BioNTech Aktie kaufen: Rücksetzer nach Lieferengpässen und neuer Impfstoff-Konkurrenz

Am heutigen Handelstag steht die BioNTech-Aktie (WKN: A2PSR2) schon wieder im Plus. Doch gestern notierte die deutsche Impfstoff-Aktie mit über 6 % im Minus. Somit befindet sich der Aktienkurs auch auf Wochensicht noch leicht im Minus. Wenn man sich den Monatschart der BioNTech-Aktie anschaut, sieht jedoch alles einwandfrei aus. Hier gab es über 15 % Kursplus. Doch was war der Grund für den gestrigen Kursrutsch und sollte man die Impfstoff-Aktie jetzt noch kaufen?

Kurzfristiger Rückstand bei Lieferungen

Der deutsche Impfstoff-Hersteller BioNTech berichtet von kurzfristigen Lieferproblemen. Statt fünf Millionen Impfdosen können in dieser Woche nur 4,5 Millionen Dosen in Deutschland ausgeliefert werden. Allerdings sei man guter Dinge, dass man die zugesagten Dosen schnell nachliefern könne. Schon Ende Juni möchte man wieder im Soll sein. Die Gründe für die Lieferengpässe sind kleinere Verzögerungen in der Produktion. Da der Finanzchef des Unternehmens die Quartalsziele dennoch bekräftigte, dürfte diese Nachricht kaum für Schrecken bei den Anlegern gesorgt haben.

Mehr Konkurrenz durch Novavax-Impfstoff

Allerdings hat das US-amerikanische Unternehmen Novavax gestern Ergebnisse aus einer Zulassungsstudie für den eigenen Covid-19-Impfstoff veröffentlicht – und die Daten konnten überzeugen. Die Gesamtwirksamkeit des Impfstoff-Kandidaten NVX-CoV2373 betrug 90,4 %. Der Schutz vor mittelschweren und schweren Verläufen sogar 100 %. In der Studie wurden ausschließlich Covid-Erkrankte ins Krankenhaus eingeliefert, die zur Placebo-Gruppe gehörten. Im Laufe dieses Jahres möchte Covavax ab Ende des dritten Quartals 100 Millionen Dosen und ab Ende des vierten Quartals 150 Millionen Dosen pro Monat produzieren. Dies würde bedeuten, dass Novavax im Jahr 2022 fast zwei Milliarden Impfdosen produzieren könnte. Das Mainzer Unternehmen BioNTech bekommt Konkurrenz im lukrativen Impfstoffmarkt.

Langfristige Lieferverträge 

Aktuell ist der Impfstoff noch sehr begehrt. Wenn man über die US-amerikanische und europäischen Grenzen hinausschaut, gibt es viele Länder, in denen die Impfstoffkampagne noch stockt oder gar nicht angelaufen ist. Die Nachfrage ist enorm. BioNTech hat es geschafft, innerhalb kürzester Zeit beträchtliche Produktionskapazitäten aufzubauen. Zudem verweisen immer mehr Experten darauf, dass Auffrischungen beim Covid-19-Impfstoff nötig sein könnten. Dies würde für wiederkehrende Erträge sorgen. Zugleich hat BioNTech mit diversen Ländern langfristige Lieferverträge abgeschlossen – unter anderem mit der EU über bis zu 1,8 Milliarden Dosen bis 2023. Die Staaten wollen sich Rücklagen aufbauen, um nicht erneut in eine Situation a la 2020 zu schlittern.

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Voller Fokus auf die Zukunft

Zugleich legt das Unternehmen BioNTech den vollen Fokus auf die Zukunft. Schließlich wisse man, dass das eigentliche Hauptgeschäft die Immuntherapie für Krebserkrankungen ist. Die Verantwortlichen im Unternehmen zeigten sich kürzlich dankbar, dass sie einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie leisten konnten und zugleich nun ausreichend Kapital für die Forschungsfinanzierung haben. Dies bietet ihnen die Möglichkeit, mehrere Forschungskandidaten gleichzeitig zu entwickeln und deutlich schneller zu agieren. Schließlich gehört das Warten auf neue Finanzierungen für BioNTech wohl erstmal der Vergangenheit an.

Sollte man die BioNTech Aktie noch kaufen?

Nach einer derart rasanten Kursrallye, wie wir sie bei der BioNTech-Aktie gesehen haben, sind Rücksetzer nichts Außergewöhnliches. Die langfristigen Lieferverträge und die spannende Pipeline in der Krebsforschung verändern nichts am Investmentcase langfristig orientierter Anleger. Kurzfristig könnte die zunehmende Konkurrenz für Druck auf der BioNTech-Aktie sorgen. Eine weitere Korrektur könnte auf lange Sicht dann jedoch eine Einstiegschance bieten, wenn man vom kompetenten Management von BioNTech überzeugt ist und darauf setzt, dass die durch die Corona-Impfstoff-Erlöse finanzierte Krebsforschung langfristige Erfolge bringt.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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