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Der größte Crash aller Zeiten: Stiftung Warentest rät von Wertefonds ab

Das Buch „Der größte Crash aller Zeiten“ hat in den vergangenen Monaten bundesweit die Bestsellerlisten angeführt. In dem Sachbuch warnen die Autoren Marc Friedrich und Matthias Weik vor einer kommenden globalen Finanzkrise und dem Einsturz der politischen Systeme. Ganz nebenbei empfehlen die Autoren den Lesern ihren Wertefonds, um die kommende Krise finanziell unbeschadet zu überstehen. Stiftung Warentest hat nun herausgefunden, dass der angepriesene Wertefonds alles andere als empfehlenswert ist.

Was steckt im Wertefonds?

Hinter dem „Friedrich & Weik Wertefonds R“ steht die Solit Fonds GmbH. Die Autoren von Der größte Crash aller Zeiten* empfehlen und vermarkten den aktiv gemanagten Fonds zwar, sind aber nicht direkt ins Asset-Management involviert. Im Wertefonds enthalten sind die Anla­geklassen Gold, Minen­aktien, ­Aktien, Sach­werte (Real Assets) und Barvermögen (Cash) von 20 %. Unter den Sachwerten finden sich ein Silber-ETF, Wald, Immobilien, Ackerland und Diamanten. Bisher sind bereits über 28 Millionen Euro in den Fonds geflossen.


Kritik zur Rendite

Auch wenn die Crash-Propheten von „Der größte Crash aller Zeiten“ ihren Fonds eher passiv ausgerichtet haben, ist die bisherige Rendite ernüchternd. In der Analyse der Experten von Stiftung Warentest wurde deutlich, dass der Anfang Januar 2017 aufgelegte Wertefonds bisher nur eine schmale Rendite von 4,4 % eingefahren hat. Besonders überraschend ist diese geringe Rendite gerade unter Anbetracht der Tatsache, dass die Aktienmärkte in diesem Zeitraum stark zulegten. Anleger, die im gleichen Zeitraum in den globalen Aktienmarkt investiert hätten, hätten hingegen ein Plus von 38 % gemacht. Auch der Goldpreis stieg im Vergleichszeitraum um fast 29 %.

Kritik zu den Kosten

In „Der größte Crash aller Zeiten“ weisen Marc Friedrich und Matthias Weik an mehreren Stellen auf die „fairen Kosten“ des Wertefonds hin. Die Experten der Zeitschrift „Finanztest“ (herausgegeben von Stifting Warentest) sehen die Kosten von jährlich 1,94 % jedoch eher kritisch. Mit dieser jährlichen Gebühr ist der Wertefonds selbst für einen aktiv verwalteten Fonds relativ teuer. Dazu kommt noch eine Erfolgsgebühr im Falle dass die Wert­entwick­lung über dem harmonisierten Verbraucher­preis­index plus 3 Prozent­punkte pro Jahr liegt. Aufgrund der schlechten Performance des Fonds wurde diese Gebühr zum Glück der Anleger bisher noch nicht fällig.

Kritik zur Ethik

Laut Werbeunterlagen steht der Fonds für „Moral, ­Anstand und Ethik“. Die Experten der Stiftung Warentest kritisieren in diesem Zusammenhang jedoch den hohen Anteil an Gold und Diamanten. Gold­förderung stehe in heftigem Konflikt mit dem Umwelt­schutz und der Besitz von Gold­barren und -münzen sei ethisch-ökologisch zumindest problematisch.

Was ist die Alternative zum Wertefonds?

Zugegeben, ein Finanzcrash kann in Zukunft die Börsen auf Talfahrt schicken. Anleger, die nicht nur auf den Aktienmarkt vertrauen möchten, können sich aber auch selbst ein krisensicheres Portfolio aufbauen, ohne teure Fonds zu kaufen. Basis einen breit diversifizierten Depots könnte nach Finanztest ein Welt-ETF sein. Mit über 1.600 Aktien deckt ein ETF auf den MSCI World Index beispielsweise einen großen Teil der Weltwirtschaft ab und ist dabei noch deutlich günstiger als ein aktiv gemanagter Fonds. Als Ergänzung können Anlager noch einen Anteil Gold oder einen Gold-ETC kaufen. Auch die Beimischung der Assetklasse Immobilien ist mit einem Immobilien-ETF (REIT) deutlich kostengünstiger möglich.

Was ist eure Meinung zum Wertefonds von Marc Friedrich und Matthias Weik? Schreibt’s in die Kommentare!


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4 KOMMENTARE

  1. Wenn eine staatlich subventionierte Test Zeitschrift gegen diesen Fond und indirekt gegen die Autoren schiesst sollte man vor der Lektüre dieser Zeitschrift Reissaus nehmen. Werterhalt des Geldes ist die Priorität. Da der Staat ohne Moral ist kann man ihn zum Thema Gold überhaupt nicht ernstnehmen. Klingt so‘ als wolle man die Autoren diskreditieren.

  2. Ich bin bei 86 Euro in den F&W Fonds eingestiegen zur Diversifikation und bin sehr zufrieden. Er ist transparent, tatsächlich einzigartig (u.a. sogar Bitcoin im Fonds). Die Kritik kann ich nur teilweise teilen. Die Kosten sind ok. Der Ausgabeaufschlag geht ja nicht an den Fonds sondern erhalten die Banken als Vermittlungsprovision. Die zahlt sowieso nur jemand der sich nicht auskennt. Viele Broker bieten Rabatt an – bis zu 100%.

  3. Stiftung Warentest vergleicht wieder einmal Äpfel mir Birnen. Der Fonds ist auf Werterhalt in Krisenzeiten ausgelegt, nicht auf höchste Rendite. Wie man als privater Anleger kostengünstig in „Wald, Immobilien, Ackerland und Diamanten“ investiert, bleibt wohl das Geheimnis der Warentester. Ich kenne jedenfalls keinen Ackerland-ETF oder Diamanten-ETF

  4. Einige Gedanken zum Artikel der Stiftung Warentest und vorangegangener Kommentare:
    1) Der Fokus des F&W Fonds ist m.W. nach nicht Überrendite i.Vgl. zum breiten Marktverlauf (z.B. bezogen auf den MSCI World), sondern eher der Werterhalt für absolute Krisensituationen (z.B. totaler gesellschaftlicher Systemkollaps). Natürlich hat dann die Assetallokation keine breite Marktstreuung, da wegen der inhärenten „Systemskepsis“ in der Fondsstruktur auf Nischenassets statt auf Streuung gesetzt wird. Leute die genau danach suchen investieren also in den Fonds, v.a. wenn sie sich dessen Portfolio nicht selbst zusammenstellen wollen; für diese Kunden gehen 1,94% Kostenquote dann sicher auch persönlich in Ordnung.

    2) Auch wenn Stiftung Warentest staatlich gefördert ist, kann man da per se keine Staatslenkung unterstellen. Denn: Der Staat preist die Versicherungsbranche immer noch als Allheilmittel an (Kapital-LV, Riester, Rürup); StW schreibt seit Jahr und Tag gegen teure unrentable Versicherungsprodukte und bspw. für marktbreite Aktien-/Anleihenportfolios, z.B. abzubilden durch ETFs.

    3) Thema Ethik bzgl. Gold: Da lehnt sich die StW moralisch zu weit aus dem Fenster und stößt – leider wie viele Medien – mit ins öko-religiöse Horn. Warum: a) Die Goldreserven der Bundesbank wurden ebenfalls stetig ausgebaut; da schreit keiner von „Öko-Sünde“. b) SRI- und ökozertifizierte Fonds bringen bislang nachweislich renditetechnich und nach Investitionsflüssen keinen Unterschied zu normalen Fondslösungen. Larry Fink von BlackRock/ iShares ruft zwar in Davos gerade nach der Neuallokation weltweiter Vermögen hin zu Ökoinvestments. Alles was das zeigt ist, worauf er sein Kapital in den kommenden fünf Jahren wetten will; ob’s was bringt sagt das nicht aus. Alles reine behavioural finance.

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