ETF-Depot aufbauen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die Einrichtung und der Aufbau des eigenen Depots lassen sich in wenigen Schritten bewerkstelligen. Hier erfahren Sie, worauf Sie bei der Suche nach einem passenden Depot-Anbieter achten müssen und wie Sie Schritt für Schritt zu Ihrem eigenen Depot inklusive darin enthaltener Wertpapiere kommen.
1. Den passenden Depotanbieter finden

Der erste Schritt hin zum eigenen ETF-Portfolio ist die Eröffnung eines Wertpapierdepots. Ein solches Depot können Sie entweder bei einer Bank, einer Direktbank oder einem Online-Broker eröffnen. Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden, sollten Sie die unterschiedlichen Angebote ausführlich miteinander vergleichen.

Beim Depotvergleich gibt es eine Reihe von Aspekten, welche beachtet werden sollten. Grundsätzlich unterscheiden sich Depotanbieter bei den folgenden Dingen:

  • Aufbau der Handelsplattform
  • Funktionalität
  • Depotgebühren
  • Ordergebühren
  • Zahl der handelbaren ETFs/anderer Wertpapiere
  • Sicherheit
  • Kundenservice

Eine der wichtigsten Aspekte für viele Anleger sind dabei die Kosten. Direktbanken und Online-Broker sind meistens günstiger als klassische Banken. Dafür müssen Sie jedoch neben Ihrer eigenen Bank bei einem weiteren Anbieter ein Konto eröffnen.

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In den letzten Jahren hat sich preistechnisch eine Menge auf dem deutschen Anlagemarkt getan. Neue Anbieter wie Smartbroker* und Trade Republic* fordern die etablierten Anbieter mit besonders günstigen Kostenmodellen heraus. Teilweise ist eine kostenlose Depotführung möglich und es fallen nur minimale Orderprovisionen an. Achten Sie bei der Auswahl stets darauf, ob diese Angebote an bestimmte Konditionen wie z. B. eine Mindestanzahl an Ordern pro Quartal geknüpft sind.

Auch die Art und Anzahl der ETFs, welche bei einem Depotanbieter gehandelt werden können, sind wichtig. Nicht jeder Anbieter hat beispielsweise für jeden ETF Sparpläne im Angebot. Sie sollten sich daher bereits vor der Depoteröffnung eine Anlagestrategie ausgearbeitet und dazu passende ETFs herausgesucht haben. Vergleichen Sie, welcher der Anbieter alle von Ihnen gewünschten ETFs bzw. dazu passende ETF-Sparpläne im Angebot hat. Die besten Anbieter finden Sie in unserem ETF-Sparplan-Vergleich. Viele ETF-Sparpläne werden zudem teilweise kostenlos angeboten. Achten Sie hierbei jedoch darauf, ob diese kostenlosen Angebote zeitlich befristet oder an bestimmte Konditionen geknüpft sind.

2. Depot eröffnen

Nachdem Sie sich für einen Depotanbieter entschieden haben, müssen Sie bei diesem das Depot eröffnen. Für gewöhnlich funktioniert dies heutzutage online. Falls Sie Ihr Depot bei einer Filialbank eröffnen, können Sie auch eine Vorortberatung wahrnehmen.

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Bei einer Direktbank oder einem Online-Broker müssen Sie auf der jeweiligen Online-Seite auf den Menüpunkt „Depot eröffnen“ gehen. Dort müssen Sie alle relevanten persönlichen Daten eingeben und können die Eröffnung des Depots komplett online beantragen.

Im Anschluss ist noch eine Identifizierung notwendig. Diese kann entweder über per Postident oder per Videoident durchgeführt werden. Bei Ersterem müssen Sie eine Poststelle aufsuchen. Dort übermittelt ein Mitarbeiter ihre Daten an den Depotanbieter, was einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Beim Videoident-Verfahren brauchen Sie Ihren Ausweis nur in eine Webcam zu halten.

3. Die Suche nach dem richtigen Index

ETFs (Exchange-Traded Funds) bilden jeweils einen bestimmten Index ab. Das bedeutet, dass Sie sich zuerst für einen geeigneten Index entscheiden sollten. Hierbei ist die Auswahl enorm groß. Welcher Index der Richtige für Sie ist, hängt entscheidend von Ihrer Anlagestrategie ab. Falls Sie beispielsweise über mehrere Jahrzehnte hinweg ein privates Vermögen aufbauen möchten, um später einmal für das Alter vorzusorgen, empfiehlt sich ein möglichst breit gestreuter Index wie der MSCI World oder der FTSE-All World.

Diese Indizes bieten aufgrund ihrer breitflächigen Abdeckung der Weltwirtschaft eine ausgezeichnete Basis für das eigene Portfolio. Auf dieser Grundlage können Sie auf Wunsch hin weitere Indizes hinzufügen, welche speziellere Bereiche wie z. B. Schwellenländer oder bestimmte Branchen abbilden.

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Viele Indizes gewichten nach Marktkapitalisierung. Das bedeutet, dass die größten Unternehmen einer Branche bzw. Region am stärksten repräsentiert werden. Es gibt jedoch auch Indizes, welche auf eine gleichmäßige Zusammensetzung Wert legen. Andere wiederum nehmen gezielt dividendenträchtige Aktien auf oder konzentrieren sich auf Unternehmen mit großem Wachstumspotenzial. Achten Sie bei der Auswahl nicht nur darauf, was ein Index abbildet, sondern auch, wie seine jeweilige Zusammensetzung zustande kommt.

4. Die passenden ETFs auswählen

Nachdem Sie wissen, welche Indizes für Sie interessant sind, geht es daran, den jeweils dazu passenden ETF ausfindig zu machen. Der MSCI World wird derzeit von 17 handelbaren Indexfonds abgebildet. Auch andere beliebte Indizes verfügen über eine größere Zahl an ETFs.

ETFs lassen sich grundsätzlich anhand dieser Aspekte unterscheiden:

  • Laufende Kosten (TER)
  • Art der Replikation
  • Ertragsverwendung
  • Fondsvolumen
  • Liquidität (Beeinflusst Spread)
  • Tracking Difference
  • Tracking Error

Zum einen sollten Sie auf die laufenden Kosten (TER) achten. Diese reduzieren die jährliche Rendite, welche Sie mit dem jeweiligen ETF erzielen können. Da die Kosten für die Verwaltung eines ETF für den Anbieter unabhängig von dessen Größe gleich bleiben, können große Indexfonds oftmals zu günstigeren Konditionen angeboten werden als kleine.

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Ebenfalls im Zusammenhang mit Kosten und Rendite eines ETF steht die sogenannte Tracking Difference. Diese gibt an, wie genau es dem Indexfonds gelingt, die Kursentwicklung des dazugehörigen Index abzubilden. Eine positive Tracking Difference bedeutet, dass der ETF hinter dem Index zurückbleibt und daher weniger Rendite erzielt als dieser. Bei einer negativen Tracking Difference performt der ETF hingegen besser als sein Index. Bei der Auswahl des ETFs sollten Sie daher sowohl die TER wie auch die Tracking Difference berücksichtigen.

Ferner können Sie wählen, ob der ETF die erzielten Gewinne automatisch wieder in weitere Anteile anlegt (thesaurierend) oder ob Sie die Gewinne ausgezahlt bekommen haben möchten (ausschüttend). Thesaurierende ETFs haben den Vorteil, dass der Wertzuwachs im Depot im Laufe der Zeit immer stärker zunimmt, da der ETF die erzielten Gewinne stets sofort reinvestiert. Für eine langfristige Vermögensbildung ist die vorteilhaft. Ausschüttende Indexfonds erlauben es Ihnen hingegen, frei über die erzielten Gewinne zu verfügen. Sie bieten damit auch eine einfache Möglichkeit, vom jährlichen Sparerfreibetrag zu profitieren, ohne hierfür Anteile verkaufen zu müssen.

Jeder ETF lässt sich über seine ISIN bzw. WKN identifizieren und sowohl auf den Handelsplattformen aller Banken und Broker wie auch im Internet schnell wiederfinden. Notieren Sie sich diese Nummern daher. Hilfreich bei der Suche nach dem passenden ETF sind die Webseiten justETF und extraETF.

5. Einmalanlage oder Sparplan?

Eine weitere Entscheidungsmöglichkeit betrifft die Art der Anlage. Sie können wählen, ob Sie per Einmalanlage in den gewählten ETF investieren möchten oder ob Sie stattdessen einen ETF-Sparplan eröffnen möchten. Welche Vorteile ein ETF-Sparplan bietet und wie Sie diesen erstellen erfahren Sie hier.

Kurz zusammengefasst, eignen sich ETF-Sparpläne besonders für eine langfristige Wertpapieranlage. Weil hierbei regelmäßig automatisch Geld in den entsprechenden ETF angelegt wird, profitieren Sie vom sogenannten Cost-Average-Effekt. Sie erwerben die Anteile langfristig gesehen zum Durchschnittspreis und gleichen dadurch den nachteiligen Effekt hoher Anteilspreise aus.

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Bei der Einmalanlage kaufen Sie hingegen auf einen Schlag eine größere Zahl an Anteilen. Sie können dies beliebig oft in beliebiger Höhe tun. Der Vorteil einer hohen Einmalanlage liegt darin, dass Sie auf einen besonders günstigen Zeitpunkt für den Einstieg warten können. Langfristig gesehen profitieren Sie durch eine frühzeitige Einmalanlage vom sogenannten Zinseszinseffekt. Sie können die gesamte Summe des angelegten Geldes über den kompletten Anlagezeitraum für sich arbeiten lassen. Allerdings benötigen Sie hierfür auch eine entsprechende Menge an Kapital und es besteht die Gefahr, dass Sie den günstigen Einstiegszeitpunkt verpassen.

6. Der Kaufauftrag

Der letzte Schritt ist schließlich die eigentliche Order. Die Gestaltung der Handelsplattformen der verschiedenen Direktbanken und Online-Broker variiert zwar etwas, grundsätzlich läuft die Durchführung des Kaufauftrages jedoch überall sehr ähnlich ab.

Zunächst müssen Sie die Ordermaske ihres Depotanbieters aufrufen. Über die ISIN oder die WKN finden Sie die gewünschten ETFs. Ihnen werden damit Name, Kurs und gegebenenfalls weitere relevante Daten angezeigt. Achten Sie darauf, ob die Kurse in Echtzeit angezeigt werden oder ob es sich um verzögerte Kurse handelt. Realtime-Kurse erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Order zu einem vergleichbaren Kurs durchgeführt wird.

Ihr Orderbetrag richtet sich nach der Anzahl der zu kaufenden Anteile sowie dem aktuellen Kurs des ETF. Sie können ausschließlich ganzzahlige Stücke ordern.

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Um sich vor plötzlichen Marktverwerfungen zu schützen, können Sie ein Kurs-Limit setzen. Dies garantiert, dass Ihre Order nur dann ausgeführt wird, wenn der Kurs zum Zeitpunkt des tatsächlichen Kaufs eine festgelegte Höchstgrenze nicht überschritten hat. Auf diese Weise verhindern Sie, dass Sie aufgrund von spontanen Kursschwankungen zu einem überhöhten Preis kaufen. Sie sollten dieses Limit jedoch nicht zu eng setzen, damit Ihre Order nicht an Schwankungen im Cent-Bereich scheitert. Wenn Ihnen ein schneller Kauf oder Verkauf wichtiger sind als Kursschwankungen, können Sie das Limit auch ignorieren und eine reine Market-Order setzen.

7. Das Portfolio verwalten

Über Anteilskäufe und Sparpläne können Sie sich Ihr eigenes Portfolio ganz nach Wahl zusammenstellen. Welche ETFs Sie wählen und in welchem Verhältnis zueinander Sie in diesen anlegen, bleibt Ihnen überlassen. Es gibt zahlreiche Ratgeber und Expertentipps, welche verschiedene Indexfonds und Kombinationen empfehlen.

Eine beliebte Kombination ist eine Anlage in einen MSCI World ETF und einen MSCI Emerging Markets ETF in einem Mischverhältnis von 70/30. Falls Sie stattdessen in spezifische Branchen oder Länder investieren möchten, können Sie dies ebenfalls mittels spezialisierter ETFs tun. Aufgrund ihrer breiten Streuung erlauben es Indexfonds, bereits mit wenigen unterschiedlichen Wertpapieren im Portfolio große Teile der weltwirtschaftlichen Entwicklung abzudecken.

Die konkrete Zusammensetzung Ihres Portfolios sollte dabei stets einer vorab ausgearbeiteten Anlagestrategie folgen. Diese kann es unter Umständen erforderlich machen, dass Sie in regelmäßigen Abständen ein Rebalancing vornehmen. Hierbei schichten Sie Ihre Anlagen um, um sicherzustellen, dass das gewünschte Verhältnis der Fonds zueinander wiederhergestellt wird.

Wenn Sie eine langfristige Strategie beim Aufbau Ihres Depots verfolgen, ist es nicht notwendig, täglich aktiv zu handeln. Gleichzeitig sollten Sie die Entwicklung Ihres Depots stets im Auge behalten.

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