Was die Aufnahme von Tesla in den S&P 500 für ETF-Anleger bedeutet

Von nun an ist Tesla Mitglied im elitären Club des S&P 500. Für den Elektroautobauer markiert dies einen weiteren Meilenstein. Sowohl für den Index als Ganzes wie auch für Anleger ist diese Entwicklung durchaus nicht ohne Folgen.
Tesla-Kurs bricht abermals Rekord

Am Freitag ging es für die Aktie von Tesla (ISIN: US88160R1014) abermals in Richtung eines neuen Kursrekordes. Grund hierfür waren zahlreiche Marktteilnehmer, die kurz bevor das Papier Teil des S&P 500 werden sollte, noch schnell Anteile erwerben wollten. Experten hatten bereits damit gerechnet, dass das Handelsvolumen in den Tagen vor der offiziellen Aufnahme in die Höhe schnellen würde.

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Der Kurs der Aktie sank zuerst um 4,2 Prozent, ehe es wieder um 6 Prozent nach oben ging. Letztlich schloss der Kurs für den Tag mit 695 Dollar je Anteil bei einem neuen Allzeithoch. Insgesamt wurden am Freitag Tesla-Aktien im Wert von 148 Milliarden Dollar gehandelt. Rund 200 Millionen Anteile wechselten an jenem Tag den Besitzer, 69 Millionen davon zum Höchstwert von 695 Dollar.

Fonds mussten die Tesla-Aktie kaufen

Grund für die hektische Handelsaktivität waren nicht zuletzt die zahlreichen Fonds. Der S&P 500 ist einer der meist beachteten Indizes der Welt. Er wird von zahlreichen Indexfonds abgebildet. Eben diese mussten nun jedoch kräftig kaufen, um sich eine angemessene Menge der Aktien des Fahrzeugbauers zu sichern.

Mit einer Marktkapitalisierung von über 650 Milliarden Dollar ist Tesla nach Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet und Facebook das sechstgrößte Unternehmen im S&P 500. Entsprechend groß fällt seine Gewichtung im Index aus. Dies setzte zahlreiche Fonds, welche den S&P 500 abbildeten, unter Zugzwang. Um eine nahtlose Abbildung des Index auch weiterhin zu gewährleisten, mussten sie sich mit einer ausreichend großen Menge an Tesla-Aktien eindecken.
Dem Herausgeber des S&P 500 war dies bereits seit Längerem klar gewesen. Aus diesem Grund zog man eine Zeit lang in Erwägung, den Einzug von Tesla in den Index in zwei Stufen durchzuführen. Auf diese Weise wäre es nicht notwendig gewesen, eine derart große Menge an Aktien auf einen Schlag zu erwerben. Letztlich entschloss man sich jedoch, es auf die traditionelle Weise zu handhaben und die Aufnahme in einem Ruck über die Bühne zu bringen.

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Andere Indexmitglieder werden zurechtgestutzt

Aufgrund seiner Größe schlägt der Eintritt von Tesla in den S&P 500 weitreichende Wellen. Weil Tesla nun seinen Platz innerhalb der Top 10 des Index einnimmt, sinkt die Gewichtung aller anderen Positionen entsprechend. Laut Analystenschätzungen mussten Indexfonds insgesamt Tesla-Anteile im Wert von 80 Milliarden Dollar kaufen. Dies führte jedoch dazu, dass wiederum Anteile der anderen Indexmitglieder im gleichen Umfang abgestoßen wurden. Stellenweise führte dies zu einem spürbaren Verkaufsdruck.

So brach beispielsweise die Aktie von Intel um mehr als 8 Prozent ein. Auch andere Titel wie General Electric verloren zwischenzeitlich an Wert. Die Befürchtungen einiger Experten, manche Werte könnten massiv unter Druck geraten, scheinen sich indes nicht bestätigt zu haben.

So hatte Howard Silverblatt, der Senior Index-Analyst von S&P Dow Jones, vorab die Vermutung aufgestellt, dass die Aktien einiger Schwergewichte wie Berkshire Hathaway, Johnson & Johnson oder Procter & Gamble bedingt durch die Aufnahme von Tesla hätten abrutschen können. Letztlich hielt sich der Kursverlust dieser Papiere jedoch in Grenzen und konnte teilweise bereits am Montag wieder egalisiert werden.

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Wird der S&P mit Tesla volatiler?

Der vorübergehende Kursverlust bei manchen Aktien ist jedoch keineswegs die einzige Sorge, welche Experten im Zusammenhang mit Teslas Aufstieg in den S&P 500 umtreibt. Die Befürchtung ist, das mit Tesla auch ein gehöriges Maß an Volatilität in den Index Einzug halten könnte.

Laut Paul Schatz, Präsident von Heritage Capital, könnte Tesla den Index pro 11 Punkte eigener Kursbewegung um einen Punkt verschieben. Angesichts der bisherigen Entwicklung der Aktie ist das Potenzial, den Kurs des S&P 500 signifikant zu beeinflussen, durchaus gegeben.
Innerhalb der vergangenen 12 Monate war der Wert der Tesla-Aktie um rund 625 Prozent nach oben geklettert. Kostete ein Anteil vergangene Weihnachten noch 75 Euro, liegt der Preis aktuell bei rund 525 Euro. Mittlerweile ist Tesla der nach Marktkapitalisierung größte Autobauer der Welt.

Anfang September hatte sich jedoch gezeigt, dass auch die Tesla-Aktie durchaus nicht unbedingt unbegrenzt weiter steigt. Innerhalb kürzester Zeit hatte das Papier 30 Prozent seines Wertes eingebüßt. Zwar erholte sich der Kurs schnell wieder. Anleger sollten dies jedoch durchaus als Warnung ansehen. Nun, da Tesla Teil des S&P 500 ist, müssen sich jedoch auch Anleger, die den Hype bisher nur aus der Ferne betrachtet haben, ebenfalls mit dem Potenzial und dem Risiko der Tesla-Aktie eingehender beschäftigen.

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Indexaufnahme ein Vertrauensvorschuss für Tesla

Bei seinem ersten Anlauf war Tesla noch an der Skepsis des Indexherausgebers gescheitert, welcher die Aufnahme des Unternehmens aufgrund unzureichender Profitabilität blockiert hatte. Zwar ist es dem Konzern über die letzten Quartale hinweg gelungen, durchgängig einen Gewinn vorzuweisen. Allerdings beruht dieser aktuell in erster Linie auf der positiven Klimabilanz des Elektroautobauers.

Demnach kaufen die klassischen Autobauer wie Chrysler, General Motors und Ford regelmäßig Klima-Zertifikate von Tesla, um ihre eigene Klimabilanz aufzubessern. Ohne die daraus generierten Zusatzeinnahmen wäre es Tesla bisher nicht möglich gewesen, regelmäßig einen Gewinn vorzuweisen. Bis das Unternehmen also tatsächlich auch, was die Verkaufszahlen angeht, in die erste Riege der Autokonzerne vorstoßen kann, dürfte es noch eine Weile dauern.
Die Aufnahme in den S&P 500 ist in dieser Hinsicht durchaus auch als Vertrauensvorschuss zu bewerten, dass es Tesla langfristig gelingen wird, sich als profitables Unternehmen und gefragten Autobauer zu etablieren. Sollte der Konzern dieses Versprechen jedoch nicht einlösen können, könnte auch der größte Hype irgendwann der Realität weichen. In dem Fall würde es womöglich sehr tief wieder nach unten gehen. Egal, in welche Richtung die Reise in Zukunft noch weiter geht, alle Anleger, die einen ETF auf den S&P 500 in ihrem Depot haben, sind nun ebenfalls an Bord.

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