Sind Kleinaktionäre an der Börse im Nachteil?

Das Leben eines Kleinaktionärs ist manchmal nicht einfach. Die meisten Privatanleger verfügen weder über das Kapital noch über das gleiche Know-how wie institutionelle Anleger und Großaktionäre. Versuche, den Markt zu timen oder die richtigen Aktien auszusuchen, gehen statistisch gesehen öfter schief. Nicht selten gehören private Anleger zudem zu den großen Verlierern, wenn der Markt einen Crash erleidet. Es stellt sich daher die Frage: Sind Kleinaktionäre an der Börse im Nachteil?
Kein Markt ohne Marktteilnehmer

Der Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren passiert nicht im luftleeren Raum. Wer eine Aktie kauft, erwirbt diese von einem anderen Marktteilnehmer. Der Kurs der Aktie spiegelt dabei stets das aktuelle Verhältnis zwischen Verkaufs- und Kaufinteresse wieder. Der Preis eines Wertpapiers wird also durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Es gibt daher stets eine Gegenpartei.

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Die überwiegende Anzahl der Wertpapiere liegt in der Hand institutioneller Investoren wie Fonds oder Banken. Privatanleger machen hingegen nur einen kleinen Teil der Marktteilnehmer aus. Wer also eine Aktie von einem anderen Marktteilnehmer kauft, tut dies häufig von einem institutionellen Investor.

Idealerweise treffen alle Marktteilnehmer ihre Entscheidungen auf Basis sämtlicher verfügbarer Informationen. Theoretisch herrscht dadurch am Markt Chancengleichheit. In der Praxis ergibt sich jedoch häufig ein anderes Bild.

David gegen Goliath

Professionelle Investoren haben nämlich einen entscheidenden Vorteil gegenüber Privatanlegern. Sie treffen ihre Entscheidungen auf Grundlage deutlich akkuraterer Informationen. Dies erlaubt es ihnen, besser einzuschätzen, wie sich ein Papier in Zukunft entwickeln wird. Es gibt zwei Gründe für diesen Informationsvorsprung.

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Profis sind besser darin ausgebildet, mit Wertpapieren zu handeln und Marktdaten zu analysieren. Viele von ihnen haben ihren Beruf von Grund auf erlernt. Zudem können sie auf einen großen Erfahrungsschatz im Wertpapierhandel zurückgreifen, welcher dem durchschnittlichen Kleinaktionär meist abgeht.

Kleinaktionäre lassen sich bei ihren Anlageentscheidungen hingegen zu häufig von Trends oder Bauchgefühlen leiten. Zwar stehen ihnen ebenfalls umfangreiche Informationen wie Unternehmenszahlen, Kursdaten und Prognosen zur Verfügung. Jedoch werden diese oft überhaupt nicht oder nur oberflächlich genutzt. Eine genaue Analyse kostet Zeit, welche vielfach nicht vorhanden ist. In vielen Fällen fehlt auch oft das notwendige Wissen, um Daten richtig einordnen zu können. Insofern ist das Informationsungleichgewicht privater Anleger gegenüber den Profis also durchaus auch selbst verschuldet.

Gleichzeitig stehen professionellen Investoren jedoch auch Informationskanäle und technische Mittel zur Verfügung, auf welche Kleinaktionäre schlicht keinen Zugriff haben. Viele Großaktionäre pflegen einen direkten Draht zu den Unternehmen und haben Anschluss an ein umfangreiches Netzwerk. Im Zweifelsfall können sie auch auf die kostspieligen Dienste von Unternehmen zurückgreifen, die sich darauf spezialisiert haben, selbst abstrakte und schwer zugängliche Informationen ausfindig zu machen und marktrelevant aufzuarbeiten. Welcher Privatanleger kann schon auf Satellitenbilder zurückgreifen, um die tatsächlichen Produktionsvolumen in entfernten Ländern richtig einzuschätzen?
Auch Profis können sich irren

An der Börse findet also ein recht ungleicher Wettbewerb zwischen Kleinaktionären und institutionellen Anlegern statt. Allerdings ist dieser Kampf dennoch keineswegs hoffnungslos. Man muss allerdings wissen, wie man ihn richtig ausfechtet. Denn auch Profis können sich durchaus irren.

Langfristig den Markt zu schlagen, ist ein Kunststück, an welchem selbst viele institutionelle Anleger immer wieder scheitern. So bleiben beispielsweise auf fünf Jahre betrachtet rund 80 Prozent aller Fonds auf US Large Caps hinter der Wertentwicklung des S&P 500 zurück. Je weiter man den Betrachtungszeitraum fast, desto schlechter schneiden die Profis im Vergleich ab. Dies liegt daran, weil es selbst erfahrenen Investoren immer wieder schwerfällt, Wertpapiere auszuwählen, die längerfristig besser performen als der Markt. Stock-Picking ist nicht nur für Privatanleger schwierig.

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Für private Anleger ergibt sich aus diesem Sachverhalt eine Mahnung: Wie wahrscheinlich ist es, dass man den Markt schlägt, wenn selbst Profis mit ihrem umfassenden Möglichkeiten und Kenntnissen so oft daran scheitern? Die Lösung bedeutet demnach, sich nicht auf das gleiche Spiel einzulassen, welches die Profis spielen.

Der Markt kann ein Verbündeter sein

Als einfacher Anleger wird man in den seltensten Fällen in der Lage sein, professionelle Anleger zu schlagen. Diese wiederum schlagen nur selten dauerhaft den Markt. Daher sollte man versuchen, den Markt selbst für sich arbeiten zu lassen. Genau hier kommen nun Indexfonds und ETFs ins Spiel.

Diese erlauben es Anlegern, praktisch eins zu eins von der Entwicklung des Marktes zu profitieren. Möglich ist dies durch den breit gestreuten Ansatz von Indexfonds. Anstatt sich spezifische Aktien herauszusuchen, wie es klassische Fonds tun, bilden ETFs gleich einen ganzen Index ab. Je breiter dieser gefasst ist, desto stärker sind Anleger vor Kursschwankungen geschützt. Große Indizes wie der MSCI World oder der FTSE All-World bilden die Entwicklung der größten Aktien aller Industrieländer (und teils Schwellenländer) ab. Dadurch laufen Anleger niemals Gefahr, auf das falsche Pferd zu setzen.

Damit diese Strategie aufgeht, sollte man freilich möglichst langfristig investieren. Auch die größten Indizes sind nämlich durchaus kurzfristigen Schwankungen unterworfen. Ein Crash wie im Februar und März 2020 oder während der Finanzkrise kann auch den Markt als Ganzes erschüttern. Da jedoch weder Indizes noch die ETFs, welche ihre Wertentwicklung abbilden, pleite gehen können, können Anleger solche Krisen ruhigen Gewissens aussitzen. Auf lange Sicht werden die Märkte stets wieder steigen.
Der Durchschnitt ist der Freund des kleinen Anlegers

Besonders der letzte Punkt ist mit Blick auf die ungleichen Verhältnisse zwischen Kleinaktionären und institutionellen Anlegern wichtig. Der Markt wird von vielen Anlegern als etwas betrachtet, was man schlagen muss, weil er den Durchschnitt repräsentiert. Wenn der Markt durchschnittlich um 7 Prozent in einem Jahr wächst, bedeutet dies, dass die Hälfte aller Wertpapiere nach Marktkapitalisierung besser abschneidet und die andere Hälfte schlechter. Kaum jemand möchte gerne nur Durchschnitt sein und niemand will schlechter abschneiden als ein Großteil der Marktteilnehmer.

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Hierbei sollte man sich jedoch nochmals bewusst machen, dass der größere Teil der Marktteilnehmer aus professionellen Anlegern besteht. Wer also eine durchschnittliche Rendite erzielt, lässt damit bereits einen signifikanten Teil der Profis hinter sich. Anleger, die über mehrere Jahrzehnte durchschnittliche Gewinne erzielen, schlagen damit fast alle institutionellen Investoren. Nur einer Handvoll Star-Investoren gelingt es nämlich, über einen solch langen Zeitraum bessere Renditen als der Markt einzufahren.

Damit dies funktioniert, müssen Anleger jedoch auch über einen solch langen Zeitraum investiert bleiben. Im Gegensatz zu den klassischen Indexfonds erlauben ETFs nämlich auch den Handel an der Börse. Sie können also wie Aktien ge- und verkauft werden. Dadurch ist auch ein kurzfristig orientierter Handel möglich. Wer sich daran versucht, sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass man sich damit abermals auf das Spiel der Profis einlässt.

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