Daytrading? Lass da bloß die Finger von!

Langfristige Anlagen stellen einen risikoarmen Weg zu einem späteren Vermögen dar. Doch wer keine Lust hat, zu warten, findet mit dem Daytrading eine vermeintlich schnelle Alternative, die großen Reichtum verspricht. Leider entpuppt sich dies jedoch meist als Trugschluss. Daytrading ist anspruchsvoll, hektisch und vor allem sehr risikoreich.
Reich werden mit Daytrading?

Unter Daytrading versteht man das kurzfristige Spekulieren mit Wertpapieren. Daytrader bauen sich dabei Wertpapierpositionen auf, nur um diese innerhalb des gleichen Tages wieder zu verkaufen. Diese Art des Handels ist von Natur aus äußerst schnelllebig und risikobehaftet.

Im Internet tummeln sich zahlreiche sogenannte Börsen-Gurus, die für sich reklamieren, die Tricks und Geheimnisse zu kennen, mit denen man beim Daytrading erfolgreich sein kann. Daytrading zieht daher oftmals Privatanleger an, die hoffen, innerhalb kurzer Zeit hohe Gewinne zu erzielen.

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Diese Hoffnung wird jedoch in den meisten Fällen enttäuscht. Erhebungen haben ergeben, dass rund 77 Prozent aller privaten Daytrader im Jahr Verluste machen. Nur einem von vier Daytradern gelingt es demnach, Gewinne zu erzielen. In einer Studie, an welcher mehrere Universitäten in den USA und China beteiligt waren, kamen Forscher sogar zu dem Ergebnis, dass über einen Zeitraum von 14 Jahren hinweg rund 98 Prozent aller Daytrader Verluste machen. Langfristig gesehen scheint Daytrading also keine gewinnversprechende Strategie zu sein.

Die diversen Internetforen sind voll von Privatanlegern, welche im Glauben, sie hätten den Weg zum schnellen Geld entdeckt, erhebliche Verluste eingefahren haben. Im schlimmsten Fall haben sie dabei nicht nur ihr Vermögen verloren, sondern auch noch große Schulden angehäuft.

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Doch was genau macht Daytrading so viel risikoreicher als langfristiges Anlegen? Um dies zu verstehen, ist es erforderlich, einen genauen Blick darauf zu werfen, wie Daytrading im Detail funktioniert.

Das Risiko von Hebeln

Weil die täglichen Kursschwankungen an den Börsen im Vergleich zu den langfristigen Entwicklungen über Monate oder gar Jahre relativ gering sind, versuchen Daytrader mit kleinen Kursschwankungen möglichst große Gewinne zu erzielen. Hierfür greifen sie auf einen sogenannten Hebel zurück. Meist handelt es sich dabei um Geld, welches sie sich von ihrem Broker oder ihrer Bank geliehen haben. Damit vergrößern sie kurzfristig das Kapital, mit welchem sie auf Kursveränderungen spekulieren können.

Der Einsatz solcher Hebel erlaubt es einem Daytrader beispielsweise, neben den 20 Aktien, welche er mit seinem eigenen Geld kauft, noch 980 weitere mit geliehenem Geld zu kaufen. Dies ermöglicht es ihm, auch von minimalen Kursschwankungen innerhalb eines Tages in erheblichem Maße zu profitieren, da er nach einem evtl. Kursanstieg alle 1000 Aktien wieder mit Gewinn verkaufen kann.

Dies bedeutet jedoch gleichzeitig, dass bei einem unerwarteten Kursrückgang auch alle 1000 Aktien an Wert verlieren. Der daraus resultierende Verlust wäre in dem Fall ebenfalls in voller Höhe vom Daytrader zu tragen. Durch den Einsatz von Hebeln erhöhen sich also sowohl die möglichen Gewinne als auch die möglichen Verluste.

Daytrader handeln meist mit Derivaten

Entgegen dem obigen Beispiel handeln die meisten Daytrader allerdings nicht mit reinen Aktien. Stattdessen nutzen sie vornehmlich Derivate. Dabei kann es sich beispielsweise um Futures, Optionen oder CFDs handeln. Diese Produkte haben den Vorteil, dass sie sich bereits mit geringeren Summen effektiv hebeln lassen.

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Bei den einzelnen Derivaten handelt es sich um Ableitungen von Basiswerten. Am häufigsten sind dies Währungspaare. Dabei handelt es sich um die Notierung des Wertes einer Währung im Vergleich zu einer anderen Währung. Diese Währungspaare werden zumeist in Form von Futures und anderen Devisen gehandelt. Der hieraus resultierende Devisenmarkt übertrifft von Größe und Liquidität her alle anderen Finanzmärkte der Welt.

Komplexe Finanzprodukte beherbergen zusätzliche Risiken

Der Derivatehandel findet nun meist in Form von Long und Short Positionen statt. Baut ein Trader eine Long Position auf, hofft er, dass der Kurs steigen wird. Eröffnet er hingegen eine Short Position, setzt er auf fallende Kurse. Damit ein Trader von einem derart fallenden Kurs profitieren kann, muss er vorher ein Leihgeschäft eingehen. Dabei leiht er sich von einem anderen Marktteilnehmer einen bestimmten Wert und verkauft diesen anschließend. Nach einer gewissen Zeit muss er den Wert zum aktuellen Preis zurückkaufen und wieder an den eigentlichen Besitzer zurückgeben.

Wenn der Kurs nach dem Verkauf des geliehenen Wertes sinkt, kann er diesen später für weniger Geld zurückkaufen, als er durch den anfänglichen Verkauf eingenommen hat. Aus der Differenz zwischen Verkauf und Rückkauf minus der Leihgebühr ergibt sich für den Trader der Gewinn.

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Da er jedoch aufgrund der befristeten Leihe dazu gezwungen ist, den Wert zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder zurückzukaufen, besteht die Gefahr, dass er erhebliche Verluste macht, falls der Kurs entgegen seiner Erwartung gestiegen sein sollte. Werden diese Geschäfte nun auch noch gehebelt durchgeführt, kann schnell eine enorme Fallhöhe für den Daytrader entstehen.

Daytrading ist nervenaufreibend

Damit ein Daytrader nicht blind darauf los rät, wann er welche Werte kauft und verkauft, muss er nach Anhaltspunkten Ausschau halten, wie sich die Märkte kurzfristig entwickeln werden. Die übliche Methode hierfür ist das Ereignis-Trading.

Hierbei beobachten Analysten und Trader die zahllosen Nachrichten über wirtschaftliche, politische und finanzielle Entwicklungen, welche Einfluss auf bestimmte Aspekte der weltweiten Märkte haben könnten. Hierzu zählen z. B. Ankündigungen zu Leitzinsveränderungen oder finanzpolitische Verhandlungen zwischen unterschiedlichen Regierungsvertretern.

Weil ein Daytrader sein Geld jedoch mit der Spekulation auf kurzfristige Kursveränderungen verdient, kann er es sich nicht leisten, zu warten, wie genau die jeweiligen Nachrichten ausfallen werden. Daher spekulieren Daytrader stattdessen darauf, ob die erwartete Nachricht positiv oder negativ für die Märkte sein wird. Je nachdem, ob der Trader z. B. davon überzeugt ist, dass die bevorstehenden Umsatzzahlen eines Unternehmens besser oder schlechter ausfallen, als vom allgemeinen Markt vermutet, wird er entweder auf Long oder auf Short Positionen setzen.

Jeder Daytrader liegt dabei manchmal richtig und manchmal daneben. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, muss man öfter richtig liegen, als falsch. Hierin liegt vor allem für Privatanleger das größte Problem.

Die Konkurrenz ist meist überlegen

Die Big Player unter den Daytradern sind meist die großen Investment-Banken. Diese beschäftigen jeweils eine große Zahl hoch professioneller Trader, die gut ausgebildet sind und zudem oftmals über zahlreiche Informationen verfügen, welche dem gewöhnlichen Privatanleger nur schwer zugänglich sind.

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Erschwerend kommt hinzu, dass beim Daytrading oft auch die technische Ausstattung über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann. Vor allem eine schnelle Internetverbindung ist wichtig, da es bei dieser Art von Handel auf die kleinsten Kursschwankungen ankommt, welche oftmals innerhalb von Sekunden vonstattengehen. Banken und Investmentgesellschaften scheuen hierfür keine Kosten. Wer langfristig Gewinne erzielen will, muss sich jedoch gegen dieser Konkurrenz behaupten.

Die Gefahr des täglichen Tradens

Wer als Daytrader unterwegs ist, ist tagtäglich viele Stunden am Markt aktiv. Das bedeutet zum einen, dass jeden Tag eine große Zahl an Trades durchgeführt werden. Diese gehen mit entsprechenden Transaktionskosten einher. Dadurch ist Daytrading bereits ohne etwaige Verluste kostspieliger als der normale Wertpapierhandel.

Hinzu kommt, dass der tagtägliche Nervenkitzel, innerhalb von Sekunden hohe Summen zu erzielen oder zu verlieren, vor allem für Adrenalinjunkies ein hohes Suchtpotential birgt. Die Gefahr, das eigene Limit zu ignorieren und dadurch riesige Verluste anzuhäufen, ist durchaus mit der Sucht nach Glücksspiel vergleichbar.

Der durchschnittliche Jahresgewinn der privaten Daytrader, denen es tatsächlich gelingt, den Markt zu schlagen, liegt zudem gerade einmal bei 22.000 US-Dollar. Angesichts der Tatsache, dass Daytrading vom Aufwand her ein Vollzeitjob ist und zudem mit erheblichen Verlustrisiken einhergeht, ist diese Summe nicht sonderlich beeindruckend. Es verwundert daher nicht, dass laut einer Studie 93 Prozent aller Daytrader nach spätestens fünf Jahren aufgeben.

Mit einer langfristigen Buy-and-Hold-Strategie mittels Indexfonds (ETF) sind viele Anleger hingegen deutlich besser beraten.

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