Investieren im Börsencrash: Einmaleinlage oder Sparplan?

Die Coronakrise hat die Welt fest im Griff und sorgt für extreme Auswirkungen auf die Wirtschaft rund um den Globus. Solch eine Ausnahmesituation geht auch an der Börse nicht spurlos vorbei. Die Kurse sind weltweit eingebrochen und haben Langzeitanlegern die Gewinne vieler Jahre gekostet. Doch bietet der Börsencrash auch eine hervorragende Möglichkeit für Einstiege in ein langfristiges Investment. Doch welche Strategie sollte hierbei verfolgt werden? Ist eine Einmaleinlage oder ein Sparplan die bessere Variante?
Börsencrash lädt zu Käufen ein

Immer dann, wenn die Aktienkurse an den Börsen weltweit gefallen sind, öffnen die großen Investoren ihre Geldbörsen und kaufen Aktien. Sie nutzen in solch einem Fall die „günstigen“ Einstiegskurse, um bei der folgenden Jagd auf neue Allzeithochs dabei zu sein.

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Auch der aktuelle Börsencrash rund um die Coronakrise bietet solche Einstiegschancen. Beispielhaft lässt sich dies am bekannten MSCI World Index festmachen. Dieser MSCI ist ein ETF, der die Aktien von 1.650 Unternehmen aus 23 Industrieländern rund um den Globus widerspiegelt. Berechnet wird dieser Fonds seit dem Jahr 1968. Zwei Börsencrashs der Neuzeit waren das Platzen der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende und die Finanzkrise im Jahr 2009. Beide Ereignisse ließen den MSCI World deutlich einbrechen, ehe er in den Jahren danach neue Höchststände generieren konnte.

Coronakrise ließ Aktienkurse schrumpfen

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein Crash die ideale Möglichkeit ist, sein Geld sinnvoll in Aktien anzulegen. So wird auch die Coronakrise ihre Möglichkeiten bieten. Der MSCI World hat wie alle Indizes und Fonds beim aktuellen Crash deutlich an Wert verloren. Noch im Februar besaß der ETF einen Wert von 2.434 Punkten. Gut sechs Wochen später waren es nur noch 1.602 Punkte. Dies entspricht einem Verlust von 34,2 % und somit von über einem Drittel. Kein Unternehmen, mit Ausnahme einiger Werte aus der Gesundheitsbranche, konnte sich vor Kursverlusten retten. Und auch wenn er Bärenmarkt noch einige Zeit anhalten kann, so ist die aktuelle Phase eine ideale Chance für langfristige Investments.
Vom Griff ins fallende Messer

Investoren, die sich in einen fallenden Markt einkaufen möchten, sehen sich mit diversen Problemen konfrontiert. Zum einen gibt es die Börsenregel, niemals in ein fallendes Messer zu greifen. Damit ist gemeint, dass fallende Kurse gefährlich sind, da niemand weiß, wie weit der Fall reichen kann. Steigt ein Investor zu früh ein, ist sein Geld bei weiterhin fallenden Kurse lange gebunden. Auf der anderen Seite ist gerade bei stark fallenden Kursen eine schnelle Gegenbewegung in Form einer V-Korrektur nicht auszuschließen. In diesem Fall steigt die Börse nach einem Kursrutsch sehr schnell an und kaum ein Investor ist bei dem rasanten Anstieg dabei. Es stellt sich also immer die Frage, wann der richtige Zeitpunkt ist, sein Geld zu investieren. Es bietet sich jederzeit die Möglichkeit, auf einen Sparplan zurückzugreifen. Bei dieser Methode muss der Investor nicht gleich sein ganzes Geld in Aktien stecken, sondern kauft in regelmäßigen Abständen nach, egal wie sich der Kurs verhält. Sowohl der Sparplan, als auch die Einmalzahlung kann Vorteile mit sich bringen, was sich am ehesten an Szenarien feststellen lässt.

Szenario 1: Einmalzahlung – Den Tiefpunkt treffen

In diesem Szenario geht der Investor „all in“ und macht eine Einmalzahlung von allen 10 Tranchen. Er trifft den MSCI World bei 1.605 Punkten. Im Anschluss steigt der ETF für mehrere Wochen und holt den kompletten Verlust in kurzer Zeit wieder ein. Bei 2.435 Punkten verlässt der Investor den Markt. Er hat ein Plus von 8300 Punkten erwirtschaftet und somit das Maximum aus dem Crash gemacht.

Szenario 2: Einmalzahlung – Nicht abgeholt werden

Der Investor will eine Einmalzahlung machen und geht davon aus, dass der MSCI World noch mindestens bis 1.500 Punkte fallen wird. Also setzt der Investor ein Buy Limit bei 1.500. Der Markt dreht allerdings bei 1.600 Punkten steil nach oben. Das Buy Limit wurde nicht erreicht und somit ist der Investor nicht im Markt. Er konnte kein Plus erwirtschaften.

Szenario 3: Einmalzahlung – Und abwärts

Im dritten Szenario zur Einmalzahl geht der Investor davon aus, dass der Kurs steigen wird. Er setzt alle zehn Tranchen bei 1.600 Punkten. In der Folgezeit geht der Kurs jedoch deutlich weiter runter. Der Investor kann nicht nachkaufen und hat über viele Monate sein Geld ohne Rendite gebunden. Erst einige Jahre später steht der Kurs wieder bei 2.435 Punkten. Der Investor hat zwar ein Plus von 8.300 erwirtschaftet, musste jedoch etliche Jahre warten.
Szenario 4: Sparplan – Im Gewinn nachkaufen

Der Investor hat sich für einen Sparplan in 10 Tranchen entschieden. Er weiß nicht wie tief der MSCI World noch fallen wird und steigt daher heute bei 1.600 Punkten mit einem Zehntel der Gesamtsumme ein. Die Kurse drehen direkt nach oben und der Investor kauft alle 100 Punkte mit einer Tranche nach. Bei 2.434 Punkten hat er bereits neun Tranchen investiert und hiermit ein Gesamtplus von Stand heute 3.906 Punkten gemacht.

Szenario 5: Sparplan – Im Verlust nachkaufen

Da es schwierig ist, den Tiefpunkt zu treffen, beginnt ein Investor mitten im Crash mit einer ersten Tranche in den MSCI World bei 1.600 Punkten zu investieren. Danach rutscht der Kurs jedoch weiter, sodass Tranchen im tieferen Bereich bis zu 1.200 Punkten gekauft wurden. Hier ist das Tief endlich erreicht und der MSCI World steigt wieder bis er nach einigen Jahren die 2.434 Punktemarke zurückerobert hat. Der Investor konnte durch seine stetigen Nachkäufe circa 11.000 Punkte erwirtschaften und hätte bereits auch eher verkaufen können, um seinen Gewinn zu realisieren.

Sparplan schlägt Einmalzahlung

Das Fazit zur richtigen Strategie hängt von der Entwicklung im Markt ab. Dennoch lässt sich festhalten, dass nur in einem einzigen Szenario die Einmalzahlung den Sparplan schlägt. Nur wenn die Einmalzahlung am Tiefpunkt gemacht wurde, lässt sich das Maximum erreichen. Ein Sparplan hingegen kann auch dann Gewinne bescheren, wenn der Kurs weiter fällt. Irgendwann dreht der Markt wieder und der Sparplan kann kann mit  Gewinnen weiterlaufen. Der Einmalzahler steht hingegen nach all der Wartezeit noch immer ohne Gewinn da und würde erst bei einem weiteren Anstieg verdienen.


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