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ETF-Sparplan in der Krise aussetzen: Die Pros und Kontras

Aktuell hält das Coronavirus die ganze Welt in Atem. Das hat nicht nur drastische Folgen für unser tägliches Leben, sondern auch für die Finanzwelt. Weltweit haben die Börsen seit ihren Rekordhochs im Januar mehr als 40 Prozent verloren. Eine endgültige Bodenbildung ist im Angesicht der unklaren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise aktuell ebenso wenig in Sicht, wie eine nachhaltige Erholung.


In solch einem Umfeld stellt sich berechtigterweise die Frage danach, wie Anleger mit ihren ETF-Sparplänen in solch einer Krise umgehen sollten. Lohnt es sich, den ETF-Sparplan in der Krise auszusetzen oder ist gerade jetzt die Zeit für mutige Anleger gekommen? Wir beleuchten die Pros und Kontras.

Der Corona-Crash – Business as usual am Aktienmarkt

Gerade für Anleger, die seit der Finanzkrise 2007/2008 neu an die Börse gekommen sind, ist der Corona-Crash ein Schock. Gleichzeitig ist es aber auch eine Feuertaufe in Sachen Risikotoleranz, psychologischer Belastbarkeit und Durchhaltevermögen. Immerhin waren viele Neu-Investoren vor 12 Jahren noch zu jung, um die Verwerfungen an der Börse und in der Weltwirtschaft wirklich wahrzunehmen.

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Jetzt aber ist sie da, die Situation, die am Aktienmarkt normalerweise in gewohnter Regelmäßigkeit eintritt: Eine Hausse endet nach einem Rekordhoch abrupt in einem radikalen Crash. Der Auslöser diesmal: das Coronavirus. Ohne genauer auf die genaue Tragweite des ökonomischen Einschnitts einzugehen, wollen wir die langfristige Perspektive einnehmen.

Eine Perspektive, die besagt, dass die Wirtschaft langfristig nur eine Richtung kennt – nach oben. Das belegt auch ein Blick auf die Vergangenheit der Aktienmärkte seit dem 19. Jahrhundert. Was aber bedeutet das für die Praxis?

„Kaufen, wenn die Kanonen donnern“

Aktien und damit auch ETFs waren bis vor gut einem Monat sehr hoch bewertet. Nach dem Crash sind die Kurse extrem gefallen. An der langfristig positiven Perspektive vieler hervorragender Unternehmen und auch der Weltwirtschaft ändert ein solcher Einbruch rein gar nichts. Unternehmen müssen vielleicht ihre Produktionskapazität herunterfahren, Kurzarbeit anmelden oder einige Aufträge streichen.


Sie verlieren aber weder Know-how und Patente oder Maschinen und Produktionsstandorte. Ein Crash bietet daher immer die Chance, ausgezeichnete Aktien deutlich unter ihrem wahren Wert zu kaufen. Warren Buffett, einer der erfolgreichsten Anleger der Geschichte, bringt es auf den Punkt:

„Sei ängstlich, wenn andere gierig sind. Sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“ So handelt Buffett, der mit Berkshire Hathaway das wohl erfolgreichste Investmentkonglomerat der Welt führt, schon seit Jahrzehnten. Für Anleger, die in einer solchen Situation mutig sind und einen langen Anlagehorizont haben, ist der Crash eine der großen Anlagechancen ihres Lebens.

Mehr Anteile fürs Geld

Fallende Kurse haben für Anleger mit ETF-Sparplan einen großen Vorteil: Während ein Anteil von einem MSCI World ETF vor einem Monat noch 100 Euro kostete, ist der gleiche Anteil nach einem Kursrückgang von 40 Prozent jetzt für 60 Euro erhältlich. Wer also einen Sparplan mit 100 Euro auf deinen MSCI World ETF laufen hat, bekommt jetzt statt einem Anteil nun 1,66 Anteile für seine 100 Euro.

Besonders interessant ist das auf lange Sicht durch den Zinseszinseffekt. Steigen die Kurse langfristig wieder, wirkt der günstige Einkauf wie ein Hebel, der den Kurswert der gekauften ETF-Anteile dramatisch anhebt.

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Das gilt im Übrigen auch für die ausgeschütteten Dividenden eines ETFs. Wer seinen Sparplan mit unveränderter Rate weiterlaufen lässt, bekommt mehr Anteile und damit auch mehr Dividende. Diese wird entweder ausgezahlt oder bei thesaurierenden ETFs gleich wieder reinvestiert. Das verstärkt den Zinseszinseffekt nochmals. Genau genommen ist der Zeitpunkt jetzt sogar günstig, einen neuen ETF-Sparplan aufzulegen. Warum?

  • Geht es mit den Kursen doch noch weiter bergab, bekommen Anleger noch mehr Anteile für ihre monatliche Rate.
  • Steigen die Kurse langsam wieder, müssen sich Anleger keine großen Gedanken über den richtigen Einstiegszeitpunkt machen. Sie sind mit ihrem Geld gleich vom Beginn an der neuen Hausse beteiligt.

Cost-Average-Effekt – der große Vorteil von ETF-Sparplänen

Viele Anleger zermartern sich den Kopf über den richtigen Anlagezeitpunkt. Mit einem ETF-Sparplan muss sich darüber kein Anleger mehr Gedanken machen. Da monatlich oder wahlweise auch vierteljährlich Anteile erworben werden, werden unterschiedliche Hochs und Tiefs mitgenommen. Hier kommt der sogenannte Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effekt) zum Tragen.


Steigt der Kurs bei gleicher Sparrate, wandern weniger Anteile zum hohen Preis ins Depot. Fällt dagegen der Kurs bei gleicher Sparrate, landen mehr Anteile zu einem niedrigen Kurs im Depot. Über einen langfristigen Zeitraum gleichen sich günstige und teure Einkäufe so aus.

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Das ist einfache Mathematik, die für 99 Prozent aller Anleger zuverlässiger funktioniert als per Market-Timing den besten Einstiegszeitpunkt zu finden. Diesen Effekt nutzt jedoch nur aus, wer seinen ETF-Sparplan auch in der Krise weiterführt. Wer aus Angst vor weiter fallenden Kursen pausiert, verpasst leicht große Teile der Erholung und damit entscheidende Anteile der langfristigen Rendite.

Merke: Kursschwankungen sind die Basis, aus der langfristig die Rendite erwächst. Wer langfristig anlegt und diese Schwankungen aushält, wird erfolgreicher sein als jemand, der in schweren Zeiten an der Seitenlinie steht.

Chancen der Krise mit ETFs nutzen

Wer das Konzept eines Sparplans und dessen langfristigen Horizont verstanden hat, wird den Sparplan nicht pausieren. Im besten Fall wird der betreffende Anleger beiseitegelegte Cash-Reserven sogar nutzen, um einen ETF-Sparplan in der Krise ein wenig aufzustocken.

So bekommen Anleger noch mehr Anteile zu besonders günstigen Kursen und profitieren umso mehr vom Hebeleffekt. Anders als bei Einzelaktien ist die Gefahr, eines Investmentfehlgriffs bei einem breit angelegten ETF ebenfalls deutlich geringer. Mal ehrlich: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein spezielles Unternehmen aus dem DAX pleitegeht? Und wie wahrscheinlich ist es, dass 50 Prozent aller DAX-Konzerne von der Bildfläche verschwinden?

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Wer zufällig eine Aktie hält, die sich nicht erholt und aus dem DAX verschwindet, hat Geld verbrannt. Anleger, die dagegen einen DAX-ETF haben, erleiden nur einen Bruchteil des Verlusts und profitieren davon, dass wieder ein neues Unternehmen in den DAX und damit auch in den DAX-ETF nachrückt.

Wichtig: Ein ETF-Sparplan ist wie eine positive Angewohnheit, die wie automatisch abläuft. Wer diese Gewohnheit einmal unterbricht, läuft Gefahr, sein Ziel aus den Augen zu verlieren.

Was spricht dafür, den ETF-Sparplan in der Krise auszusetzen?

Für das Aussetzen des Sparplans in einer Krise spricht tatsächlich wenig. Ein sehr triftiger Grund ist jedoch die eigene finanzielle Absicherung. Die oberste Börsenregel besagt, dass nur das Geld in Aktien und ETFs fließen sollte, das für mindestens 10 Jahre nicht gebraucht wird. Es ist zwar wichtig, in einer Krise in seine Altersvorsorge zu investieren. Ebenso wichtig ist aber auch das Hier und Jetzt.

Wer über keine ausreichenden Reserven verfügt, um evtl. persönliche Risiken wie Kurzarbeit, unerwartete Kosten oder eine zeitweilige Arbeitslosigkeit zu überbrücken, sollte seinen Sparplan pausieren. Abhängig von der Höhe des aktuellen Sparplanbetrags und dem persönlichen Finanzkissen, kann auch eine Senkung des Sparplanbetrags sinnvoll sein. Wer dagegen finanzielle Luft hat oder sich speziell für einen Crash ein Investitionspolster angelegt hat, profitiert enorm von der Weiterführung.

Das beste Beispiel ist die Entwicklung des Dow Jones nach dem Börsencrash 1987, als der Index allein an einem Tag um 20 Prozent einbrach. Heute ist der apokalyptische Einbruch des Jahres 1987 nur mehr als kleine Kursdelle zu sehen. Wer wie Warren Buffett stoisch dabei geblieben ist, hat schon nach wenigen Jahren die Früchte seiner Arbeit und seines Mutes geerntet.


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