So hat sich der MSCI World bisher in der Corona-Krise geschlagen

Die vergangenen Monate waren für Anleger mehr als ereignisreich. Für alle, die in einen MSCI World ETF investiert haben, hielt das Jahr 2020 bisher das volle Gefühlssprektrum bereit. Einem historischen Absturz folgte ein ebenso historischer Kursanstieg. Der folgende Artikel gibt einen Überblick, wie sich der MSCI World bisher in der Corona-Krise geschlagen hat und wie er damit im Vergleich zu einigen der anderen großen Indizes abschneidet.


Die letzte Rallye vor dem Sturm

Sowohl der MSCI World wie auch die großen anderen Indizes stiegen seit Oktober vergangenen Jahres stark an. Es sollte sich um die letzte große Rallye vor dem Crash handeln. Ab Januar kamen erst vereinzelte und später zunehmend alarmierende Nachrichten aus China, bezüglich der Ausbreitung einer bis dahin unbekannten Lungenkrankheit.

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Als klar wurde, dass die Hoffnungen, die neue Krankheit mit der Bezeichnung Covid-19 könne in China eingedämmt werden, sich nicht erfüllen würden, brachen die Kurse kurzzeitig ein. Mit dem Beginn des Februar erholten sich die Märkte jedoch schlagartig wieder und legten in den folgenden Wochen nochmals zu. Während der MSCI World in den ersten drei Februarwochen lediglich um ca. 2,2 Prozent kletterte, verzeichnete vor allem der Nasdaq mit rund 7 Prozent ein starkes Kursplus. Doch hierbei handelte es sich nur um ein letztes Hurra vor dem großen Sturm.

Der Crash

Zu Beginn der letzten Februarwoche wurden die Märkte schließlich von den Entwicklungen in der restlichen Welt eingeholt. Der landesweite Lockdown in China hatte die globale Lieferkette zum Erliegen gebracht. In immer mehr Ländern wurden indessen Infektionsherde entdeckt. Es schien nur noch eine Frage der Zeit, bis auch weite Teile der restlichen Welt China in die Quarantäne würden folgen müssen.

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Angesichts dieser Entwicklungen brachen an den Börsen schließlich sämtliche Dämme. Innerhalb von einer Woche verlor der MSCI World rund 10 Prozent an Wert. Alle großen Börsenindizes stürzten mit vergleichbarer Geschwindigkeit ab. Nach einer kurzen Verschnaufpause Anfang März setzte sich der Crash mit voller Wucht fort.

Seinen schwärzesten Tag sollte der MSCI World am 12. März haben. An jenem Tag verlor der Index 9,91 Prozent an Wert, was dem größten Kursverlust innerhalb eines einzigen Tages entsprach. Am 19. März erreichte der Index schließlich die Talsohle bei einem Kurs von 1650 Punkten. Innerhalb gut eines Monats hatte der MSCI World rund 31 Prozent an Wert verloren. Auch der S&P 500 oder der Dow Jones verloren jeweils rund ein Drittel ihres Wertes. Noch schlimmer erwischte es den DAX. Der deutsche Leitindex brach um ganze 40 Prozent ein.

Das Comeback

Auch der S&P 500, Dow Jones, Nasdaq und DAX erreichten in der dritten Märzwoche ihre Talsohle. Der einzige Grund, weshalb der März 2020 nicht als der schlechteste Monat des MSCI World in die Geschichte einging, war die rapide Erholung, welche in der zweiten Märzhälfte folgen sollte.

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Anstatt lange auf der Stelle zu verweilen, setzten die Indizes augenblicklich zu abermaligen Kursanstiegen an. In dieser Zeit erholte sich der MSCI World um ganze 21 Prozent und erreichte sogar wieder die 2000-Punkte-Marke. Ein derartiges Comeback war in der Geschichte des Index bisher einmalig gewesen. Nach vergangenen Crashs hatte der MSCI World stets einige Zeit benötigt, ehe er zu einer starken Erholung fähig war. Diesmal folgte die Erholung jedoch unmittelbar auf den Crash.

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Auch die anderen Indizes erholten sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Dies war umso bemerkenswerter, als dass sich diese Entwicklung vor dem Hintergrund weltweit rapide steigender Fallzahlen sowie von Lockdowns in zahlreichen Industrienationen abspielte. Auf beiden seiten des Atlantiks bemühten sich Regierungen wie auch Notenbanken darum, die immer bedrohlicher heraufziehenden Auswirkungen der Krise abzufedern. Es kamen Zweifel daran auf, wie nachhaltig die Erholungsrallye sein könne.

Stagnation

Ab Mitte April kam der Kursaufschwung schließlich zum erliegen. Der MSCI World pendelte sich zwischen 1930 und 2070 Punkten ein und vollführte für die nächsten 30 Tage eine relative Seitwärtsbewegung. Der S&P 500, der Dow Jones sowie der DAX vollzogen eine ähnliche Kursentwicklung. Hier sollte sich nun jedoch erstmals deutlich herauskristallisieren, dass vor allem viele der Technologie-Unternehmen zu den größen Gewinnern der Krise avancieren würden.

Aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen setzten alle Unternehmen, die dazu in der Lage waren, auf Home-Office. Weil die meisten Geschäfte geschlossen hatten, boomte zudem der Online- und Versandhandel. Schnell wurde klar, dass E-Commerce und Digitalisierung in starkem Maße durch den Lockdown profitierten. Sowohl der große Online-Händler Amazon wie auch zahlreiche kleinere IT-Unternehmen avancierten schnell zu Börsenlieblingen. Dies führte dazu, dass einzig der Kurs des Nasdaq ungebremst weiter stieg.

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Bei den übrigen Indizes blickten die Anleger jedoch mit Sorge auf die Entwicklung der Fallzahlen. Es war klar, dass die Wirtschaften der einzelnen Länder länger andauernde Beschränkungen nicht würden überstehen können.

Es geht wieder aufwärts

Mitte Mai gab es eine abermalige Wende. Nach rund 30 Tagen Auf und Ab zogen die Kurse der großen Indizes abermals an. In vielen Industrieländern waren die Fallzahlen mittlerweile stark zurückgegangen. Es kam zunehmend zu Lockerungen, während die Fabriken und Zulieferbetriebe allmählich wieder in Gang kamen.

In den folgenden drei Wochen kletterte der MSCI World rund 14 Prozent nach oben. Der Dow Jones (16,5) performte noch etwas besser und der S&P 500 (12,9) etwas schlechter. Dem DAX gelang es in dieser Periode, sich von den anderen Indizes abzusetzen. Der deutsche Leitindex legte innerhalb von drei Wochen um ganze 22,5 Prozent zu. Deutschland war, was Fallzahlen und Sterblichkeit anging, im Vergleich zu anderen Industrieländern eher glimpflich davongekommen.


Während dieser Phase des zwischenzeitlichen Aufschwungs blieb nun ausgerechnet der Nasdaq mit ca. 8,2 Prozent hinter den anderen Indizes zurück. Allerdings lässt sich dies dadurch erklären, dass vor allem die Aktien der bisherigen Krisenverlierer in dieser Phase gut performten, da Anleger diese nunmehr für unterbewertet hielten. Von Krisenverlierern konnte im Nasdaq zu dieser Zeit jedoch kaum die Rede sein. Stattdessen stieg der Kurs des Technologieindex unbeirrt mit der geichen Geschwindigkeit wie in den Wochen zuvor weiter.

Manche Ökonomen und Analysten begannen mittlerweile zu mahnen, dass dieser neuerliche Anstieg nichts mehr mit den tatsächlichen ökonomischen Zahlen zu tun habe. Diese verschlechterten sich nämlich zusehends. Dennoch hatte der MSCI World mittlerweile seit dem Erreichen der Talsohle einen Kursanstieg von über 38 Prozent zu verzeichnen. Während die Unternehmen in der Realwirtschaft zunehmend mit der schlechten Auftragslage zu kämpfen hatten, verhielten sich die Börsenkurse wie in einem Bullenmarkt.

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Die Ursache für diese Entwicklung verorten Experten in der extremen Geldpolitik der Notenbanken. In den USA senkte die Fed den Leitzins ohne Zwischenschritte fast auf null. Im Euroraum, wo zumindest für die Banken bereits Negativzinsen Realität sind, griff die EZB derweil zu immer unkonventionelleren Mitteln. Die Folge war, dass die Märkte mit einer Geldschwemme überflutet wurden. Weil sich das viele Geld ansonsten nirgends gewinnbringend anlegen ließ, strömten Anleger und Investoren weiterhin in die Aktienmärkte.

Die Unsicherheit kehrt zurück

Seinen zwischenzeitlichen Höhepunkt erreichte diese Entwicklung für den MSCI World am 8. Juni. Ab diesem Zeitpunkt machte sich allmählich wieder die Unsicherheit im Markt breit. Die Gefahr einer möglichen zweiten Infektionswelle sorgt dafür, dass auch weiterhin nicht klar ist, wie schnell sich die Weltwirtschaft wird erholen können. Einzig der Kurs des Nasdaq steigt derzeit unverändert weiter an. Zwar müssen auch einige größere Unternehmen wie Google mit Umsatzrückgängen kämpfen. Der langfristige Ausblick für den Technologiemarkt bleibt jedoch positiv.

Trotz der Liquiditätsschwemme der großen Notenbanken, haben sich die Märkte allem Anschein nach doch nicht vollständig von der Realwirtschaft entkoppelt. Wie lange der MSCI World und die anderen Indizes noch auf der Stelle treten werden, lässt sich derzeit schlecht abschätzen, da nach wie vor nicht klar ist, welche Form der kommende Aufstieg nehmen wird. Selbst bei einer längeren Stagnation oder einem abermaligen Rückschlag stellt die jetzige Entwicklung jedoch kaum mehr als eine Delle im historischen Kursverlauf des MSCI World dar.

YTD-Vergleich (Stand: 02.07.20)

  • MSCI World: -5,94 %
  • S&P 500: -3,56 %
  • Dow Jones: -9,82 %
  • Nasdaq: 13,17 %
  • DAX: -7,35 %

Von den fünf hier betrachteten Indizes konnte sich nur der Nasdaq im Vergleich zum Jahresanfang verbessern. Die übrigen Indizes rennen ihren Jahresanfangswerten nach wie vor hinterher. Der Dow Jones schneidet dabei momentan am schlechtesten ab. Der MSCI World bewegt sich als der umfassendste Index im Mittelfeld.

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