Warum ein Taiwan-ETF gerade jetzt eine gute Idee sein kann

Im Zuge der Corona-Krise durchlaufen die meisten Wirtschaftszweige gerade ein Tal. Eine der großen Ausnahmen ist hierbei die IT-Branche, welche sich geradezu blendend entwickelt. Doch auch einigen Ländern gelingt es, während der Pandemie weiter Wirtschaftswachstum zu generieren. Taiwan ist ein solches Beispiel. Tatsächlich sind der US-IT-Sektor und Taiwans Wirtschaft eng miteinander verknüpft. Für Anleger ergeben sich hierdurch interessante Möglichkeiten.
Mit Bravour durch die Corona-Krise

Kaum einem Land ist es dermaßen schnell und effektiv gelungen, die Ausbreitung des Corona-Virus frühzeitig einzudämmen, wie Taiwan. Die kleine Inselnation vor der Küste Chinas vermeldete insgesamt weniger als 500 Infektionen, obwohl sie als unmittelbarer Nachbar des ursprünglichen Ausbruchsherdes eines der ersten Länder war, in welches die Krankheit eingeschleppt wurde.

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Während zahlreiche andere Länder weltweit nach wie vor mit dem Virus sowie den wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns zu kämpfen haben, profitiert auch Taiwans Wirtschaft von der vorbildlichen Vorgehensweise seit Beginn der Krise. Trotz eines massiven Einbruchs der Weltwirtschaft gehen Ökonomen derzeit davon aus, dass Taiwans Wirtschaft 2020 um 1,77 Prozent wachsen wird.

Taiwans Wirtschaft profitiert

Aufgrund der schnellen Reaktion von Taiwans Regierung kam es in den zahlreichen Fabriken der Insel nicht zu Werksschließungen. Ferner ist die taiwanesische Wirtschaft bereits aufgrund vergangener Ereignisse krisenerprobt. Bereits 2003/2004 sah sich das Land der sehr viel lokaleren SARS-Krise gegenüber. Danach hatte man sich dazu entschlossen, sich auf künftige Krisenszenarios besser vorzubereiten. Dies ermöglichte es taiwanesischen Firmen, innerhalb kurzer Zeit ihre Produktionszahlen hochzufahren und die Engpässe zu kompensieren, welche durch den weltweiten Produktionsstopp entstanden waren.

Doch nicht nur im Binnenbereich entwickelte sich die taiwanesische Wirtschaft stabil. Vor allem beim Export, welcher immerhin rund die Hälfte der Wirtschaftsleistung des Landes ausmacht, verzeichnete Taiwan einen großen Erfolg. Während anderswo der Export einbrach, erfreuten sich die Produkte der heimischen Unternehmen auch weiterhin einer regen Nachfrage.

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Ursächlich hierfür ist vor allem der große Elektronik- und IT-Anteil in Taiwans Wirtschaft. Einige der weltweit größten Hersteller von Halbleitern und Bauteilen für Elektronik und Kommunikation, lassen ihre Produkte in Taiwan fertigen. Hierzu gehören u. a. Foxconn, Taiwan Semiconductor (TSMC) oder ASUSTek Computer. Sie alle profitieren bereits seit Längerem von dem fortschreitenden digitalen Wandel. Die jüngsten Entwicklungen spielen der taiwanesischen Tech-Branche daher besonders in die Karten.

TSMC als Leuchtturm

Für Anleger dürfte besonders ein Unternehmen in jüngster Zeit hochgradig interessant sein. Taiwan Semiconductor (TSMC) ist der größte Halbleiterproduzent der Welt. Die Hardware von TSMC findet sich heutzutage praktisch überall. Von Computern über Smartphones bis hin zu Autos und intelligenten Kühlschränken: Sie alle verwenden Chips von TSMC. Das Unternehmen stellt dabei selbst keine fertigen Elektronikprodukte her, sondern fertigt lediglich die notwendigen Halbleiter in Auftragsarbeit. Es handelt sich also um einen reinen Auftragsfertiger. Zu TSMCs wichtigsten Kunden gehören neben Apple auch AMD, Nvidia und Qualcomm.

Im Bereich der Halbleiterproduktion ist TSMC derzeit der unangefochtene Marktführer mit einem Marktanteil von 51,5 Prozent (Stand 2019). Dabei erzielt das Unternehmen mehr Umsatz als alle anderen Auftragsfertiger zusammengenommen. Einer der Gründe für diesen enormen Vorsprung ist die herausragende Fertigungstechnologie von TSMC. Zudem arbeitet das Unternehmen strikt kundenorientiert. Im Rahmen von Initiativen wie der „Open Innovation Plattform“ arbeitet TSMC mit seinen Auftraggebern zusammen, um deren Produkten den notwendigen technischen Feinschliff zu verleihen.
Warum AMDs Vorsprung auf Intel gut für TSMC ist

Über lange Zeit hinweg galt der US-amerikanische Chipentwickler und -hersteller Intel im Bereich der CPU als das Maß aller Dinge. Der ärgste Konkurrent AMD konnte dabei maximal den eifrigen Verfolger mimen. Seit Kurzem ändert sich dieses Verhältnis jedoch nachhaltig. Mittlerweile ist es AMD gelungen, den Vorsprung Intels in weiten Teilen wettzumachen. In manchen Bereichen hat AMD sogar die technologische Führerschaft übernommen. Zum Teil wurde dies von Intel selbst verschuldet. Zu lange hatte man sich dort auf den vergangenen Lorbeeren ausgeruht und nur versucht, die einstmals erfolgreichen Chipdesigns zu upgraden, anstatt Neues zu entwickeln.

Als Intel nach massiven Problemen beim Versuch, ein 10 nm-Fertigungsverfahren auf die Beine zu stellen, verkündete, man könne erst 2023 auf 7 nm upgraden, rauschte die Intel-Aktie in die Tiefe. Im Gegenzug gewann die Aktie von Konkurrent AMD deutlich an Wert hinzu. Dort produziert man nämlich bereits Chips im 7-Nanometer-Bereich. Oder besser gesagt: AMD lässt diese Chips von TSMC für sich fertigen.

Der technische Vorsprung von AMD gegenüber Intel beruht in nicht unerheblichem Umfang auf den hoch entwickelten Fertigungsverfahren seines Produzenten TSMC. Weil TSMC als Zulieferer immer dann am erfolgreichsten ist, wenn seine Kunden erfolgreich sind, sind die anhaltenden Probleme von Intel eine sehr gute Nachricht für das taiwanesische Unternehmen. Dementsprechend stieg auch der Wert der Aktie weiter an. TSMC ist nun mittlerweile sogar mehr Wert als Intel und gehört nach seinem neuerlichen Kurssprung mit einer Marktkapitalisierung von 390 Milliarden Dollar zu den 10 wertvollsten Unternehmen der Welt.
Der MSCI Taiwan Index

Angesichts der blendenden Aussichten für TSMC könnte sich ein Einstieg in die Unternehmensaktie durchaus lohnen. Wer jedoch prinzipiell auf ETFs setzt oder sich generell im ostasiatischen Raum breiter aufstellen möchte, sollte einen ETF auf den MSCI Taiwan Index in Erwägung ziehen.

In den vergangenen 10 Jahren stieg der Kurs des Index um mehr als 140 Prozent. Trotz des Börsen-Crashs im Februar und März performte der Index in den vergangenen 12 Monaten mit rund 32 Prozent. Der MSCI World kam im Vergleichszeitraum gerade einmal auf 4,5 Prozent. Von den anderen großen Indizes vermag es einzig der Nasdaq 100 mit einer YTD-Performance von 34,7 Prozent den MSCI Taiwan noch leicht zu übertrumpfen. Ähnlich wie die Aktien der großen US-amerikanischen IT-Unternehmen profitieren auch die wichtigsten Titel Taiwans von der verstärkten Digitalisierung.

Der MSCI Taiwan Index enthält knapp 90 Positionen. Mit einem Anteil von 31,31 Prozent nimmt dabei TSMC eine dominierende Stellung ein. Die restlichen Top-Positionen sind hauptsächlich mit anderen Elektronikherstellern und Finanzunternehmen besetzt. Manchen Anleger könnte der übermäßig große Anteil eines einzelnen Unternehmens in den entsprechenden ETFs stören. Aufgrund der absolut marktbeherrschenden Stellung von TSMC ist es jedoch auf absehbare Zeit kaum vorstellbar, dass irgendein Unternehmen in ernsthafte Konkurrenz zu den Taiwanesen treten könnte. Gerüchteweise denkt mittlerweile selbst Intel darüber nach, einen Teil seiner Fertigung an TSMC auszulagern.

Diversifizierungs-Möglichkeit im IT-Sektor

Abgesehen von TSMC ist der Index bei den restlichen Unternehmen relativ breit aufgestellt. Trotz TSMCs über 30 Prozent Anteil machen die Top 10 gerade einmal 54,54 Prozent der Gesamtpositionen aus. Bei der Verteilung nach Branchen überwiegt der IT-Sektor mit 62 Prozent. Weitere 17 Prozent entfallen auf den Finanz-Sektor. Wer auf den MSCI Taiwan setzt, beteiligt sich definitiv in erster Linie an der Entwicklung der Tech-Branche. Bei den momentanen Aussichten dürfte dies jedoch ohnehin nicht die schlechteste Idee sein.

Zudem bietet der Index eine hervorragende Möglichkeit, von der Digitalisierung zu profitieren, ohne sich sofort noch mehr Aktien der üblichen US-IT-Riesen ins Portfolio zu holen. Auf diese Weise kann ein MSCI Taiwan ETF durchaus für Anleger interessant sein, die sich eine höhere Diversifikation im Portfolio wünschen, gleichzeitig aber von der starken Performance des IT-Sektors überzeugt sind.
Fünf ETFs stehen zur Auswahl

Anleger können sich derzeit zwischen fünf verschiedenen ETFs auf den MSCI Taiwan entscheiden. Lyxor bietet eine thesaurierende (LU1900066033) und eine ausschüttende (LU2090063327) Variante an. Beide sind mit einer TER von 0,45 Prozent am günstigsten, bilden den Index jedoch synthetisch ab.

Mit einem Fondsvolumen von umgerechnet 418 Millionen Euro ist der iShares MSCI Taiwan ETF (IE00B0M63623) jedoch der mit Abstand größte unter den fünf Fonds. Auch die TER ist hier mit 0,74 Prozent am höchsten. Rein von der Performance her hat hingegen der Xtrackers MSCI Taiwan ETF (LU0292109187) leicht die Nase vorn. Für ihn fallen laufende Kosten von 0,65 Prozent an. Sowohl iShares wie auch Xtrackers setzen auf eine physische Replikation.

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