Online-Broker: der erbitterte Konkurrenzkampf hat begonnen

In den vergangenen Monaten ging es unter den deutschen Online-Brokern Schlag auf Schlag: Neugründungen, Investitionsrunden, Preissenkungen und Markteintritte. Während stetig neue Anbieter auf den Markt strömen, versucht jeder, so viele Anleger an sich zu binden wie möglich. Mit jedem Monat verschärft sich der Konkurrenzkampf. Es stellt sich die Frage: Wer wird am Ende als Sieger hervorgehen?
Die Konkurrenz wächst

Erst diese Woche hat der Vermögensverwalter Scalable Capital* seinen Neo-Broker an den Start gebracht. Bisher war das Unternehmen lediglich mit seinem Robo-Advisor auf dem deutschen Anlagemarkt unterwegs gewesen. In diesem Bereich hat es Scalable Capital zur unangefochtenen Marktführerschaft gebracht. Nun stößt der Vermögensverwalter jedoch auch in die Riege der deutschen Online-Broker vor.

Dabei legt man bei Scalable Capital* durchaus eine gehörige Portion Selbstbewusstsein an den Tag. Mitbegründer Eric Podzuweit gab explizit an, man beabsichtige mit dem eigenen Neo-Broker, Konkurrent Trade Republic* einzuheizen. Das sich dahinter mehr als bloße Rhetorik verbirgt, beweist ein Blick auf die App des neuen Brokers. Anleger können nicht nur vom heimischen PC aus traden, so wie es bei den meisten anderen Online-Brokern der Fall ist. Die selbst entwickelte App erlaubt auch das Mobile-Trading über Smartphone und Tablet. Bisher hatte sich Trade Republic damit gerühmt, Deutschlands einziger mobiler Online-Broker zu sein.

Vom Jäger zum Gejagten

Ob es Scalable Capital* tatsächlich gelingt, Trade Republic* Marktanteile streitig zu machen, wird sich noch zeigen müssen. Dennoch ändern sich mit dieser Kampfansage allmählich die Vorzeichen für den mobilen Online-Broker aus Berlin. War man einst selbst als innovativer Neuling gestartet, welcher schnell Erfolge auf der Jagd nach Marktanteilen verzeichnen konnte, spürt man nun den Atem eines expansionsfreudigen, neuen Konkurrenten im Nacken.

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Trade Republic* war im Januar 2019 an den Start gegangen. Aufsehen erregte das Start-up dabei mit seinem Fokus auf mobiles Trading. Auch abseits davon bietet der Online-Broker seinen Kunden eine Menge. Neben 6500 Aktien und 40000 Derivaten ermöglicht Trade Republic den Handel mit über 400 verschiedenen ETFs.

Seit Beginn zählte das Start-up dabei zu den günstigsten Anbietern am deutschen Markt. Anleger müssen beim Handel lediglich eine Fremdkostenpauschale in Höhe von 1 Euro pro Trade zahlen. Die Höhe des jeweiligen Ordervolumens spielt dabei keine Rolle. Auch auf Depot- oder Ordergebühren sowie Negativzinsen wird vollständig verzichtet. Hinzukommt ein großes Angebot an besparbaren ETFs. Über 300 solcher ETF-Sparpläne hat Trade Republic derzeit im Angebot. Auch diese stehen dabei ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung.

Auch Trade Republic geht in die Offensive

Das Angebot von Trade Republic* stieß bei Anlegern auf reges Interesse. Bereits im April überstieg die Zahl der Kunden 150000. Die Summe des mit der App angelegten Geldes belief sich auf rund eine Milliarde Euro. Auch Investoren ist der Erfolg des mobilen Online-Brokers nicht verborgen geblieben. Ebenfalls im April verkündete Trade Republic, dass man in seiner Series B 40 Millionen Euro eingesammelt habe. Der Großteil des Geldes stammte dabei von dem Slack-Investor Accel Partners sowie von Peter Thiels Founders Fund. Beide gehören zu den weltweit renommiertesten Technologieinvestoren.

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Einen großen Teil des Geldes will Trade Republic dafür verwenden, sich über die deutschen Grenzen hinaus auf dem europäischen Markt als führender Anbieter im Bereich des Mobile-Tradings zu etablieren. Die eigene Technologieplattform soll dabei als Basis für die Entwicklung neuer Produkte dienen. Obwohl sich Trade Republic in seinen Expansionsplänen vorerst weiterhin rein auf den mobilen Markt zu konzentrieren scheint, wäre es naiv zu glauben, die Marktanteile der traditionellen, browserbasierten Online-Broker wären hierdurch nicht gefährdet.

Der Konkurrenzkampf hat bereits begonnen

Das sich der Konkurrenzkampf unter den Online-Brokern nun immer weiter verschärft, zeigt sich auch darin, dass Smartbroker* rund einen Monat nach der Finanzspritze für Trade Republic eine umfassende Preissenkung durchführte. Seitdem läuft der Wertpapierhandel über Gettex komplett gebührenfrei und die Gebühren für den Handelsplatz Lang & Schwarz betragen nur noch 1 Euro je Order. Auch der Handel mit Derivaten von Premiumpartnern ist gebührenfrei. In seiner offiziellen Mitteilung kündigte Smartbroker zudem an, dass in Zukunft noch weitere Preissenkungen folgen würden.
Dass zwischen der Investitionsrunde bei Trade Republic* und der Preissenkung bei Smartbroker* durchaus ein Zusammenhang bestehen könnte, legt die Involvierung des Börsenportals Wallstreet Online nahe. Ursprünglich war das Portal bei Trade Republic mit eingestiegen. Mit dem Smartbroker begann man jedoch Ende 2019 einen eigenen Online-Broker aufzubauen. Diesem gelang es, innerhalb weniger Monate über 20000 Kunden für sich zu gewinnen. Bis Ende des Jahres soll diese Zahl auf 60000 wachsen.

Durch den großen Erfolg entwickelte sich Smartbroker jedoch innerhalb kurzer Zeit zu einem Konkurrenten für Trade Republic. Wallstreet Online entschloss sich daher, nunmehr alles auf eine Karte zu setzen und verkaufte seine Beteiligung an Trade Republic im Wert von 2,7 Millionen Euro im Windschatten der letzten Investitionsrunde im April. Mit der Preissenkung stieß Smartbroker dann im Mai in eben jenes Niedrigpreissegment vor, in welchem sich auch Trade Republic bewegt.

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In diese Gemengelage stößt nun ziemlich genau einen Monat später Scalable Capital* mit seinem extrem kostengünstigen Flatrate-Broker. Bereits für einen Abo-Preis von 3 Euro im Monat können Anleger darüber gebührenfrei handeln. Besonders die große Auswahl an ETFs und dazugehörigen Sparplänen stellt die Angebote der Konkurrenz in den Schatten. Rund 1300 Indexfonds können über den neuen Online-Broker gehandelt werden. Für jeden einzelnen davon existiert zudem ein dauerhaft gebührenfreier ETF-Sparplan.

Kommt auch der Vorreiter bald nach Deutschland?

Dass das Modell, einen möglichst unkomplizierten Wertpapierhandel mit dem Wegfall möglichst aller Gebühren zu kombinieren, extrem erfolgreich ist, beweist ein Blick in die USA. Dort mischte das Start-up Robinhood bereits seit 2013 mit genau dieser Kombination den Markt für Online-Broker gehörig auf. Mittlerweile hat der Fintech-Pionier über 10 Millionen Kunden. Die Folge hieraus war, dass auch etablierte Konkurrenten wie beispielsweise Fidelity und Charles Schwab damit begannen, ihre Gebühren ebenfalls auf null zu senken. Es steht also zu erwarten, dass sich der Preiskampf auf dem deutschen Markt in absehbarer Zeit noch weiter verstärken wird.

Gerüchten zufolge könnte mit Robinhood eben jener Vorreiter des Null-Gebühren-Modells in Zukunft auch in Deutschland aktiv werden. Recherchen des Portals Finance Forward ergaben, dass das US-Fintech Unternehmen über einen Marktforschungsberater namens Sherwood Research bereits Anfang dieses Jahres umfassende Erhebungen über das Anlageverhalten deutscher Anleger erheben ließ. Darüber hinaus habe sich Robinhood schon bezüglich möglicher Bankpartner in Deutschland informiert.

Erst Wachstum, dann Konsolidierung

Ob diese Sondierungen letztlich tatsächlich zu einem Engagement in Deutschland führen, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht klären. Dass der Konkurrenzkampf unter den deutschen Online-Brokern in Zukunft noch weiter zunehmen wird, dürfte indessen kaum im Zweifel stehen.

Derzeit verzeichnet der deutsche Anlagemarkt einen starken Zulauf neuer Anleger. Die seit Langem günstigen Börsenkurse haben vor allem eine junge, technikaffine Generation dazu veranlasst, erstmals in den Wertpapierhandel einzusteigen. Hiervon profitieren zurzeit vor allem die leicht bedienbaren und günstigen Online-Broker. Der Ansturm ist so groß, dass es bei der Anmeldung teilweise zu Wartezeiten von mehreren Wochen kommt.
Gleichzeitig ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Zahl der Neuanmeldungen wieder auf ein normales Maß sinkt. Spätestens dann dürfte der Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Anbietern nochmals an Schärfe gewinnen. Auch wenn zurzeit zahlreiche Neo-Broker aus dem Boden sprießen, ist es eine Konsolidierung langfristig gesehen unvermeidlich. Scalable Capital Mitbegründer Podzuweit ist davon überzeugt, dass der deutsche Markt auf lange Sicht von ein oder zwei großen Anbietern dominiert werden wird. Scalable Capital soll, laut Aussage, einer davon sein.

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