Lyxor World Water ETF: Top oder Flop?

In Zukunft dürfte die Wasserversorgung von Mensch und Industrie zunehmend an Bedeutung gewinnen. Klimatische Veränderungen und längere Trockenphasen stellen Versorger und Dienstleister im Wasser-Sektor vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig bieten sie das Potenzial für neues Wachstum. Mit dem Lyxor World Water ETF können Anleger an der Wertentwicklung zahlreicher Unternehmen aus dem Bereich Wasser partizipieren.


Die Anlageidee des Lyxor World Water ETF

Der Lyxor World Water ETF wurde 2007 mit dem Ziel aufgelegt, den World Water Total Return Index so präzise wie mögliche abzubilden. Über 52 Wochen hinweg soll sich der Tracking Error stets in einem Bereich von unter 1 % bewegen. Die Indexabbildung erfolgt durch Swaps. Eine Ausschüttung der Erträge an die Anleger erfolgt im halbjährlichen Intervall, wobei sich die letzte Ausschüttung auf 0,65 EUR belief. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,60 %.

Zusammensetzung

Zusammensetzung und Gewichtung des World Water Total Return Index richten sich nach der Marktkapitalisierung. Der Fokus des Index liegt auf der Wasserwirtschaft. Dabei wird eine Einteilung in drei verschiedene Sektoren vorgenommen: Betrieb und Verwaltung von Wasserversorgungsnetzen, Ausrüstung für die Wasserbehandlung sowie Infrastruktur. Insgesamt werden die 30 größten Unternehmen in diesen Sektoren weltweit abgebildet. Voraussetzung für die Aufnahme in den Index ist jedoch zusätzlich, dass ein Unternehmen mindestens 40 % seines jährlichen Umsatzes im Wassersektor verdient.

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Bei der anteilsbezogenen Zusammensetzung des Index nach Branche dominieren regulierte und abhängige Energiedienstleister mit rund 46,5 %. Gut ein Viertel wird von Herstellern von Industrieprodukten ausgemacht. Die Baustoffindustrie kommt auf ca. 14 %, während rund 9 % den Bereich Aufbereitung und Abfallmanagement zugeschrieben werden können. Die starke Konzentration auf die Energiedienstleistungsbranche ist angesichts des Fokus des Index unvermeidbar. Betrachtet man die Verteilung nach Ländern, belegen die USA mit rund 29 % den ersten Platz. Ebenfalls stark vertreten sind Schweden mit ca. 20 % sowie Großbritannien mit ca. 18 %.


Um eine höhere Streuung zu garantieren, ist die Indexgewichtung jedes einzelnen Titels auf maximal 10 % beschränkt. Zu diesem Zweck erfolgt jeden Januar und Juli eine Neugewichtung. Die Top-Positionen sind American Water Works, Gegerit und Ferguson. Die sechs größten Positionen machen dabei zusammengenommen etwas weniger als die Hälfte des Indexwertes aus.

Performancevergleich mit ähnlichen ETFs

Die Performance des Lyxor World Water ETF in den vergangenen 12 Monaten belief sich auf – 2,19 %. Diese negative Entwicklung ist jedoch hauptsächlich dem Börsen-Crash infolge der Corona-Pandemie geschuldet. Betrachtet man die Entwicklung im Jahr 2019, lässt sich eine Performance von rund 38,3 % beobachten. Dehnt man den Beobachtungszeitraum auf die vergangenen fünf Jahre aus, verzeichnete der Lyxor World Water ETF eine Wertentwicklung von rund 21,4 %. Der zugrunde liegende Index verzeichnete ab Beginn 2019 einen rapiden Wertzuwachs. Zwischen 2015 und 2018 stagnierte er jedoch. Der Tracking Error bewegte sich in den vergangenen drei Jahren stets zwischen 0,01 und 0,04 % und war damit, gemessen an dem Ziel des ETF, tatsächlich sehr niedrig.

iShares bietet mit dem Global Water ETF einen vergleichbaren Indexfonds an. Dieser bildet den S&P Global Water 50 Index ab. Hinsichtlich der Gesamtkostenquote liegt der iShares Global Water ETF mit 0,65 % nur unwesentlich höher. In den vergangenen 12 Monaten performte der ETF mit 0,75 %. Auch hier ist die schlechte Kursentwicklung ausschließlich auf den kürzlichen Börsen-Crash zurückzuführen. 2019 verzeichnete der ETF ein Plus von 35,75 %. Auf fünf Jahre betrachtet beläuft sich das Kursplus jedoch lediglich auf rund 25,5 %. Im Vergleich zum Lyxor World Water ETF performt der Konkurrenz-ETF von iShares sowohl kurzfristig betrachtet wie auch über einen längeren Zeitraum hinweg leicht besser.


Während der Wachstumsphase 2019 behielt jedoch der Global Water ETF die Nase leicht vorne. Was die Streuung hinsichtlich Unternehmen und Branchen angeht, halten sich beide Fonds die Waage. Betrachtet man jedoch die Verteilung nach Ländern, ergibt sich beim iShares Global Water ETF ein massives Ungleichgewicht. Dort dominieren die USA mit beinahe 50 % der Anteile.

Mit dem L&G Clean Water ETF existiert seit kurzem noch ein dritter ETF mit dem Fokus auf Wasser. Aufgrund seines geringen Alters (Fondsauflage: 26.06.19) lassen die bisherigen Kursdaten noch keine Rückschlüsse zu. Mit einem Volumen von lediglich 11 Millionen Euro handelt es sich jedoch um einen relativ kleinen Fonds.

Perspektive des Wasser-Sektors

Eines der Hauptaugenmerke bei Unternehmen im Wassersektor ist stets die Einführung strengerer Umweltauflagen. Im Angesicht eines wachsenden ökologischen Bewusstseins ist die Einführung zunehmend strengerer Auflagen weltweit durchaus wahrscheinlich. Da der ETF eine Reihe von Unternehmen enthält, welche im Aufbereitungs- und Sanitärbereich tätig sind, kann dies jedoch auch, abhängig von den jeweiligen Auflagen, durchaus vorteilhaft für den Kurs sein.

Auch die zunehmenden Versorgungsengpässe bei der Wasserversorgung könnten sich auf die Wasserbranche auf vielfältige Weise auswirken. Zum einen drohen Versorgern während längeren Dürrephasen empfindliche Ausfälle. Gleichfalls bieten die hierdurch angeschobenen Reformen bei der Versorgung und Aufbereitung von Wasser für Unternehmen durchaus großes Potenzial, ihren Geschäftsbereich zu erweitern. Die ausreichende Versorgung von immer mehr Menschen weltweit macht die Entwicklung und Verwirklichung neuer Konzepte notwendig. Es ist daher durchaus wahrscheinlich, dass Unternehmen des Wassersektors mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren und Jahrzehnten entscheidend an Bedeutung gewinnen werden.

Die Hersteller von Bewässerungssystemen, Wasserpumpen, Filteranlagen und vielen weiteren Produkten, welche für eine ausreichende Wasserversorgung notwendig sind, dürften in Zukunft zusätzlich vom steigenden Bedarf in Schwellenländern und der Dritten Welt profitieren. Sie verfügen nicht nur über die Kapazitäten, sondern auch über das notwendige Know-how, um geeignete Lösungen im Angesicht zunehmender Wasserengpässe zu entwickeln. Langfristig betrachtet handelt es sich hierbei um einen Wachstumsmarkt mit erheblichem Potenzial.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile:

Mit dem Lyxor World Water ETF können Anleger in die weltweit größten Unternehmen aus dem Wassersektor investieren. Nach mehrjähriger Stagnation wiesen viele Aktien aus diesem Bereich 2019 abermals sehr starke Kurszuwächse auf. Die Aussicht auf zukünftige Versorgungsengpässe und Wasserknappheit dürfte dafür sorgen, dass Unternehmen aus dem Wasser-Sektor in den kommenden Jahren und Jahrzehnten an Bedeutung gewinnen werden.

Weil der ETF ein breites Spektrum an Unternehmen berücksichtigt, welche von Versorgern über Sanitärherstellern bis zu Herstellern von Messtechnik reichen, können Anleger bei vielfältigen Entwicklungen rund um den Bereich Wasser partizipieren.



Nachteile:
Aufgrund des engen Fokus des ETFs auf Unternehmen im Bereich Wasser, müssen Anleger mit einer höheren Volatilität rechnen. Die Zusammensetzung hinsichtlich Ländern und Unternehmen ist, wie bei vielen Branchen-Fonds, ebenfalls relativ geclustert. Ähnlich wie Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, könnte die Wasserbranche Vorteile aus zukünftigen klimatischen Veränderungen ziehen.

Der Fokus liegt hierbei besonders auf Wasserknappheit. Dies bedeutet jedoch gleichfalls, dass Anleger auf langfristige Entwicklungen außerhalb der normalen Wirtschaftswelt spekulieren.

Die Gefahr einer mehrjährigen Stagnation oder gar von einzelnen Verlusten darf daher nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Zuletzt könnten einige Anleger mit der synthetischen Replikationsmethode des Fonds Probleme haben.

Für welche Anlagestrategie eignet sich dieser ETF?

Beim Lyxor World Water ETF handelt es sich um ein langfristiges Anlageobjekt. Dass in Zukunft neue Lösungen hinsichtlich der Wasserversorgung der Weltbevölkerung gefunden werden müssen, wird von vielen Experten akzeptiert. Wie rapide diese Veränderungen notwendig sein werden und welche Länder stärker davon betroffen sein werden, lässt sich momentan jedoch noch nicht mit Sicherheit sagen. Anleger sollten daher bereit sein, ihr Investment in diesen ETF über Jahre hinweg arbeiten zu lassen. Wer bereits in einen der großen ETFs investiert hat und nach einem Fonds zur Diversifizierung mit langfristiger Wachstumsperspektive sucht, könnte beim Lyxor World Water ETF durchaus zugreifen.

Zwar besteht die Möglichkeit, dass eine Dürre die Wasserversorgung und Aufbereitung stärker in den Blickpunkt rücken könnte. Allerdings sind solche Wetterphänomene auf eine bestimmte Weltregion lokalisiert. Ferner steht der Wasser-Sektor derzeit nicht auf vergleichbare Weise im sozialen, medialen und politischen Fokus wie erneuerbare Energien. Eine Spekulation auf einen günstigen Einstiegspunkt für eine Einmalanlage im Zuge eines Dürresommers wäre daher zurzeit mit zahlreichen Unwägbarkeiten verbunden.

Der Lyxor World Water ETF im Überblick

  • Name: Lyxor World Water UCITS ETF
  • ISIN: FR0010527275
  • WKN: LYX0CA
  • Replikationsmethode: Synthetisch
  • Laufende Kosten (TER): 0,60 %
  • Ertragsverwendung: Ausschüttend
  • Auflagedatum: 09.10.2007
  • Fondsgröße: 551,28 Mio. EUR (Stand 31.03.2020)
  • Handelbar bei (Auswahl): Consorsbank*, comdirect*, Smartbroker*

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