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Sind ETFs eine unterschätzte Gefahr für Privatanleger?

Seit einigen Jahren befinden sich ETFs voll im Trend. Viele Finanzexperten empfehlen Verbrauchern in ETFs zu investieren und aktiv gemanagte Fonds bei der Geldanlage nicht mehr zu berücksichtigen. Aber sind ETFs wirklich das Allheilmittel? In diesem Artikel schauen wir uns an, welche Nachteile und Risiken Indexfonds mit sich bringen und ob eine reelle Gefahr besteht, dass Privatanleger durch dieses Finanzvehikel große Geldsummen verlieren.


Um ETFs ranken sich vielen Mythen

Leider ist es so, dass über ETFs einige Fehlinformationen verbreitet werden. Die Quellen sind ganz unterschiedlich. In manchen Fällen kann man davon ausgehen, dass Interessenskonflikte der großen Geldhäuser für die Verbreitung der Fehlinformationen verantwortlich sind. Wenn Anleger nur noch in passive Produkte investieren, besteht die Gefahr, dass den großen Geldhäusern die Kunden weglaufen. Wir schauen wir uns im folgenden Abschnitt einige ETF-Mythen an.

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Mythos 1: ETFs schneiden im Crash schlechter ab

Der wohl weit verbreitetste Mythos ist der, dass passive Anlageprodukte in stürmischen Zeiten immer schlechter performen, als die meisten aktiv gemanagten Fonds. Schaut man sich die Korrektur aus dem Jahr 2018 an, hält diese These allerdings nicht Stand. Die meisten Indexfonds haben deutlich besser abgeschnitten, als Fondsmanager die sich den gleichen Index als Zielabbildung gesetzt haben. Diese Konstellation ist eigentlich auch nur logisch. Wenn Crashs und Kurskorrekturen zuverlässig vorhergesagt werden könnten, dann gäbe es sie nicht, da vorher schon jeder aussteigen würde. Durch dieses Aussteigen würde der Crash einfach früher kommen, was dafür sorgen würde, dass er wieder nicht vorhersehbar war. Genau das spiegelt sich auch in den Ergebnissen wider. Passive Fonds waren, während den Kurskorrekturen vor knapp 2 Jahren, den aktiven Fonds noch deutlicher überlegen, als sie es sonst ohnehin schon sind. Die wirkliche Gefahr für Anleger bei einem Crash sind also eigentlich aktive Anlageprodukte.

Mythos 2: Wenn alle nur noch ETFs kaufen, bricht der Markt zusammen

Dieser Mythos ist zwar nicht falsch, bezieht aber die menschliche Psychologie in keiner Weise ein. Natürlich, wenn alle Anleger nur noch Indexfonds kaufen würde der Markt komplett durchdrehen. Momentan ist es so, dass passive Anlageprodukte nur einen ganz marginalen Anteil des Gesamtmarktes ausmachen. Zu viele Menschen sind davon überzeugt, dass sie schlauer sind als der Markt.


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Deshalb wird es immer Anleger geben, die versuchen den Markt aktiv zu schlagen. Ab einem gewissen Punkt wird ihnen das auch gelingen. Wenn zu viele Investoren nur noch in passive Produkte investieren, wird die Konkurrenz für aktive Manager geringer und es wird einfacher eine Outperformance zu erzielen. Von diesem Status sind wir momentan aber noch sehr weit entfernt.

Mythos 3: ETF-Anbieter haben zu viel Macht

Dieser Mythos ist aus einem Missverständnis über die Rolle von ETF-Anbietern entstanden. Wenn ein Privatanleger sein Geld in einen Indexfonds investiert, bleibt es trotzdem sein Geld. Der Anbieter verwaltet dieses lediglich, besitzt es aber nicht. Es ist zwar richtig, dass die ETF-Anbieter dadurch auf Veranstaltungen wie den Jahreshauptversammlung ein Stimmrecht bekommen, es gibt aber keinen Grund anzunehmen, dass dieses Stimmrecht wider dem Willen der Anleger missbraucht wird. Ein solches Verhalten wäre höchstens für den ETF-Anbieter selbst gefährlich, da die Performance unter diesem Verhalten leiden würde.

Welche Nachteile Indexfonds tatsächlich mit sich bringen

Einige Anbieter von passiven Produkten behaupten, dass diese die ultimative Finanzwaffe darstellen würden. Natürlich bringen aber auch ETF, so wie alle anderen Finanzprodukte auch, einige Nachteile mit sich. Diese Nachteile schauen wir uns in diesem Abschnitt an.

Die Renditen werden nur durchschnittlich sein

Wer in Indexfonds investiert kann den Markt nicht schlagen. Das ist eine Feststellung, die absolut unumstritten ist und häufig von Gegnern der Indexfonds angeführt wird. Für viele ETF-Anleger ist das jedoch gar kein Nachteil. Sie verzichten ganz bewusst auf die Möglichkeit, eine höhere Rendite durch aktives Management zu erzielen und erhalten dafür die Sicherheit, die durchschnittliche Marktperformance auf jeden Fall abzubilden und kostengünstig zu investieren. Erschwerend kommt hinzu: die Finanzwissenschaften zeigen ganz eindeutig, dass aktives Management den Markt nicht dauerhaft schlagen kann.

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Anleger werden hier und da Überrenditen erzielen, in aller Regel werden sie aber schlechter performen als der Durchschnitt. Auch das ist nur logisch. Die Börse ist ein positives Nullsummenspiel. Für jeden aktiven Anleger, der die Durchschnittsrendite outperformt, muss es einen weiteren Anleger geben, der schlechter abschneidet als der Durchschnitt. Durch die Kosten, die für das Fondsmanagement entstehen, befinden wir uns in einem Umfeld, in dem über 95 % der aktiv gemanagten Fonds ihren Index über einen Zeitraum von 10 Jahren nicht schlagen können. Übersetzt bedeutet das: in 19 von 20 Fällen wäre der Indexfonds die bessere Wahl gewesen. Das Risiko einer unterdurchschnittlichen Performance liegt ganz klar beim aktiven Anleger.

Indexfonds tragen das Risiko schlechter Aktien

Passive Produkte verzichten ganz bewusst auf die Auswahl einzelner Unternehmen. Das bedeutet natürlich auch, dass ETF regelmäßig in schlechte Unternehmen investieren. Aber ist das wirklich ein Nachteil? Ein aktiver Anleger, der nicht in schlechte Unternehmen investiert, müsste ja dementsprechend regelmäßig besser abschneiden als der Markt. Im Abschnitt zuvor haben wir festgestellt, dass nicht mal 5 % der Fondsmanager ihren Index über 10 Jahre schlagen können. Das bedeutet also, dass aktive Anleger wesentlich häufiger in schlechte Unternehmen investieren, als passive Anlageprodukte. Passive Anleger nehmen bewusst in Kauf, in schlechte Unternehmen zu investieren, um aber gleichzeitig garantiert auch in die guten Titel investieren zu können. Welche Unternehmen gut oder schlecht abschneiden, kann ohnehin niemand zuverlässig vorhersagen.

Indexfonds kosten mehr als Aktien

Auch dieser Kritikpunkt ist berechtigt. Investments in Einzelaktien sind deutlich günstiger als ein Investment in Fonds. Man muss dazu allerdings sagen, dass die Fonds weitaus mehr bieten, als nur die Anlage in Aktien. Wer in einzelne Titel investiert, wird mit einem großen Aufwand konfrontiert. Nicht nur müssen zahllose Unternehmen analysiert und bewertet werden, sie müssen auch einzeln erstanden werden. Insbesondere für kleinere Anleger ist die Strategie der Einzeltitelauswahl daher keine Option. Wenn sie eine breite Diversifikation erzielen wollen, müssen sie bereits zu Beginn ihrer Investorenkarriere eine große Menge Geld einsetzen, um dieser Grundregel gerecht zu werden. Es ist also richtig, dass Indexfonds mehr kosten als Aktien, aber die dadurch erworbenen Vorteile, insbesondere für Kleinanleger, gleichen diese Extrakosten problemlos aus.

Wie hoch ist das Risiko von ETFs?

Einer der wesentlichen Vorteile von ETFs ist die breite Streuung. Ein ETF enthält eine Vielzahl einzelner Aktien, so dass Verluste in einzelnen Bereichen meist nicht zu stark ins Gewicht fallen. Liefert ein Unternehmen keine gute Performance, so kann dies oft durch Gewinne in anderen Bereichen wieder ausgeglichen werden.

Mit ETFs können auch unerfahrene Anleger in Aktien investieren und das Risiko dabei vergleichsweise gering halten. Dennoch sollte nicht übersehen werden, dass es sich trotz breiter Streuung immer noch um ein spekulatives Anlageprodukt handelt. Bei einem Börsen-Crash, einer Finanzkrise oder anderen einschneidenden Ereignissen würden auch die entsprechenden ETFs betroffen sein. Dessen sollten sich die Investoren bewusst sein. Für noch mehr Sicherheit empfiehlt es sich daher, nicht das komplette zur Verfügung stehende Kapital in ETFs zu investieren, sondern eine zusätzliche Streuung vorzunehmen.

Sind Indexfonds also gefährlich für Anleger?

Das Risiko, welches von Indexfonds für den Privatanleger ausgeht, ist nicht größer, als das aller anderen Finanzprodukte. Auch im Falle einer Bankenpleite erleidet der Anleger keinen Totalverlust. ETF gelten als Sondervermögen und blieben im Falle einer Bankeninsolvenz im Besitz der Anleger. Sondervermögen wird vom Vermögen der Investmentgesellschaft getrennt und im Falle einer Pleite des Geldverwalters an den Anleger ausbezahlt. Klar ist allerdings, dass alle Aktiengeschäfte mit einem gewissen Risiko verbunden sind.

Wirklich gefährlich für Anleger ist das Halbwissen und die Mythen, welche zum Thema Indexfonds in den Medien und von sogenannten Experten verbreitet werden. Es ist unumstritten, dass passive Anlagestrategien in der momentanen Marktlage den aktiven eindeutig überlegen sind. Intelligente Anleger lassen sich von den Gerüchten rund um das Thema nicht einschüchtern, sondern verlassen sich auf die Ergebnisse der Wissenschaft. Wer einen größeren Kursverlust allerdings nicht aushalten kann, sollte besser die Finger von ETFs und Aktien lassen.

Möglicherweise wird es irgendwann so weit sein, dass ein reines Investment in passive Anlageprodukte gewisse systemische Risiken mit sich bringt. Selbst an diesem Punkt wird es jedoch besser sein, wenn zumindest teilweise weiter passiv angelegt wird und ein Teil des Investments einem aktiven Manager anvertraut wird.


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