Ölpreis rutscht ins Bodenlose: Jetzt Öl-ETC kaufen?

Der aktuelle Verfall der Ölpreise kann bereits als historisch angesehen werden. Die Kontrakte der amerikanischen Sorte WTI mit Abnahmedatum Mai 2020 rutschten erstmals in ein Minus. Das bedeutet, die Ölproduzenten gaben den Abnehmern Geld dazu. Die Sorte Brent ist auf dem tiefsten Stand seit der Jahrtausendwende gerutscht. Sind die Chancen jetzt gekommen, in die günstigen Preise zu investieren? Und warum eignet sich ein Öl-ETC dafür besonders?
Überangebot an Rohstoffen

Der Sturz der Ölpreise hängt in erster Linie mit der Corona-Krise zusammen. In Folge dieser gerieten zahlreiche Volkswirtschaften auf der gesamten Welt in eine Schockstarre. Die Wirtschaft kam global zum Erliegen und somit brach die Nachfrage für das Öl komplett ein.

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Die OPEC und weitere ölfördernde Staaten wie etwa Russland und die USA fördern jedoch täglich weiteres Öl aus der Erde, was ihnen nach den vereinbarten Quotenregeln auch zusteht. Kein Land möchte in diesem Kampf kleinbeingeben. Eine eingebrochene Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot sorgt für den starken Preisverfall. Hinzu kommt die Besonderheit, dass Öl in Kontrakten gehandelt wird, wodurch die Abnahme zu einem bestimmten Datum verpflichtend ist.
Da jedoch die Lagerkapazitäten bereits annähernd ausgeschöpft sind, entstehen den Ölkonzernen hohe Preise für das Einlagern. Dies führte zu einem Minuspreis beim WTI, damit die Einlagerung auf die Kunden übertragen werden kann. Doch auch die Nordseemarke Brent erreichte mit 16 USD ein neues Tief seit den späten 90er-Jahren. Der Preissturz innerhalb weniger Tage belief sich auf 50 %. Im Vergleich zu Anfang Januar ist das Öl damit sogar nur noch gut 20 % von seinem einstigen Preis wert. Ein Preisverfall historischer Ausmaße hat stattgefunden und kann sich fortsetzen.

Jetzt mit dem Investment starten?

Viele Investoren spielen nun selbstverständlich mit dem Gedanken, an den günstigen Ölpreisen teilhaben zu wollen. Kann das Öl seine Verkaufspreise von Anfang Januar auf Dauer wieder erreichen, könnte ein Investor sein heutiges Kapital vervierfachen. Eine solche Rendite wäre ohne jegliche Hebelprodukte nahezu einmalig am Rohstoffmarkt.

Experten gehen davon aus, dass der Ölpreis auf Dauer steigen wird. So sagt Benjamin Louvet, vom französischen Vermögensverwalter Ofi Preise von 70 bis 80 Dollar voraus, wenn die Marktanbieter durch die geringen Preise ausgedünnt sein werden.

Es stellt sich jedoch die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für einen Kauf gekommen ist. Da es eigentlich unmöglich ist, bei einem Crash den absoluten Tiefpunkt zu treffen, ist ein Kauf in Tranchen ratsam. Eine erste Tranche kann dabei bereits heute gemacht werden. Steigt der Kurs im Anschluss, ist der Investor zumindest mit einem kleinen Teil investiert. Bei weiter fallenden Kursen können hingegen Nachkäufe getätigt werden, weshalb ein All-In-Investment nicht ratsam ist. Auf jeden Fall ist ein langer Atem gefordert, denn wann die Preise ihre Normalstände wieder erreicht haben, lässt sich unmöglich abschätzen.

ETC als sinnvolles Finanzinstrument

Die Investition in den Ölpreis geschieht am sinnvollsten über ein ETC. Ein ETC (Exchange Traded Commodities) ist ein Endlos-Zertifikat, das sich auf einen Rohstoffindex (z.B. Öl, Gold, Weizen) bezieht. Ein ETC ist also so etwas wie ein ETF im Rohstoff-Bereich.
Kein Investor ist in der Lage physisch Öl zu kaufen und dieses in Fässern im Garten zu lagern. Vielmehr muss auf Finanzprodukte zurückgegriffen werden, wozu die ETcs zählen. Diese bilden den Rohstoffpreis ab und sind daher geeignet, um an steigenden Ölpreisen teilzuhaben. Ein Beispiel für einen ETC auf die Sorte Brent ist der WisdomTree Brent Crude Oil 1 month (ISIN: GB00B0CTWC01). Dieser Fonds verwaltet 218 Millionen Euro und eignet sich dazu, den Ölpreis zu handeln.

Bereits seit 2005 existiert der ETC und hat im April 2020 gemeinsam mit dem Crash vom Ölpreis sein bisheriges Allzeittief erreicht. Der Fonds besitzt eine Verwaltungsgebühr von 0,49 % und eignet sich daher für ein langfristiges Investment in den Ölpreis.

Anders sieht dies beispielsweise bei einem Optionsschein aus. Ein Papier mit einem Knock-Out ist gefährlich, da niemand weiß, wie weit der Preis noch fallen wird. Ein Totalverlust des Kapitals wäre möglich. Ein Optionsschein mit einem Enddatum ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da der Aufschwung der Preise noch einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Die Chancen für steigende Kurse sind einmalig, ein mögliches Produkt dafür wäre ein Öl-ETC.

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