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Zinsen steigen: Was du jetzt für den Kryptomarkt beachten solltest
Zinsen steigen: Was du jetzt für den Kryptomarkt beachten solltest
Daniel Robrecht

Daniel Robrecht

Profi Investor

Nachdem der globale Kryptomarkt Ende 2021 fast drei Billionen US-Dollar schwer war, wendete sich das Blatt schnell. Ende Juni beläuft sich die Marktkapitalisierung aller digitalen Währungen nur noch auf rund 900 Milliarden US-Dollar. Ein heftiger Crash hat den Kryptomarkt in einen Bärenmarkt befördert, fast zwei Drittel der Markt Cap wurden vernichtet.

Dabei werden nicht zuletzt steigende Zinsen als Ursache für den Krypto-Crash angeführt. Doch warum steigen die Zinsen aktuell eigentlich und was bedeutet dies für das Investieren in Kryptowährungen?

Das Jahr 2022: Inflation explodiert, Zinsen steigen, Kryptowährungen crashen

Das Jahr 2022 ist von makroökonomischen Faktoren geprägt, die die wir schon seit geraumer Zeit nicht mehr kennen. Denn die Corona-Pandemie, die Politik des lockeren Geldes und nicht zuletzt der Ukraine-Krieg wirken sich zunehmend auf die Weltwirtschaft aus.

Die Inflation explodiert  

Während die EZB in den letzten Jahren Schwierigkeiten hatte, die angepeilte Ziel-Inflation von 2 % zu erreichen, sieht es in diesem Jahr gänzlich anders aus. Denn die Teuerungsrate explodiert, die Inflation bewegt sich auf einem Rekordniveau. Im Juni liegt die Inflationsrate voraussichtlich bei 7,6 % im Vergleich zum Vorjahr, während im Mai sogar für Deutschland Inflationsraten von 7,9 % gemessen wurden. Doch dabei handelt es sich beileibe nicht um ein deutsches Phänomen.

Denn auch in den USA wird das Leben für die Menschen immer teurer. Die Inflationsrate stieg im Mai 2022 auf 8,6 % – eine derart starke Teuerung gab es in den vergangenen 40 Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht.

Zinsen werden weltweit angehoben  

Die Notenbanken stehen weltweit vor einem Dilemma. Will man die Zinsen signifikant anheben und damit die Konjunktur abschwächen oder das Risiko einer anhaltenden Inflation eingehen? Bei einer derart starken Teuerung sahen die Zentralbanken keine Wahlmöglichkeit mehr. Die lockere Geldpolitik wurde beendet, Zinsanhebungen in den USA und zuletzt auch in der Europäischen Union angekündigt. Viele Jahre lang kannten wir nur sinkende Zinsen, Negativzinsen waren omnipräsent. Doch nun wendet sich das Blatt und zumindest temporär steigen die Zinsen wieder.

Steigende Zinsen wirken sich für risikobehaftete Assets negativ aus. Mit steigenden Zinsen steigen auch die Opportunitätskosten, da man mit risikolosen Sparanlagen fortan höhere Erträge generieren kann. Da die Risiken bei der jungen Assetklasse Kryptowährungen höher als bei anderen Assets sind – dies gilt auch für die Volatilität -, werden digitale Coins unattraktiver.

Krypto-Crash 2022

Während der globale Kryptomarkt noch im Jahr 2021 neue Höchststände erreichte und die Marktkapitalisierung zwischenzeitlich fast drei Billionen US-Dollar betrug, gab es im Jahr 2022 einen neuen Crash. Aktuell beläuft sich die Market Cap der globalen Kryptowährungen auf weniger als 900 Milliarden US-Dollar. Kurzfristige Erholungen wurden immer wieder abverkauft. Der Bitcoin unterschritt zuletzt die 20.000 US-Dollar. Optimistische Szenarien wie die 100.000 US-Dollar Prognose für BTC scheinen aktuell in meilenweiter Ferne.

Keine historisch validen Daten für Kryptos & Zinsen

Zuletzt zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen dem Aktienmarkt und Kryptos. Während Aktien historisch fallen, wenn die Inflation steigt und Zinsen angehoben werden, sah dies bei Kryptowährungen ähnlich aus. Diese entwickelten sich korrespondierend mit dem breiten Aktienmarkt. Dennoch stehen aufgrund der jungen Historie keine validen Daten hinsichtlich Kryptos & Zinsen zur Verfügung. Seitdem es Kryptowährungen gibt und diese auch in der breiten Masse immer beliebter werden, kannte die Zinsentwicklung nur eine Richtung. 

Krypto-Winter & Bärenmarkt: Nicht nur die Zinsen sind schuld

Zweifelsfrei verschlimmerte die Zinsentwicklung die Korrektur im Kryptomarkt. Doch der Abwärtstrend war bereits vorhanden, als die EZB und Fed die Zinsanpassung bekanntgaben. Mit den jüngsten Korrekturen könnte ein Krypto-Winter anstehen. Unternehmen aus dem Krypto-Space reagieren bereits und entlassen vorbeugend große Teile der Belegschaft. Das Makro-Umfeld ist für Kryptowährungen 2022 schwierig.

Zugleich gab es auch krypto-immanente Probleme wie dem Crash im Terra-Ökosystem mit dem Stablecoin USDT. Das global führende Netzwerk für Stablecoins litt unter Instabilität und zog den gesamten Kryptomarkt nach unten. Zuletzt gab es auch Zahlungsschwierigkeiten beim Krypto-Verleiher Celsius, die Sorgen hinsichtlich der qualitativen Beständigkeit von Krypto-Lending erzeugten.

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Häufig sind noch unerfahrene und junge Anleger im Markt für Kryptowährungen tätig. Diese reagieren oftmals wenig besonnen und drastisch bei negativen News. Typisch für das Krypto-Trading ist auch die Verwendung einer Hebelwirkung. Wer mit einem Vielfachen des eigentlichen Kapitals handelt, muss bei Korrekturen Zwangsverkäufe der Coins in Kauf nehmen. Denn diese sind als Sicherheit für das aufgenommene Kapital konzipiert.

Sollte man auch in 2022 Kryptowährungen kaufen?  

Steigende Zinsen können die Entwicklung des Kryptomarkts weiterhin beeinträchtigen. Das makroökonomische Umfeld belastet digitale Währungen. Obgleich es keine historisch validen Daten gibt, könnten Kryptowährungen kurzfristig weiter korrigieren, da andere Investments schlichtweg attraktiver im Hinblick auf das Chance-Risiko-Verhältnis sind.

Doch wer langfristig an das Konzept „Kryptowährungen“ glaubt, findet in einem Bärenmarkt oder Krypto-Winter beträchtliche Chancen. Da spielt es auch keine Rolle, wie sich die digitalen Coins kurzfristig entwickeln. Denn fundamental hat sich am Investmentcase bei vielen Kryptos nichts geändert.

Skeptisch sollte man die Entwicklung vieler Stablecoins im Blick behalten – USDT hat Risiken offenbart, die es eigentlich nicht geben sollten.

Doch stabile Basis-Investments wie Bitcoin und Ethereum können von langfristigen Anlegern auf dem aktuellen Niveau eingesammelt werden, um sich beispielsweise in Tranchen ein zukunftsträchtiges Krypto-Portfolio aufzubauen. Wer riskantere Assets mit Multibagger-Potenzial kaufen möchte, kann auch neue Kryptos wie den Lucky Block Coin oder DeFi Coin mit angemessener Gewichtung beistreuen.

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Daniel Robrecht

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Profi Investor

Daniel Robrecht

Profi Investor

Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.
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