ETF-Name: Der Buchstabensalat hat System

Anleger, die sich an das Thema ETFs wagen, stehen oft schon am Anfang vor einer Hürde. Die Namensgebung von ETFs erschließt sich einem nicht so ohne weiteres. Das Mantra „Kaufe nur das, was Du verstehst“ wird schnell auf die Probe gestellt. Dabei lassen sich auch lange ETF-Namen wie zum Beispiel „Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF 1C“ mit entsprechendem Wissen schnell entschlüsseln. Der vermeintliche Buchstabensalat folgt nämlich weitgehend klaren Regeln.
Drei feste Bestandteile muss jeder ETF-Name haben: Anbieter, zugrundeliegender Index und regulatorische Hinweise. Optional sind zusätzliche Hinweise zur Ausstattung des ETFs.

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Anbieter

Der Anbieter des ETF steht immer an erster Stelle. Die bekanntesten sind iShares (Blackrock), Xtrackers (Deutsche Bank), Vanguard, Lyxor (Société General) oder ComStage und Amundi.

Zugrundeliegender Index

An zweiter Stelle folgt der Index, auf dem der ETF basiert. Im deutschen Raum kann das der DAX, der MDAX oder der TecDAX sein. Global ist die Auswahl an Indizes kaum überschaubar: Das Manager Magazin schreibt in seiner Ausgabe vom 23.01.2018, dass es mehr als drei Millionen (!) Aktienindizes weltweit gibt. Beliebt sind der MSCI World, S&P, Dow Jones oder auch der STOXX.

Regulatorische Hinweise

Es folgen die regulatorischen Hinweise: Das Kürzel UCITS (Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities) steht für genau definierte Sicherheitsstandards. ETFs mit diesem Siegel entsprechen den gesetzlichen Vorgaben und den Qualitätsstandards der Europäischen Union. Festgeschrieben sind in diesem Regelwerk zum Beispiel Mindeststandards hinsichtlich Transparenz (Produktbroschüren, wesentliche Anlegerinfomationen, Jahresberichte) oder Vorgaben zur Mindestdiversifikation im ETF. Alle an der Frankfurter Börse gelisteten ETFS folgen dem UCITS-System und gewährleisten damit einen hohen Anlegerschutz und Rechtssicherheit gemäß den europäischen Standards.

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Nach der Angabe UCITS steht ETF – dies dient der Abgrenzung zu den börsengehandelten Rohstoffen ETCs (Exchange Traded Commodities) und den börsengehandelten Inhaberschuldverschreibungen ETNs (Exchange Traded Notes).

Weitere Merkmale des ETFs

Ab jetzt werden die spezifischen Eigenschaften des jeweiligen ETF beschrieben. Die Emittenten haben da Gestaltungsfreiheit, deshalb sind die Abkürzungen nicht ganz einheitlich.

C / Acc: Thesaurierende (Capitalisation /Accumulating) ETFs. Erträge werden automatisch reinvestiert.

D / Dis / Dist: ausschüttende (Distributing) ETFs. Erträge werden ausgezahlt.
DR: Es handelt sich um um einen replizierenden ETF (Direct Replication). Alle Wertpapiere des Index sind auch im ETF physisch enthalten. Ändert sich die Zusammensetzung des Index, dann wird der Inhalt des ETF automatisch angepasst.

SWAP: Der ETF ist synthetisch repliziert. Der Index wird in diesem Fall über Tauschgeschäfte (Swaps) nachgebildet und damit die Wertentwicklung garantiert.

IMI: Abkürzung für Investable Market Index. Im zugrundeliegenden Index sind nicht nur die großen Unternehmen (Large Caps), sondern auch mittlere und kleine (Mid Caps und Small Caps) enthalten.

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SRI /ESG: Der Fokus des ETF liegt auf Nachhaltigkeit (Social Responsible Investing / Environment, Social, Governance). Werte von zum Beispiel Rüstungs- oder Tabakunternehmen sind hier nicht enthalten. SRI kommt fast nur bei ETFS auf den MSCI World vor.

Ex: Steht immer zusammen mit einem Land, einer Branche oder bestimmten Produkten. Es gibt zum Beispiel von iShares einen ETF EURO STOXX 50 ex-Financials, der die Wertentwicklung der größten Unternehmen der Eurozone mit Ausnahme der Unternehmen aus Finanzbranche abbildet.

1c / 2c: Gemeint sind Anteilsklassen, die sich hinsichtlich Ertragsverwendung, Währung oder auch Gebühren unterscheiden. Achtung: Die Emittenten nutzen hier keine einheitlichen Bezeichnungen.
TR / GR: Der Basisindex ist ein Performance-Index (Total Return / Gross Return) – Dividenden und Sonderausschüttungen sind bei der Kursangabe berücksichtigt.

NR / TRN: Die Wertentwicklung des Index wird netto nach Steuern abgebildet (Net-Return / Total Return Net)

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Währung: Der ETF notiert in der angegebenen Währung

Hedged: währungsgesicherter ETF. Manchmal noch unterschieden in daily hedged oder monthly hedged.

Short: Der ETF setzt auf fallende Kurse
Leveraged / Double / 2x: Gehebelte ETFs. Die Kursveränderungen des ETF werden mit einem Faktor X nachvollzogen.

Heimatdomizil des ETFs: wird oft angegeben, wenn der Standort steuerliche Auswirkungen hat.

Alles klar?

Es ist anfänglich ein bisschen Puzzlearbeit, die ETF-Namen sauber auseinander zu sortieren. Aber vieles ist standardisiert und wiederholt sich. Auch wenn das „Lesen“ der ETF-Namen nach etwas Übung flüssig von der Hand geht: Vor dem Kauf bitte zwingend immer das Factsheet und den Prospekt studieren!

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1 KOMMENTAR

  1. Vielen Dank für diesen informativen Artikel. Ich schaue immer wieder gerne hier auf eurer Seite vorbei.
    Meine Wahrnehmung ist, das gerade Einsteiger durch die doch etwas „kryptisch“ anmutenden ETF-Namen abgeschreckt werden. Im Endeffekt ist es ja auch wichtig, zu verstehen, in welches Produkt man investiert. Und da gehören die diversen Namensbestandteile natürlich auch dazu.
    Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg,
    Andreas

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