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Ölpreis auf Langzeit-Tief: Diese Öl-ETFs bieten Chancen
Ölpreis auf Langzeit-Tief: Diese Öl-ETFs bieten Chancen

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Das Jahr 2020 könnte beim Ölpreis in die Geschichte eingehen. Der Preis je Barrel von der Nordseesorte Brent ist so billig wie seit fast zwanzig Jahren nicht mehr. Bei unter 25 USD lagen die Kosten Ende März, nachdem der Preis am Jahresanfang noch bei knapp 70 USD stand. Ein Preisverfall von zwei Dritteln musste das schwarze Gold zuletzt während der Finanzkrise einstecken. Grund für den Sturz sind gleich zwei Vorfälle: ein Preiskrieg der führenden Ölproduzenten und das neuartige Coronavirus. Die Zeit für einen Einstieg in einen Fonds auf den Ölpreis scheint also gekommen zu sein.
Russland und Saudi-Arabien im Ölkrieg

Der Preisverfall hat seine Gründe und einer davon ist der offene Ölkrieg zwischen den wichtigen Mächten Russland, Saudi-Arabien und auch den USA. Der Preiskrieg begann Anfang März damit, dass sich die OPEC mit Russland nicht auf eine Kürzung der Fördermengen einigen konnte. Daraufhin machte das Königreich Saudi-Arabien ernst und flutet den Markt jetzt mit Öl. Das Land setzte seinen Verkaufspreis so tief, wie seit zwanzig Jahren nicht und kündigte zudem an, die Fördermengen ab April auszuweiten. Diese Entwicklung traf den Weltmarkt völlig unvorbereitet, da die OPEC ihre Fördermengen eigentlich kürzen wollte und jetzt das Gegenteil passiert. Zu allem Überfluss will die USA ihren Fracking-Unternehmen günstiges Öl abnehmen, sodass diese ebenfalls mehr produzieren. Der Markt kann sich vor Angeboten nicht retten.

Die Rolle der Corona-Krise

Zur gleichen Zeit, wie der Ölkrieg den Markt die Luft nimmt, kommt die Corona-Pandemie über den Globus. Weltweit bricht in Folge der Shutdowns, Ausgangssperren und Einschränkungen im privaten Leben die Nachfrage weg. Dieses Verhalten wirkt sich selbstverständlich auch auf die Nachfrage beim Öl aus. Die Fahrzeuge bewegen sich nicht mehr, die Produktionsbänder stehen still und ganze Flugzeugflotten bleiben am Boden. Durch zwei gleichzeitig stattfindende Krisen ist die Situation entstanden, dass ein hohes Angebot auf eine niedrige Nachfrage trifft. Die Folge ist ein drastischer Preisverfall beim Öl, wie er seit Jahren nicht mehr stattgefunden hat.

Langzeittief nutzen

Der Ölpreis steht so tief wie seit zwanzig Jahren nicht mehr und das aus nachvollziehbaren Gründen. Doch bieten diese niedrigen Preise optimale Chancen für Investoren. Wenn der Preiskrieg beendet ist und die wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona sich in einiger Zeit normalisieren, wird auch das schwarze Gold wieder benötigt und die Preise dementsprechend steigen. Tiefststände vorherzusagen oder mit Einstiegen genau zu treffen ist nahezu unmöglich. Aus diesem Grund ist es eine große Chance, bereits jetzt die Langzeittiefs zu nutzen, um in den Markt einzusteigen.
Selbstverständlich kann der Preis noch weiter rutschen und auch die 20 USD-Marke noch brechen, doch muss der jetzige Einstieg als langfristige Chance gesehen werden. Auf Dauer wird der Ölpreis steigen. Die Weltwirtschaft nimmt zu. Der Auto- und Flugverkehr wird vor allem in den Schwellenländern immer mehr. Der Rohstoff Öl wird wieder ein gefragtes Gut. Den Anstieg der Ölpreise bestätigt auch Jasper Lawler von der London Capital Group. Er geht davon aus, dass die ölproduzierenden Länder am Ende an sich denken werden und die Preise steigen lassen. Ansonsten könnte kein Staat kostenneutral Öl fördern, was auf Dauer nicht funktioniert.

Öl über ETF handeln

Möchten Investoren am Ölpreis verdienen, benötigen sie Produkte, mit denen sie Öl handeln können. Niemand möchte sich Ölreserven aneignen, sodass hierfür Finanzprodukte entstanden sind, die keinen tatsächlichen Gegenwert haben, sondern synthetisch sind. Es handelt sich um ETF, die versuchen, den Ölpreis nachzeichnen. Aktionäre haben die Möglichkeit, in ETF zu investieren, die die Aktien von Ölkonzernen widerspiegeln.

➡ Auch interessant: Für den Handel mit ETFs wird ein Depot benötigt. Wir empfehlen die kostenlosen Depots von comdirect* und Trade Republic*.

Hierdurch investieren sie in den gesamten Ölmarkt und nicht direkt in den Ölpreis. Außerdem besteht die Möglichkeit, in die Energiebranche als solche zu investieren. Auch für diesen Zweck existieren spezielle ETF. Wirklich nah am Ölpreis ist ein Investmentfonds, der ausschließlich die Preise der Sorten Brent oder WTI nachzeichnet.
Auswahl an ETF treffen

Desto spezialisierter ein ETF ist, desto mehr lässt sich am Ölpreis verdienen. Eher global im gesamten Energiesektor ist der MSCI World Energy (WKN A113FF) investiert. Dieser Fonds spiegelt die Wertentwicklung verschiedener Unternehmen aus Industrieländern wider, die dem Energiesektor zuzuordnen sind. Dieser Index war über Jahre konstant und ist nun im Zuge des Ölpreisverfalls eingebrochen. Daher ist er eine gute Möglichkeit für ein Investment. Deutlicher am Ölpreis orientiert ist der Stoxx 600 Oil & Gas Index (WKN A0H08M). Dieser beinhaltet ausschließlich Öl- und Gasaktien aus Europa. Die Aktien von 21 Unternehmen sind enthalten, wobei Großbritannien und Frankreich am stärksten vertreten sind.

Regelmäßig in ETF investieren

Ausschließlich auf den Ölpreis setzt beispielsweise der ETFS Brent 1mth (WKN A0KRKM). Dieser Schein richtet sich nach dem Preis der Ölsorte Brent und hat daher ebenfalls in der Krise zwei Drittel an Wert verloren. Die Chancen auf eine Erholung stehen daher sehr gut. Bei allen Alternativen ist es am sinnvollsten, wenn ein Investor in regelmäßigen Abständen Geld in den gewählten ETF einzahlt. Hierdurch können weitere Kurseinbrüche genutzt werden, um auf Dauer perfekt aufgestellt zu sein. In solch einem Fall wird das Langzeittief zur Einstiegschance in ein gewinnbringendes Ölinvestment.


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