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Investieren in Krisenzeiten – Darauf sollte man achten
Investieren in Krisenzeiten – Darauf sollte man achten
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Florian Schulze

Profi Investor

Nach der Corona-Krise beherrscht nun die Ukraine-Krise die Schlagzeilen sowie die Köpfe vieler Menschen. Im Angesicht einer zunehmend galoppierenden Inflation stellt sich für Anleger die Frage, wie in Krisenzeiten Geld anlegen möglich ist, ohne dabei hohe Verluste zu riskieren. Tatsächlich sind es jedoch gerade die Krisen, welche Anlegern oftmals die besten Chancen bieten, Geld zu verdienen. Hierfür sollte man jedoch darauf achten, die folgenden Fallstricke zu vermeiden.

Einer der bekanntesten Ratschläge von Star-Investor Warren Buffett ist, man solle gierig sein, wenn andere ängstlich sind. Damit meinte er, dass Krisenzeiten mit panischen Verkäufen und fallenden Kursen findigen Anlegern meist die besten Möglichkeiten bieten, langfristig Geld zu verdienen.

Die Idee dahinter ist recht simpel: Sind die Kurse nach einem Crash oder infolge eines lang andauernden Bärenmarktes im Keller, kann man zum kleinen Preis zahlreiche stark unterbewertete Assets kaufen und profitieren, sobald deren Kurse wieder gestiegen sind. Sehr gut beobachten ließ sich dies zuletzt in den Monaten nach dem Corona-Crash im März 2020. Nachdem die Kurse an den weltweiten Börsen flächendeckend in den Keller gerauscht waren, war es in der Folgezeit zu einer beispiellosen Kursrallye gekommen.

Zwar ist ein großer Crash seit Beginn des Krieges in der Ukraine ausgeblieben und gilt zumindest momentan auch eher als unwahrscheinlich. Dennoch herrschen derzeit vielerorts Angst und Skepsis an den Märkten. Findigen Anlegern bietet sich auch in einem solchen Umfeld stagnierender Kurse eine Vielzahl an Möglichkeiten, trotz Krise Geld zu verdienen. Allerdings sollte man dabei dennoch Acht geben. Es lauern nämlich durchaus eine Reihe von Fallstricken.

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1. Nicht vergangene Krisen als Schablone nehmen

Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist oftmals dazu verdammt, sie zu wiederholen. Dementsprechend ist es durchaus eine gute Idee, sich zu vergegenwärtigen, wie vergangene Krisen verlaufen sind. Hieraus lassen sich durchaus gute Schlüsse ziehen, um die eigene Handlungsweise anzupassen.

Gleichzeitig sollte man jedoch nicht den Fehler begehen, die aktuelle Krise als Kopie vorangegangener Krisen zu betrachten. Die Zahl der ökonomischen, politischen, fiskalischen und psychologischen Faktoren, welche in ihrer Gemengelage eine Krise begünstigen, sind vielschichtig und treten in der Regel immer wieder in unterschiedlichen Kombinationen auf.

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Das derzeitige Auftreten einer hohen Inflation gepaart mit möglicherweise sinkender Wirtschaftskraft ist als Deflation bekannt und in der Vergangenheit nicht ohne Beispiel. Jedoch unterscheiden sich die Begleitfaktoren mit einer sich von der Pandemie immer noch erholenden Weltwirtschaft sowie dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine durchaus von vorherigen deflationären Phasen. Dies sorgt auch dafür, dass die Handlungsspielräume der Zentralbanken im Vergleich zur Vergangenheit eingeengt sind.

Anleger, die in der aktuellen Situation die besten finanziellen Entscheidungen treffen wollen, dürfen daher nicht bloß das kopieren, was bereits in der Vergangenheit funktioniert hat. Stattdessen ist ein unverklärter Blick auf die Märkte und die sie umgebenden Begleitumstände notwendig.

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2. Nicht alles auf eine Karte setzen

Der Tipp, beim Investieren nicht nur alles Geld in ein oder zwei Werte zu stecken, gilt natürlich nicht nur für Krisenzeiten. Diversifikation ist einer der Grundpfeiler einer jeden erfolgreichen Investmentstrategie. Wer alles auf eine Karte setzt, läuft dann, wenn es einmal nicht nach Plan läuft, Gefahr, viel Geld zu verlieren. Gerade in einer so komplexen Krise wie der Aktuellen läuft dabei meist sehr vieles nicht nach Plan.

Gleichzeitig gehen Krisenzeiten aber auch mit zusätzlichen Fallstricken mit Blick auf einen Mangel an Diversifikation einher. Wie die aktuelle Krise wieder einmal deutlich zeigt, gibt es immer wieder Aktien, ETFs, Kryptowährungen und andere Assets, die deutlich besser performen als der Markt. Sogenannte Geheimtipps, die in Zeiten fallender oder stagnierender Kurse hohe Renditen versprechen, sind für viele Anleger hochgradig verlockend. Nicht selten so verlockend, dass die Versuchung besteht, alles Geld auf diese Gelegenheit zu setzen.

Was diese Situation besonders gefährlich macht, ist die Mischung aus Furcht und Gier. Die Furcht, angesichts fallender Märkte viel Geld zu verlieren, trifft auf die Gier, angesichts eines möglichen goldenen Tickets, welches einen zurück in die Gewinnzone befördern kann. Das Gebot der Diversifikation gilt allerdings auch in einer solchen Situation.

Keine Gelegenheit ist so gut, dass man all sein Geld auf sie setzen sollte, selbst wenn die Vorzeichen ansonsten größtenteils rot sind. Es besteht nämlich die reale Gefahr, dass das verlockende Kursfeuerwerk nur vorübergehender Natur ist und viel schneller verpufft, als man damit gerechnet hat. Wer sich hingegen breiter aufstellt, kann dieses Risiko merklich reduzieren.

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3. Nicht zögern

Die Angst, Geld zu verlieren, kann lähmend wirken. Niemand trennt sich gerne von seinem hart erarbeiteten Geld. Investieren in Krisenzeiten bedeutet, Risiken einzugehen. Vorsicht in Maßen kann hier durchaus nützlich sein, hindert sie einen doch daran, zu sehr ins Risiko zu gehen.

Allerdings kann zu viel Vorsicht dazu führen, dass man den Einstiegszeitpunkt immer weiter nach hinten verschiebt. Wer jedoch zu lange zögert, läuft nicht nur Gefahr, eine möglicherweise günstige Gelegenheit zu verpassen. Gerade angesichts enorm steigender Inflationszahlen kann einen nämlich auch das Abwarten selbst immer mehr Geld kosten.

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Es ist eine falsche Vorstellung vieler Anfänger, beim Investieren komme es vor allem auf das richtige Timing an. Auf lange Sicht ist es weniger entscheidend, wann genau man eingestiegen ist, als vielmehr, wie lange man dabei gewesen ist. Kurzfristige Verluste können sich auf lange Sicht in hohe Gewinne verwandeln. Langfristig wachsen Weltwirtschaft und somit auch die Märkte stets weiter. Zwischenzeitliche Krisen fallen hierbei im Rückblick weit weniger ins Gewicht, als es zum jeweiligen Zeitpunkt ihres Ausbruchs den Anschein gemacht hat.

Wer langfristig investiert, kann den Zinseszinseffekt nutzen. Eingefahrene Renditen sorgen dafür, dass sich das eigene Geld in Zukunft mit wachsender Geschwindigkeit vermehrt. Profitieren können hiervon aber nur jene, die beizeiten mit dem Investieren angefangen haben.

4. Gelegenheiten nicht die eigene Strategie bestimmen lassen

Wer erfolgreich Geld investieren möchte, benötigt dafür auch eine vernünftige Anlagestrategie. Sie ist der Leitfaden, an welchem man sich auf Jahre hinaus bei der eigenen Geldanlage orientiert. Wichtig ist hierbei, dass man auch beim Investieren in Krisenzeiten der eigenen Strategie treu bleibt.

Wenn an den Märkten Aufruhr herrscht, ergeben sich für findige Anleger auch immer wieder gute Gelegenheiten. Eine flexible Anlagestrategie bietet stets auch Freiräume, solche Gelegenheiten zu nutzen und das eigene Depot umzuschichten. Allerdings sollte man dabei zuvor lange verfolgte Ansätze keineswegs einfach über den Haufen werfen.

Wer über einen langen Zeitraum hinweg in bestimmte Aktien, ETFs oder Kryptowährungen investiert, weil man von diesen überzeugt ist, sollte nicht einfach alles über Bord werfen, nur weil es gerade nicht so läuft und das andere Ufer grüner erscheint. Nicht selten bieten fallende Kruse vielmehr die Gelegenheit, günstig nachzukaufen. Wenn sich die Kurse mittel- bis langfristig wieder erholt haben, sind dadurch die vorherigen Kursverluste nicht nur vergessen. Man kann zusätzlich auch noch die temporär niedrigen Kurse und nachfolgende Kurssteigerungen bei Assets mitnehmen, auf die man ohnehin setzt.

Auch jene Anleger, die in Krisenzeiten neu in den Markt einsteigen möchten, sollten sich zuerst eine passende Anlagestrategie zurechtlegen und sich nicht einfach Hals über Kopf auf das erst beste Asset stürzen, welches gerade am Trenden ist. Hohe Gewinne infolge von Krisenzeiten fußen meist nicht auf Kurzschlussentscheidungen, sondern auf der flexiblen Umsetzung bewährter Strategien.

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Florian Schulze hat einen Abschluss in internationaler Politik und Wirtschaftspolitik und studiert derzeit Mathematik. ETFs, Aktien und Kryptowährungen sind seine Leidenschaft.
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