gibt noch zahlreiche weitere Faktoren, die einen Einfluss auf die Tracking-Differenz haben können.

Wer einen ETF im Portfolio hat, der über einen längeren Zeitraum hinweg ein besseres Ergebnis erzielt als sein Vergleichsindex, kann dadurch auch selbst ein besseres Ergebnis einfahren als der Markt. Allerdings sollte man bei der Auswahl der entsprechenden ETFs beachten, dass sich die Tracking-Differenz stets auf das vergangene Jahr bezieht. Der tatsächliche Wert kann über mehrere Jahre hinweg schwanken. Daher sollten sich Anleger vorher die Entwicklung der Differenz über mehrere Jahre hinweg anschauen.
4. Aktive ETFs

Eine vierte Alternative gewinnt seit einigen Jahren vor allem bei professionellen Anlegern zusehends an Bedeutung. Sogenannte aktive ETFs sollen die Vorteile von Indexfonds mit einer aktiven Auswahl, ähnlich wie bei traditionellen Fonds, verbinden. Anstatt die reine Replikation anzustreben, sind aktive ETFs von Anfang an darauf ausgelegt, einen bestimmten Benchmark-Index zu übertreffen.

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Zu diesem Zweck darf ein verantwortlicher Manager auf die jeweiligen Marktverhältnisse reagieren und im Bedarfsfall die jeweilige Allokation des ETFs aktiv anpassen. Unter Umständen dürfen hierbei auch Wertpapiere aufgenommen werden, die nicht Teil des eigentlichen Index sind. Ähnlich wie normale ETFs orientieren sich aktive ETFs also an einem Vergleichsindex, versuchen jedoch nicht unbedingt, diesen nachzubilden. Damit sind sie flexibler als herkömmliche Indexfonds. Gleichzeitig bedeutet die Existenz eines Fondsmanagers jedoch auch höhere Kosten für den Anleger. Zudem ist wie bei normalen aktiven Fonds nicht gesagt, dass es dem Manager tatsächlich gelingt, den Markt zu schlagen.

Aktive ETFs sind noch relativ neu am Markt. Dementsprechend sind sie auch mit einem zusätzlichen Risiko behaftet, da ihre langfristige Performance noch nicht endgültig bewiesen ist.

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