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Der Fall Wirecard zeigt wieder einmal, warum ETFs so sinnvoll sind

Zum ersten Mal seit bestehen des DAX muss ein in ihm gelistetes Unternehmen den Gang in die Insolvenz antreten. Dem Ganzen war ein für den deutschen Leitindex beispielloser Betrug vorausgegangen. Während die Wirecard-Aktie mittlerweile zum Spielball von Spekulanten geworden ist, fühlen sich viele Aktionäre hintergangen. Der Fall Wirecard zeigt deutlich auf, dass sich selbst vordergründig seriös arbeitende Unternehmen als teure Fehlinvestitionen herausstellen können.


Ein spektakulärer Betrugsfall

Stein des Anstoßes war ein Fehlbetrag von rund 1,9 Milliarden Euro. Angeblich sollte sich diese Summe irgendwo auf den Philippinen befinden. Es handelt sich dabei um knapp ein Viertel der Bilanzsumme des kompletten Konzerns. Doch mittlerweile ist klar, dass von dem Geld jede Spur fehlt. Es gilt zurzeit nicht einmal als gesichert, dass es diese Summe überhaupt je gegeben hat.

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Über lange Zeit hinweg galt Wirecard als eines der Vorzeigeunternehmen der deutschen Finanzbranche. Einst als Überbleibsel aus der Asche des zur Jahrtausendwende untergegangenen Neuen Marktes emporgestiegen, gelang es dem Unternehmen, sich in den letzten Jahren in immer rasanterem Tempo auf den internationalen Märkten durchzusetzen. Als der Konzern 2018 die Commerzbank aus dem DAX verdrängte, sahen viele darin ein Zeichen für den Aufbruch in eine neue Finanzwelt.

Doch bereits damals gab es einige kritische Stimmen, die darauf hinwiesen, dass Wirecard sein größtes Wachstum seit einigen Jahren vor allem in den wenig durchschaubaren Märkten der Schwellenländer verzeichnete. Die erste konkrete Anschuldigung kam im Januar 2019 vonseiten der Financial Times. Der Vorwurf eines Insiders aus Singapur lautete: Wirecard bilanziere Scheinumsätze in Südostasien.

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Ein nie da gewesener Absturz

Lange Zeit dementierte Wirecard alle Anschuldigungen heftig. Doch im Laufe der Zeit wurden immer neue Vorwürfe der Marktmanipulation laut. Wirecard-Chef Markus Braun ließ schließlich eine Sonderprüfung durchführen, um jedweden Verdacht endgültig aus der Welt zu räumen. Anstatt EY, welches jahrelang für die Prüfung der Rechnungsabschlüsse zuständig war, kam nun der Konkurrent KPMG zum Zuge.

Als KPMG schließlich im April 2020 sein Gutachten vorlegte, machte sich schnell Unruhe breit. Beweise für einen Bilanzbetrug ließen sich zwar tatsächlich nicht finden, jedoch lagen teilweise keine Nachweise für Zahlungen auf Treuhandkonten vor. Auch ein weitestgehendes Fehlen von Kontrollmechanismen bei Wirecard wurde seitens KPMG kritisiert. Als anschließend am 18. Juni der Jahresabschluss vorgelegt werden sollte, verweigerte EY das Testat. Eben jene 1,9 Milliarden Euro, welche angeblich auf die Treuhandkonten in den Philippinen überwiesen worden sein sollen, ließen sich nirgendwo finden.

Das Testat war jedoch eine Voraussetzung für die Fortführung einer wichtigen Kreditlinie. Während die Banken, bei denen die angeblichen Konten und das Geld liegen sollen, zu Protokoll gaben, Wirecard sei überhaupt kein Kunde bei ihnen, rang das Unternehmen selbst bereits mit seinen Kreditgebern ums Überleben. Trotz des Rücktritts von Braun und obwohl angeblich bisher kein Kreditgeber endgültig abgesprungen war, beantragte der neue Interims-CEO James Freis die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der Absturz war komplett, die Insolvenz wurde kurz darauf kommuniziert.

Aktionäre stehen mit leeren Händen da

Auch an der Börse ging es für die Wirecard-Aktie steil bergab. Innerhalb von sieben Tagen verlor die Aktie rund 99 Prozent ihres Werts. Von über 100 Euro rauschte der Kurs zeitweise bis auf 1,08 Euro herab. Aufgrund des fast vollständigen Wertverlustes muss Wirecard den DAX kommenden September wieder verlassen. Bis dahin wird die Aktie wie ein Untoter weiter in den untersten Gefilden des deutschen Leitindex umherwandern.

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Für die Aktionäre bedeutet der Absturz eine Katastrophe. Wer nicht rechtzeitig einen Abnehmer fand, hat nun praktisch sein komplettes in Wirecard angelegtes Kapital verloren. Auch die Hoffnung auf etwaige Schadensersatzansprüche dürften durch das Insolvenzverfahren erheblich geschmälert worden sein. Falls Wirecard tatsächlich abgewickelt werden würde, müssten sich die Aktionäre mit ihren Forderungen weit hinten einreihen. Es wäre unwahrscheinlich, dass am Ende eines solchen Verfahrens noch nennenswerte Summen übrig wären, mit denen die Aktionäre entschädigt werden könnten.

Die Stunde der Spekulanten

Ob es allerdings wirklich dazu kommt, steht noch nicht fest. Momentan besteht zumindest noch die Hoffnung, dass das Insolvenzverfahren nicht mit einer Abwicklung von Wirecard endet, sondern mit einer Sanierung. Es dauerte nicht lange, bis diesbezügliche Gerüchte Spekulanten angelockt hatten. Unmittelbar nach Börsenbeginn am Montag hatte sich der Wert der Wirecard-Aktie mehr als verdreifacht.

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Wie realistisch eine Sanierung von Wirecard derzeit ist, lässt sich schwer abschätzen. Selbst, wenn eine lückenlose Aufklärung gelingt, ist der Ruf des Unternehmens dennoch auf lange Zeit hin ramponiert. Vor allem für einen Finanzdienstleister ist es jedoch von entscheidender Bedeutung, als vertrauenswürdiger und transparenter Anbieter wahrgenommen zu werden.

Unter Umständen wird sich für Wirecard auch ein Käufer finden lassen. Laut Presseberichten haben sich mittlerweile bereits mehrere Parteien, darunter diverse französische Bezahldienstleister, als mögliche Interessenten ins Spiel gebracht. Zwar ist es durchaus möglich, dass der Aktienkurs im Zuge solcher Übernahmefantasien nochmals deutlich zulegt. Dass die Wirecard-Aktie allerdings auch nur ansatzweise in die Nähe ihres einstigen Höchstwertes von rund 140 Euro kommen wird, ist praktisch ausgeschlossen.

Mit ETFs auf der sicheren Seite

Skandale und Insolvenzen gehören durchaus zum Börsengeschehen dazu. Schwarze Schafe gibt es immer und überall. Dass jedoch sogar ein DAX-Unternehmen auf diese Weise untergehen würde, hätte vor kurzer Zeit vermutlich kaum jemand für möglich gehalten.

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Diese Geschichte zeigt jedoch deutlich auf, welchen Vorteil ETFs gegenüber Einzelaktien aufweisen. Bei jeder Aktie schwingt die Gefahr eines Totalverlustes stets mit. Freilich gibt es zahlreiche Unternehmen, die so gut aufgestellt sind, dass eine Insolvenz praktisch als unmöglich gilt. Allerdings beweist der jähe Absturz von Wirecard, dass selbst vermeintliche Überflieger schneller abstürzen können, als es selbst die pessimistischsten Anleger jemals für möglich gehalten hätten.

Mit einem ETF ist man als Anleger jedoch vor individuellen Betrugsfällen und Insolvenzen geschützt. Selbst wenn einzelne Unternehmen pleite gehen und ihre Aktien wertlos werden sollten, sind die entsprechenden Indizes davon meistens kaum betroffen. Ein Blick auf die Kursentwicklung des DAX, während der Talfahrt der Wirecard-Aktie verdeutlicht dies. Risikominimierung durch Diversifizierung gehört zu den größten Stärken eines ETFs.

Aufgrund der derzeitigen Krise ist es nicht ausgeschlossen, dass noch weitere gelistete Unternehmen in den kommenden Monaten in große Schwierigkeiten geraten werden. Vergleichbare Kursverluste wären in einem solchen Fall realistisch. Wer stattdessen in einen ETF investiert, braucht den Totalverlust jedoch nicht zu fürchten.

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