Warum Rhodium teurer als Gold ist und auch weiterhin im Preis steigen wird

Gold wird von vielen als das Edelmetall schlechthin angesehen. Doch ist es keineswegs das Wertvollste. Während eine Unze Gold aktuell bei 1.441 Euro gehandelt wird, liegt der Preis von einer Unze Rhodium bei 24.300 Euro. Ursächlich dafür ist eine regelrechte Preisexplosion am Rhodiummarkt in den letzten Jahren. Doch warum ist Rhodium plötzlich so wertvoll und wie können Anleger am besten in dieses seltene Metall investieren?
Selten und wertvoll

Vom Äußerlichen her dürfte es den meisten Laien schwerfallen Rhodium von Silber oder Platin zu unterscheiden. Im Gegensatz zu den beiden bekannten Edelmetallen wird Rhodium jedoch nicht im großen Stil in Barrenform in irgendwelchen Tresoren eingelagert. Tatsächlich handelt es sich um eines der seltensten nicht-radioaktiven Metalle der Erdkruste. Die wichtigsten Vorkommen befinden sich in Südafrika, Kanada und Sibirien.

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Von seinen Eigenschaften her ist Rhodium mit den meisten anderen Metallen der Platingruppe vergleichbar. Es ist härter als Gold, aber dennoch dehnbar und lässt sich durch Hämmern bearbeiten. Im Gegensatz zu Gold, Silber und Platin handelt es sich nicht um ein klassisches Schmuckmetall. Sein eigentlicher Nutzen liegt daher in der industriellen Verwendung.

Lange Zeit über lag der Rhodiumpreis unter 2.000 Euro – zeitweise sogar unterhalb des Goldwertes. Dies alles sollte sich jedoch spätestens ab 2018/19 ändern, als der Preis von Rhodium damit begann, durch die Decke zu gehen. Der Grund hierfür sind die zunehmend strengeren Umwelt- und Abgasvorschriften für Fahrzeughersteller. Rhodium ist nämlich ein kleiner aber dennoch essenzieller Bestandteil von Katalysatoren.

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Strengere Emissionsvorschriften machen Rhodium so wertvoll

Zusammen mit Platin und Palladium wird Rhodium in Abgaskatalysatoren eingesetzt. Katalysatoren verfügen über einen wabenartigen Keramikträger, in welchem sich die teuren Edelmetalle befinden. Ohne diese wäre der katalytische Prozess, in welchem die Abgase umgewandelt werden, technisch nicht möglich.

Genau diese Umwandlung wird für neue Fahrzeuge jedoch zunehmend wichtig. Grund hierfür sind die im Laufe der Zeit immer strikteren Emissionsvorschriften. Auch 2021 müssen neu zugelassene Fahrzeuge wieder eine besonders strenge Abgasnorm erfüllen. Um dies zu bewerkstelligen, benötigen die Fahrzeuge u. a. auch entsprechend leistungsfähige Katalysatoren.

Für die Automobilbranche stellt dies jedoch ein Problem dar. Rhodium ist wie bereits erwähnt ein ausgesprochen seltenes Metall. Zudem kann es nicht einfach in Reinform aus der Erde geholt werden, sondern bedarf zuerst eines aufwendigen Prozesses.
Corona und neue Konkurrenten führen zur Preisexplosion

2020 schoss der Preis schließlich durch die Decke. Innerhalb weniger Monate verfünffachte sich der Preis und durchbrach schließlich sogar die Marke von 20.000 Euro je Feinunze. Zum Unglück vieler Autohersteller trafen 2020 nämlich gleich zwei preissteigernde Faktoren aufeinander.

Zum einen trat im vergangenen Jahr erstmals auch die chinesische Autoindustrie verstärkt als Abnehmer von Rhodium in Erscheinung. Dadurch erhöhte sich die Nachfrage noch stärker, als es aufgrund der noch strengeren Abgasvorschriften ohnehin der Fall gewesen wäre. Hinzu kam ein empfindlicher Einbruch auf der Anbieterseite. Wegen der Pandemie mussten viele Minenbetreiber ihre Förderstätten zwischenzeitlich schließen. Dies führte zu einer kritischen Verknappung.

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Der Rhodiummarkt ist klein und volatil

Trotz seiner enormen Bedeutung für einen wichtigen Industriezweig ist der Markt für Rhodium vergleichsweise klein und illiquide. Im Vorkrisenjahr 2019 wurden weltweit gerade einmal 30 Tonnen Rhodium gehandelt. Zwei Drittel davon entstammten Bergwerken und der Rest wurde per Recycling gewonnen. Zudem wird Rhodium ausschließlich in einigen wenigen südafrikanischen Bergwerken in nennenswerter Menge gefördert.

Aus diesem Grund lässt sich der Rhodiummarkt nur bedingt mit den Märkten für Gold- oder Silber vergleichen. Als Anlagemetall spielt Rhodium praktisch keine Rolle. Kleinere Barren und Münzen sind extrem selten. Aufgrund der vergleichsweise geringen Größe des Marktes kam es zudem in der Vergangenheit auch immer wieder zu starken Schwankungen. 2008 sprang der Preis beispielsweise zeitweise auf über 10.000 Dollar je Feinunze, nur um anschließend wieder einzubrechen. 2016 kostete die Feinunze Rhodium nur noch 600 Euro.

Diese enorme Volatilität macht Rhodium gerade für Privatanleger zu einem riskanten Investment. Gleichzeitig gehen Experten jedoch davon aus, dass die Nachfrage nach dem seltenen Metall auch in den kommenden Jahren weiterhin hoch bleiben wird. Kurz- bis mittelfristig dürfte das Angebotsdefizit nämlich anhalten. Aufgrund des enormen Preisanstiegs könnten allerdings auch andere schwieriger zu erschließende Lagerstätten interessant werden, wodurch sich das Angebot langfristig wieder erhöhen könnte. Seine Volatilität wird Rhodium nach Experteneinschätzung allerdings nicht verlieren. Für dieses Jahr gehen Analysten von einer Preisspanne zwischen 15.000 und 25.000 Euro je Feinunze aus.
Wenige Anlagemöglichkeiten

Wer sich dazu entscheidet, in Rhodium zu investieren, muss schnell feststellen, dass die Zahl der verfügbaren Anlagemöglichkeiten sehr begrenzt ist. Wie bereits erwähnt spielen Rhodiumbarren auf dem Anlagemarkt fast keine Rolle. Am ehesten bietet sich hier die Möglichkeit, Rhodiumpulver zu erwerben. Dieses befindet sich üblicherweise in einem Safety-Bag, da das Pulver leicht entzündlich ist.

Eine Investition in die Minenbetreiber macht nur begrenzt Sinn, da Rhodium lediglich als Nebenprodukt beim Abbau von Nickel und Platin gewonnen wird. Aufgrund der geringen Größe des Rhodiummarktes spielt die Nachfrage nach diesen Metallen eine deutlich größere Bedeutung für die entsprechenden Minenbetreiber. Selbst eine Investition über den Future-Markt ist nicht möglich, da es bei Rhodium im Gegensatz zu den anderen Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin keine Futures gibt.

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Die beste Möglichkeit, an der Preisentwicklung des seltenen Metalls zu partizipieren, bietet demnach der db Physical Rhodium ETC (ISIN: DE000A1KJHG8). Der ETC bildet den Spotpreis von Rhodium ab. Aufgrund des enormen Preisanstiegs ist der ETC aktuell der mit weitem Abstand am besten performende Fonds seiner Art überhaupt. In den zurückliegenden drei Jahren performte er mit knapp 1.500 Prozent. Auch im laufenden Jahr ist er mit einem Anstieg von mehr als 70 Prozent wieder sehr gut mit dabei.

Die laufenden Kosten halten sich mit 0,45 Prozent in Grenzen. Wie alle anderen Edelmetalle auch wirft Rhodium für sich genommen keine Gewinne ab. Wer in das Metall investiert, setzt also komplett auf den steigenden Preis. Die weitere Preisentwicklung dürfte auf absehbare Zeit weiterhin positiv bleiben. Gleichzeitig sind Feinheiten des Marktes gerade für Laien aber kaum zu durchblicken. Die Nachfragesituation ist eher undurchsichtig und heftige Preisschwankungen müssen jederzeit mit einkalkuliert werden.

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